Führung durch Angst und Druck – Ein Lehrbuchbeispiel für eine toxische Unternehmenskultur
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die Sicherheitsschuhe.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die toxische und inkompetente Führungskultur. Es regiert das Prinzip 'Nach oben buckeln, nach unten treten'. Fehler des Managements und ein mangelhaftes neues System werden auf die Belegschaft abgewälzt. Kritische Stimmen oder das Einfordern von Rechten (wie der Zeiterfassung von Überstunden) werden systematisch mit willkürlichen Abmahnungen im Kollektiv bestraft. Menschlichkeit, faire Kommunikation und Gleichberechtigung sind Fremdwörter.
Verbesserungsvorschläge
1. Führungskräfte überprüfen: Ein Vorgesetzter sollte fachlich und menschlich qualifiziert sein, statt über Angst, Druckmittel und Kollektivstrafen (Abmahnungen für das gesamte Team) zu regieren.2. Kultur der Günstlingswirtschaft beenden: Gleichberechtigung und faire Behandlung müssen aktiv gelebt werden.3. Prozesse und Work-Life-Balance optimieren: Das neue, mangelhafte System muss dringend überarbeitet werden. Überstunden müssen dokumentiert und ausgeglichen werden, statt Mitarbeiter in den Burnout zu treiben.4. Offene Kommunikation einführen: Informationen gehören auf offizielle Kanäle, nicht in den Flurfunk.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsbelastung war durch unklare Prozesse und mangelnde Struktur oft sehr hoch.
Es bestand eine spürbare Distanz zwischen dem Management und der Belegschaft. Entscheidungen waren oft schwer nachvollziehbar.
Image
Aufgrund der hohen Fluktuation, erkennen langsam auch potenzielle Bewerber, dass das Image begründet ist.
Work-Life-Balance
Das Wort 'Balance' existiert hier nicht. Mein Leben bestand ausschließlich aus einer Schleife aus Arbeit und Schlaf. Unbezahlte und nicht erfasste Überstunden wurden als selbstverständlich vorausgesetzt, während man bei der kleinsten Fehltritt-Anfälligkeit trotz der chronischen Überlastung sofort harsch kritisiert wurde.
Karriere/Weiterbildung
Sackgasse.
Gehalt/Benefits
Gehalt war okay. Keine Prämien, kein Weihnachtsgeld, kein Urlaubsgeld, keine betriebliche Altersvorsorge.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Es wird versucht Müll zu trennen.
Kollegenzusammenhalt
Ein Zusammenhalt war nicht existent. Es herrschte eine extreme Ellbogenmentalität, bei der Fehler anderer gezielt ausgenutzt wurden, um sich selbst beim Management zu profilieren.
Umgang mit älteren Kollegen
Das Alter der Kollegen spielt keine Rolle. Siehe oben.
Vorgesetztenverhalten
Das Führungsverhalten spottet jeder Beschreibung und ist von massiver Inkompetenz geprägt. Kritikfähigkeit ist ein Fremdwort; stattdessen werden Fehler bei Fehlentscheidungen des Vorgesetzten (wie der Einführung eines mangelhaften neuen Systems) grundsätzlich auf die Mitarbeiter abgewälzt, um das eigene Gesicht vor der Chefetage zu wahren. Die Kommunikation verläuft einseitig: E-Mails werden geflissentlich ignoriert, während bei fachfremden Sonderwünschen sofort mit unberechtigten Abmahnungen gedroht wird. Gleichzeitig wird Druck ausgeübt, damit angefallene Überstunden verheimlicht werden, während der Vorgesetzte selbst seine Arbeitszeiten und Urlaube nach freiem Belieben auslegt.
Arbeitsbedingungen
Hier bleibe ich fair, bis auf die Sicherheitsschuhe kann ich jedoch nichts Gutes berichten.
Kommunikation
Es gab keine klare Kommunikation. Wichtige Infos wurden meistens nur über Flurfunk und Gerüchte weitergetragen, statt direkt und offen miteinander zu sprechen.
Gleichberechtigung
Gleichberechtigung existiert hier nur auf dem Papier. Es gibt eine klare Kultur der Günstlingswirtschaft, bei der 'Lieblingsmitarbeiter' systematisch bevorzugt werden. Eine Gleichbehandlung findet paradoxerweise nur bei Bestrafungen statt: Hier greift das Prinzip der Sippenhaft, bei dem das gesamte Team kollektiv mit Abmahnungen sanktioniert wird, selbst wenn Einzelne absolut nichts dafür konnten.
Interessante Aufgaben
Abwechslung Fehlanzeige – die Tätigkeiten wiederholten sich ständig und boten keinerlei Raum für persönliche Weiterentwicklung. Man stand permanent unter dem Druck, Fälle im Akkord zu entscheiden, ohne dass bei Fragen ein Ansprechpartner zur Verfügung stand. Man wurde komplett ins kalte Wasser geworfen.