Gute Kollegen, schwaches Management
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Fehlende Wertschätzung, eine intransparente Gehaltsentwicklung ohne echte Perspektive und eine Kommunikation, bei der wichtige Informationen auf der Strecke bleiben. Hinzu kommt eine spürbar steigende Fluktuation – dass zuletzt viele gute Kollegen gegangen sind, sagt mehr als jede Bewertung.
Seit der Übernahme fehlt es an einer klaren Strategie und Richtung. Trotz der Ankündigung, "wir sind eine Gruppe", existieren die versprochenen Synergien und Schnittstellen in der Praxis kaum. Was bleibt, ist das Gefühl, keine Person mehr zu sein – sondern nur noch eine Zahl in einer Tabelle.
Verbesserungsvorschläge
Der dringendste Wunsch: eine faire und nachvollziehbare Gehaltsentwicklung. Wer gute Arbeit leistet, sollte das auch im Geldbeutel spüren – und nicht bei jedem Gespräch das Gefühl haben, gegen Wände zu reden.
Darüber hinaus wäre eine offenere Kommunikation zwischen Führungsebene und Team wünschenswert. Informationen, die das Team betreffen, sollten auch beim Team ankommen – ungefiltert.
Wertschätzung kostet nichts, wirkt aber viel. Ein einfaches Danke oder die Anerkennung guter Leistungen würde die Atmosphäre spürbar verbessern.
Zuletzt: Mitarbeiterfeedback sollte nicht nur entgegengenommen, sondern auch ernst genommen und umgesetzt werden. Wer das Gefühl hat, dass seine Rückmeldungen im Nichts verschwinden, hört irgendwann auf, sie zu geben.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre ist leider stark belastet. Wertschätzung oder Anerkennung für geleistete Arbeit sucht man vergebens – gute Ergebnisse werden als selbstverständlich abgehakt, Fehler hingegen deutlich thematisiert. Die Stimmung im Alltag leidet darunter spürbar.
Work-Life-Balance
Die Flexibilität im Alltag stimmt – private Termine lassen sich unkompliziert wahrnehmen, ohne dass man dafür Rechtfertigungen liefern muss. Was jedoch unverständlich bleibt: Während andere Unternehmen der Gruppe ohne feste Anwesenheitspflicht auskommen, gilt bei nicos eine Pflicht von zwei Tagen pro Woche im Büro. Eine einheitliche Regelung innerhalb der Gruppe wäre wünschenswert
Gehalt/Benefits
Das Gehalt liegt spürbar unter dem Marktdurchschnitt. Wer auf eine Anpassung hofft, wird enttäuscht: Nachfragen werden zwar entgegengenommen, aber konsequent ins Leere laufen gelassen. Wer seinen Marktwert kennt, wird hier auf Dauer nicht glücklich.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt unter den Kollegen war stets eine echte Stärke. Man hat sich gegenseitig unterstützt und konnte sich aufeinander verlassen – das hat vieles erträglicher gemacht.
Schade, dass inzwischen viele gute Kolleginnen und Kollegen das Unternehmen verlassen haben.
Vorgesetztenverhalten
Das Vorgesetztenverhalten war für mich der enttäuschendste Aspekt. Anliegen werden zwar angehört, aber nicht wirklich ernst genommen – man hat das Gefühl, gegen eine Wand zu reden. Hinzu kommt, dass Zusagen gemacht werden, die am Ende nicht eingehalten werden. Das untergräbt das Vertrauen nachhaltig und macht eine konstruktive Zusammenarbeit auf Dauer unmöglich.
Arbeitsbedingungen
Was auffällt: Innerhalb der Unternehmensgruppe gibt es deutliche Unterschiede bei den Arbeitsbedingungen. Andere Konzerngesellschaften haben längst modernere Standards eingeführt – bei nicos ist davon wenig zu spüren. Das führt zu einem spürbaren Gefühl der Ungleichbehandlung und macht es schwer, sich langfristig ans Unternehmen zu binden oder überhaupt Perspektiven innerhalb der Gruppe zu sehen.
Kommunikation
Die Kommunikationskultur ist leider stark verbesserungswürdig. Gesprochen wird eher übereinander als miteinander – Entscheidungen werden von oben nach unten durchgereicht, ohne dass Mitarbeiter einbezogen oder auch nur informiert werden, bevor Tatsachen geschaffen sind.
Besonders problematisch: Eine erkennbare strategische Ausrichtung fehlt. Neue Prozesse werden ohne Rücksprache eingeführt, kritisches Feedback von der Basis bleibt unghört. Das Ergebnis ist spürbare Resignation – wer merkt, dass seine Stimme nichts bewegt, hört irgendwann auf, sie zu erheben.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben waren lange ein echter Pluspunkt – abwechslungsreich und fachlich interessant. In letzter Zeit hat sich das jedoch etwas gewandelt, der Alltag ist routinemäßiger geworden. Insgesamt noch in Ordnung, aber mit Luft nach oben.