Auf dem Papier stark, menschlich leider eine große Enttäuschung
Gut am Arbeitgeber finde ich
Das Unternehmen punktet auf den ersten Blick mit einem überdurchschnittlichen Gehalt. Auch die Benefits sind attraktiv – was in Teilen wohl auch eine Kompensation für das ist, was im täglichen Miteinander fehlt. Für langjährige Mitarbeitende, die sich in ihren Routinen eingerichtet haben, bietet das Umfeld Sicherheit und Beständigkeit.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Wer neu dazukommt, merkt schnell: Hier zählt nicht, wer du bist oder was du mitbringst, sondern, ob du dich still und reibungslos in jahrzehntelang gewachsene Abläufe einfügst. Viele Mitarbeitende haben eine sehr lange Betriebszugehörigkeit und fahren ihre Aufgaben in festgefahrenen Bahnen. Hinterfragt wird wenig – neue Impulse stoßen oft auf Widerstand oder werden als Kritik missverstanden. Wer sich einbringen will, erlebt nicht selten Ablehnung oder unterschwellige Abwehr.
Verbesserungsvorschläge
Aus meiner Sicht wäre mehr Offenheit für neue Mitarbeitende und neue Perspektiven wichtig. Eine transparentere Kommunikation, echtes Feedback und eine aktivere Begleitung durch Führungskräfte könnten dazu beitragen, Vertrauen aufzubauen. Außerdem könnte eine bewusstere Integrationskultur helfen, damit neue Kolleg*innen sich nicht nur fachlich, sondern auch menschlich ankommen fühlen.
Arbeitsatmosphäre
Kolleg*innen, die neu sind, nicht beliebt oder sich einbringen möchten, werden teilweise systematisch ausgeschlossen. Lästereien, Ausgrenzung und hinter dem Rücken gesprochenes Verhalten habe ich häufig beobachtet.
Image
Nach außen wirkt das Unternehmen modern, strukturiert und sehr professionell. Meine persönliche Erfahrung im Arbeitsalltag war jedoch deutlich ernüchternder, insbesondere was den zwischenmenschlichen Umgang und die Offenheit für neue Perspektiven betrifft.
Work-Life-Balance
Prinzipiell okay, jedoch habe ich beobachtet, dass die Zeiterfassung sehr unterschiedlich gehandhabt wird – manche stempeln regelmäßig korrekt aus, andere nicht, ohne dass Konsequenzen folgen. Krankmeldungen werden extrem kritisch gesehen, selbst bei offensichtlicher Krankheit. Es entsteht der Eindruck, dass Mitarbeitende nur dann als zuverlässig gelten, wenn sie trotz gesundheitlicher Einschränkungen arbeiten, während „Lieblingsmitarbeitende“ Sonderrechte genießen.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt innerhalb der langjährigen Mitarbeitenden ist eng, für Neue hingegen schwierig zu durchbrechen. Ich habe beobachtet, dass viele Kolleg*innen sich abwertend verhalten. Das führt zu einem stark hierarchischen und wenig kooperativen Umfeld.
Vorgesetztenverhalten
In der Zusammenarbeit mit der Führung hätte ich mir deutlich mehr Unterstützung und Interesse am Austausch gewünscht. Mein Eindruck war, dass Führung eher verwaltend als begleitend ausgeübt wurde. Leider war auch klar zu spüren, welche Mitarbeiter gemocht und welche nicht gemocht werden.
Kommunikation
Kommunikation findet oft nur oberflächlich oder hinter verschlossenen Türen statt. Kritik oder neue Vorschläge werden meiner Erfahrung nach selten offen aufgenommen. Neue Perspektiven, besonders aus Sicht des Kunden, werden teilweise belächelt, nicht ernst genommen und führen zu keinerlei Veränderung.
Gehalt/Benefits
Gehalt und Benefits habe ich als überdurchschnittlich wahrgenommen. Das Unternehmen bietet attraktive Zusatzleistungen, die sicherlich für viele Mitarbeitende ein wichtiger Pluspunkt sind.
Interessante Aufgaben
Das Unternehmen bietet grundsätzlich ein interessantes fachliches Umfeld. Gleichzeitig hatte ich den Eindruck, dass Gestaltungsspielraum begrenzt ist und neue Perspektiven nicht immer willkommen sind. Dadurch können Aufgaben schnell stärker routiniert als wirklich entwicklungsorientiert wirken.
