Ihr Unternehmen?

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neonail
Bewertung

Ihr Unternehmen?

Hohe Erwartungen, fehlende Struktur – ein Unternehmen, das Engagement fordert, aber kaum fördert

1,4
Nicht empfohlen
Ex-Angestellte/r oder Arbeiter/inHat bis 2025 im Bereich Marketing / Produktmanagement in Berlin gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

- Kollegenzusammenhalt
- spannende Kampagnen

Verbesserungsvorschläge

Meine Erfahrung innerhalb der Cosmo Beauty Brand House war äußert negativ. Ich war knapp zwei Jahre bei Cosmo Beauty Brand House, die eher bekannt für ihre Signature Brand NEONAIL ist, tätig. Nach nur sechs Monaten als Junior wurde mir die Leitung eines gesamten Departments mit drei Mitarbeitenden abverlangt – einschließlich Personalgesprächen und operativer Verantwortung. Eine entsprechende Anpassung der Position oder Konditionen fand trotz mehrfacher Zusagen nie statt.

Mehrfach wurde mir in Aussicht gestellt, meine Rolle, Konditionen und Entwicklungsperspektive in einem offiziellen Gespräch zu besprechen. Kurz vor diesen Terminen wurden jedoch über einen Zeitraum von eineinhalb Jahren zweimal neue Head-of-Department-Positionen kurzfristig besetzt, deren Einarbeitung anschließend ebenfalls in meinem Verantwortungsbereich lag.
Das Ergebnis: Verantwortung ohne Anerkennung, Führungsaufgaben ohne entsprechende Position oder Vergütung und keinerlei nachhaltige Perspektive.
Diese wiederkehrende Situation verdeutlicht eine mangelnde Planung, fehlende Transparenz und geringe Verlässlichkeit in der Personalführung.

In meinem abschließenden Entwicklungsgespräch wurde zudem deutlich, dass Verantwortung rückwirkend relativiert und meine bisherige Rolle kleingeredet wurde – eine Vorgehensweise, die für ein professionelles Arbeitsumfeld nicht akzeptabel ist und schnell zu Gaslighting führt.

Weitere strukturelle Schwachstellen, die sich über meine Zeit hinweg klar zeigten:

1.) Führungskompetenz: Entscheidungen werden fast ausschließlich intransparent, subjektiv und nicht qualifikationsbasiert getroffen.

2.) Arbeitskultur: Eine offene Feedback-Kultur wird propagiert, aber selten umgesetzt; Rückmeldungen bleiben meist folgenlos.

3.) Arbeitsbelastung: Überstunden sind die Regel, insbesondere bei Events, Messen und Produktionen – ohne Ausgleich oder klare Regelung.

4.) Gleichbehandlung: Persönliche Präferenzen spielen eine deutlich größere Rolle als Leistung oder tatsächliche Verantwortung. Wer laut und präsent ist, wird gehört – wer fachlich stark, aber zurückhaltender auftritt, geht meist unter.

5.) Entwicklungsmöglichkeiten: Es gibt keine realistische Perspektive für Wachstum oder Weiterentwicklung, eher für systematisches Kleinhalten

6.) Struktur & Leadership:
Über nahezu zwei Jahre hinweg wurde mehrfach angekündigt, ein geeignetes Projektmanagement-Tool (z. B. Asana) einzuführen – stattdessen wird weiterhin mit einem veralteten und langsamen Server gearbeitet, (auf welchem ebenfalls keine Struktur herrscht) was die tägliche Zusammenarbeit erheblich erschwert. Eine klare Struktur in der Aufgaben- und Projektorganisation fehlt, was sich negativ auf Effizienz und Motivation auswirkt. Entscheidungen erfolgen häufig situationsabhängig und ohne erkennbare Linie, wodurch die Arbeitsweise stark von individuellen Präferenzen einzelner Führungskräfte abhängt.
Insgesamt sollte die Führungs- und Organisationsstruktur grundlegend überdacht werden, um eine verlässliche, planbare und professionellere Arbeitsumgebung zu schaffen.

7.) Arbeitsmittel:
Auch die technische Ausstattung ist nicht zeitgemäß: Es stehen weder moderne Endgeräte noch Diensthandys zur Verfügung.

Auch wenn das Unternehmen über starke Marken verfügt, fehlt es an professionellen Strukturen, Leadership-Kompetenz und nachhaltigem Mitarbeitermanagement.

Cosmo Beauty Brand House hat ambitionierte Ziele, aber es fehlt an Führung, Fairness und Struktur. Für qualifizierte, motivierte Mitarbeiter:innen, die langfristig wachsen möchten und eine gesunde Work-Life Balance als wichtig emfinden, ist dieses Umfeld absolut nicht zu empfehlen. Ich habe mich aus gesundheitlichen Gründen entschieden, das Unternehmen zu verlassen – eine Entscheidung, die rückblickend absolut richtig war.

Arbeitsatmosphäre

Die Arbeitsatmosphäre ist von hohem Druck und chronischer Überlastung geprägt. Viele Mitarbeitende arbeiten an der Belastungsgrenze, da fehlende Positionen über lange Zeiträume nicht nachbesetzt werden und Aufgaben intern verteilt werden müssen. In der Praxis bedeutet das, dass viele Beschäftigte de facto zwei Jobs gleichzeitig übernehmen. Eine gesunde Work-Life-Balance existiert nicht.

Kommunikation

Die interne Kommunikation ist stark intransparent und von Gerüchten geprägt. Wichtige Informationen – etwa zu personellen Veränderungen oder Kündigungen – werden häufig zurückgehalten oder erst sehr spät kommuniziert, was zu erheblicher Verunsicherung im Team führt. Zudem wird in 1:1-Gesprächen auf unprofessionelle Weise über andere Mitarbeitende gesprochen, was das Vertrauen in die Führungsebene nachhaltig untergräbt. Eine klare, respektvolle Kommunikationskultur ist nicht erkennbar.

Kollegenzusammenhalt

Der Zusammenhalt im Team war insgesamt stark und oft der einzige stabile Faktor im Arbeitsalltag. Die Kolleg:innen haben sich gegenseitig unterstützt, aufgefangen und motiviert, insbesondere in Phasen hoher Belastung. Diese Solidarität hat vieles abgefedert, was strukturell fehlte. Dennoch stößt auch dieser Zusammenhalt irgendwann an seine Grenzen – Motivation allein kann fehlende Führung, Überlastung und fehlende Ressourcen nicht dauerhaft kompensieren.

Work-Life-Balance

In meinem Fall - nicht existent. Am Schlimmsten: Offiziell wird betont, man solle bei Krankheit zuhause bleiben – in der Realität wird jedoch stillschweigend erwartet, dass man auch im Krankheitsfall erreichbar bleibt oder weiterarbeitet.

Gehalt/Benefits

Das Gehalt liegt deutlich unter dem Branchendurchschnitt und steht in keinem Verhältnis zur Verantwortung und Arbeitsbelastung. Es gibt zwar einen Bonus, dieser ist jedoch realistisch kaum erreichbar, da er an die Gesamtziele des Unternehmens geknüpft ist und nicht an die individuelle Leistung.
Eine betriebliche Altersvorsorge ist vorhanden, wird jedoch nicht aktiv kommuniziert – Mitarbeitende erhalten sie nur, wenn sie selbst explizit danach fragen.
Als weiteres Benefit wird eine monatliche Maniküre (gegen die Erstellung von kostenlosem Social-Media-Content) mittlerweile nur noch für Mitarbeitende mit „fotogenen Händen“ angeboten, dazu kommen das Deutschlandticket oder eine Edenred-Card.

Karriere/Weiterbildung

Obwohl mir eine Weiterbildung vertraglich zugesichert wurde, durfte ich diese aufgrund „struktureller Veränderungen“ letztlich nicht antreten. Auch darüber hinaus gab es keine klaren Entwicklungsprogramme oder realistische Aufstiegsperspektiven – zugesagte Maßnahmen blieben in der Regel ohne Umsetzung.


Vorgesetztenverhalten

Arbeitsbedingungen

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Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.