Gut am Arbeitgeber finde ich
Der CEO zeigt außergewöhnlich hohes persönliches Engagement und ist nahezu rund um die Uhr für das Unternehmen im Einsatz.
Er übernimmt viele Aufgaben selbst, um Prozesse zu steuern und sicherzustellen, dass alles reibungslos läuft.
Dieses starke Verantwortungsbewusstsein spiegelt wider, wie sehr ihm das Unternehmen am Herzen liegt.
Auch wenn dieser Einsatz an die Grenze der Überarbeitung führen kann, funktioniert das Gesamtbild seines Managements weitgehend gut.
Die Entwickler- und Administratorenteams bestehen aus durchweg freundlichen, hilfsbereiten und respektvollen Kollegen.
Neue Mitarbeitende – insbesondere Auszubildende – werden offen aufgenommen. Es besteht ein ausgeprägtes Verständnis füreinander, auch für private Situationen. Gespräche über persönliche Themen sind jederzeit möglich, sodass sich ein vertrauensvolles Miteinander auch gut ergeben kann.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Innerhalb des Unternehmens wurden sensible persönliche Informationen offen kommuniziert, insbesondere Krankheitsgründe von Mitarbeitenden oder Auszubildenden. Die Teamassistenz benannte Krankheitsgründe ausführlich und machte diese für viele zugänglich.
In wöchentlichen Teammeetings wurden ebenfalls persönliche Details über einzelne Personen erwähnt und teilweise auf unangemessene Weise kommentiert.
Es existierte ein System, in dem Ausfalltage aller Mitarbeitenden einsehbar waren (u. a. „wer ist krank, wann, wie lange“). Dies verstößt möglicherweise gegen datenschutzrechtliche Grundsätze und ist für Betroffene nachteilig.
Im Bewerbungsgespräch wurden bestimmte Versprechen gemacht, die später nicht erfüllt wurden, z. B.:
„Mit Führerschein bekommen Azubis ein Firmenauto.“
„Homeoffice ist vor allem in Coronazeiten problemlos möglich.“
Diese Aussagen entsprachen später nicht der tatsächlichen Unternehmenspraxis.
Regelmäßige Mitarbeitergespräche fanden kaum oder gar nicht statt.
Es gab seitens des Unternehmens kein aktives Interesse, mit Auszubildenden frühzeitig über die Übernahme zu sprechen.
Konkrete Anfragen wurden häufig mit Aussagen wie „Wir reden darüber, wenn du deine Prüfung geschrieben hast“ verschoben.
Dadurch entstand große Unsicherheit, da eine berufliche Planung kaum möglich war. Entscheidungen wurden teilweise erst in der letzten Woche kommuniziert.
Verbesserungsvorschläge
1. Professionelle und unabhängige Personalabteilung (HR)
Es wäre hilfreich, eine richtige, professionell aufgestellte HR-Abteilung einzurichten, die sich vollständig auf Personalbelange konzentriert.
Diese sollte unparteiisch, gut erreichbar und für alle Mitarbeitenden eine neutrale Anlaufstelle sein.
Eine alleinige Person, die gleichzeitig verheiratet mit dem CEO ist, kann schnell Interessenkonflikte erzeugen und wirkt nicht unabhängig.
Eine professionelle HR könnte vertrauliche Gespräche führen, Konflikte moderieren und Mitarbeitende bei persönlichen oder beruflichen Anliegen unterstützen.
2. Vertrauensvolle Ansprechperson für Mitarbeitende
Mitarbeitende benötigen eine Ansprechperson, die zuhört, Probleme ernst nimmt und nicht nur sagt: „Regel das selber.“
Eine stabile Vertrauensstruktur stärkt das Arbeitsklima und verhindert, dass Konflikte eskalieren oder Mitarbeitende sich allein gelassen fühlen.
3. Qualifizierte und präsente Ausbilder bereitstellen
Auszubildende benötigen einen festen Ausbilder, der regelmäßig ansprechbar ist und die Ausbildung aktiv begleitet.
Ohne Ausbilder darf offiziell nicht ausgebildet werden – deshalb sollte sichergestellt werden, dass jederzeit ein qualifizierter Ansprechpartner verfügbar ist.
Der Ausbildungsplan sollte aktiv verfolgt, dokumentiert und in sinnvolle Lernabschnitte eingeteilt werden.
Es kann keine nachhaltige Lösung sein, einen Kollegen ohne Ausbilderschein als Ausbilder einzusetzen – zumal er selbst noch in der Ausbildung ist und weder die notwendige pädagogische Erfahrung noch die formalen Qualifikationen besitzt. Der Ausbilderschein stellt sicher, dass eine Person sowohl über die fachlichen Grundlagen als auch über die erforderlichen zwischenmenschlichen und didaktischen Kompetenzen verfügt, um Auszubildende korrekt, strukturiert und verantwortungsvoll anzuleiten.
4. Bessere Strukturierung der Ausbildungsinhalte
Ausbildungsinhalte sollten klar geplant und nachvollziehbar vermittelt werden.
Aufgaben und Lernziele sollten sich am offiziellen Rahmenplan orientieren.
Eine bessere Übersicht würde helfen, dass Azubis wissen, was sie lernen sollen.
5. Keine Allein-Einsätze von Azubis bei Kunden ohne Vorbereitung
Auszubildende sollten nicht alleine zu Kunden geschickt werden, ohne vorher eine Einweisung oder einen Kontext zu bekommen:
Was genau ist die Aufgabe?
Wie läuft der Prozess beim Kunden ab?
Welche Erwartungen bestehen?
Wenn Probleme auftreten, sollte der Auszubildende nicht dafür verantwortlich gemacht oder vor dem Kunden bloßgestellt werden.
Eine bessere Betreuung würde Fehler vermeiden und das professionelle Auftreten des Unternehmens stärken.
Abschließend bin ich dankbar für die Ausbildung in diesem Unternehmen. Auch wenn ich rückblickend viele Punkte kritisch sehe, war ich selbst in dieser Phase noch sehr unerfahren und gerade nach der Schulzeit damit beschäftigt, mich im Arbeitsleben zurechtzufinden und Verantwortung zu übernehmen. Durch die Ausbildung konnte ich wertvolle Erfahrungen in Stresssituationen, fachliche IT‑Kompetenzen und erste Einblicke in organisatorische und strukturelle Abläufe sammeln – all das hat mich beruflich wie persönlich weitergebracht. Gleichzeitig habe ich aber auch gelernt, welche Strukturen und welcher Umgang für mich in Zukunft nicht in Frage kommen und welche Werte mir im beruflichen Umfeld wichtig sind.
Diese Erkenntnisse nehme ich mit großer Klarheit und Dankbarkeit mit auf meinen weiteren Weg.
Arbeitsatmosphäre
Trotz mehrfacher Meldungen an CEO und Controlling erfolgte keine erkennbare Reaktion oder Klärung der zwischenmenschlichen Problemsituationen, die sich im Arbeitsalltag entwickelt hatten, mit dem ein oder anderen Kollegen.
Das vollständige Ausbleiben eines Eingreifens vermittelte den Eindruck, dass respektloses Verhalten geduldet oder zumindest nicht ernst genommen wird. Dadurch verschlechterte sich die Arbeitsatmosphäre zunehmend und das Gefühl von Sicherheit und Fairness im Team ging verloren.
Zweierlei Maß messen wurde auf mehreren Ebenen normal.
Gerade unter Azubis.
Zusätzlich entstand der Eindruck, dass über meine Person intern Meinungen gebildet wurden, ohne dass das direkte Gespräch mit mir gesucht wurde. Statt konstruktiv und offen zu kommunizieren, wurden Einschätzungen über mich vielmehr mit anderen geteilt. Es kam teilweise zu regelrechten Lästereien – auch aus höheren Ebenen – was das Arbeitsklima weiter belastete und das Gefühl der Ungleichbehandlung verstärkte.
Karrierechancen
Grundsätzlich sind die Aufgaben und die Systeme die man kennen lernt sehr hilfreich für das Grundverständnis von komplexen Abläufen. Bei meiner beruflichen Karriere hat mir das weitergeholfen.
Arbeitszeiten
In den Jahren 2020–2023 gab es keine Stempeluhr oder andere Form der Zeiterfassung.
Stattdessen wurde auf Vertrauensarbeitszeit gesetzt, was in der Praxis zu extrem langen Arbeitstagen führte – teilweise über 12 Stunden.
Diese zusätzlichen Arbeitsstunden wurden weder finanziell vergütet noch durch Freizeit ausgeglichen.
Überstunden blieben komplett ohne Ausgleichsmöglichkeiten und führten somit zu einer erheblichen Mehrbelastung.
Statt einer Anerkennung in Form von Zeit oder Geld gab es häufig lediglich ein einfaches „Danke“.
Hinweise darauf, dass diese Situation unfair sei, wurden mit Aussagen wie „Die anderen haben damit auch kein Problem“ abgewertet.
Aussagen wie „Du machst schon Feierabend?“ fielen regelmäßig – selbst wenn sie als „Spaß“ gemeint waren.
Gerade für Auszubildende erzeugt das erheblichen Druck, da man das Unternehmen unterstützen möchte und sich schnell verpflichtet fühlt, länger zu bleiben.
Diese Art der Kommunikation schafft Unsicherheit und vermittelt indirekt die Erwartung, dauerhaft Überstunden zu leisten.
Ausbildungsvergütung
Die Vergütung war über den Durchschnitt... aber ab dem zweiten Lehrjahr, war sie Durchschnittlich.
Die Ausbilder
Ausbilder nett, hilfsbereit, aber leider oft krank.
Somit wurde mir ein Kollege als "Ausbildungsbeauftragter" zugewiesen, welcher mir leider nicht viel gezeigt hat, eher "unterstufige" Aufgaben zugewiesen hat, und generell mir gegenüber kein respektvolles Verhalten gezeigt hat.
Der entsprechende Kollege konfrontierte mich mehrfach mit sehr persönlichen und respektlosen Sprüchen.
Arbeitsabläufe wurden mir teilweise nicht erklärt, und wenn ich Fehler machte, wurde ich dafür lächerlich gemacht – teilweise auch vor Kunden.
Dies führte zu einer belastenden Situation, die keine Grundlage für eine faire oder konstruktive Ausbildung darstellt.
Auffällig war, dass dieser Kollege stark zwischen Personen unterschied, die er mochte, und solchen, die er nicht mochte. Diese Ungleichbehandlung war deutlich spürbar.
Während der Großteil des Teams freundlich und entgegenkommend war, kam es leider vor, dass einige Kolleginnen und Kollegen respektlose Aktionen dieses Mitarbeiters eher unterstützten, statt einzugreifen.
Das verstärkte den Eindruck von mangelndem Rückhalt und verstärkte das Gefühl der Ungleichbehandlung.
Respekt
Zu Beginn der Tätigkeit wurde ich sowohl vom Team als auch vom CEO sehr respektvoll behandelt.
Gespräche über private Themen waren möglich, und ich fühlte mich zunächst wertgeschätzt und ernst genommen.
Viele Kolleginnen und Kollegen gingen offen auf mich zu, wodurch ein angenehmes Arbeitsumfeld entstand.
Im Laufe der Zeit nahm der respektvolle Umgang jedoch spürbar ab.
Besonders im Kontext der Ausbildung gab es deutliche Probleme, da eine Person, die sich selbst als „Ausbildungsbeauftragter“ meldete (jedoch ohne Ausbilderschein), mich wiederholt unangemessen behandelte.