Viel Potenzial im Team, aber Schwächen in der Führung
Gut am Arbeitgeber finde ich
Besonders positiv war der Zusammenhalt unter den Kollegen. Man konnte miteinander lachen, sich gegenseitig unterstützen und hat sich im Arbeitsalltag so gut wie möglich geholfen.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Kritisch sehe ich vor allem die hohe Arbeitsbelastung, die unregelmäßigen freien Tage und die dadurch stark eingeschränkte Work-Life-Balance. Die Kommunikation konzentriert sich überwiegend auf Fehler statt auf konstruktives Feedback und Anerkennung. Hinzu kommen ein hoher Leistungsdruck, wenig abwechslungsreiche Aufgaben und ein Gehaltssystem, bei dem eher mit Boni als mit einer nachhaltigen Erhöhung des Grundgehalts gearbeitet wird. Auch der Umgang mit Mitarbeitern, die das Unternehmen verlassen möchten, sowie der teilweise impulsive Führungsstil haben meiner Erfahrung nach die Arbeitsatmosphäre und den Ruf des Unternehmens negativ beeinflusst.
Verbesserungsvorschläge
Das Unternehmen sollte die Arbeitsbelastung realistischer gestalten, für verlässliche freie Tage sorgen und eine bessere Work-Life-Balance ermöglichen. Außerdem sollten Mitarbeiter wertgeschätzt und nicht ausschließlich auf ihre Fehler hingewiesen werden. Eine offene Kommunikation, ein respektvoller Führungsstil und ein transparentes Gehaltssystem mit angemessenem Grundgehalt wären dringend notwendig. Zusätzlich sollten Mitarbeiter stärker in Entscheidungen einbezogen und ihre Leistungen sowie Verbesserungsvorschläge ernst genommen werden.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre ist aus meiner Sicht sehr schlecht. Wenn man seine Arbeit gut und gewissenhaft erledigt, wird dies als selbstverständlich angesehen und kaum wertgeschätzt. Macht man hingegen einen Fehler, wird dieser direkt vor anderen Mitarbeitenden kritisiert, anstatt zunächst das persönliche Gespräch unter vier Augen zu suchen. Dadurch entsteht ein Klima, in dem Fehler stärker hervorgehoben werden als gute Leistungen. Es fehlt an Wertschätzung, konstruktiver Kritik und einem respektvollen Umgang auf Augenhöhe. Ein faires und vertrauensvolles Arbeitsklima sieht für mich anders aus.
Image
Das Image des Unternehmens hat meiner Wahrnehmung nach zunehmend gelitten. Ein wesentlicher Grund dafür ist das Verhalten des Geschäftsführers, der teilweise schnell und impulsiv reagiert und dadurch das Verhältnis zu eigenen Kunden belastet. Hinzu kommen die hohen Erwartungen an die einzelnen Mitarbeiter, die mit einem enormen Arbeitsvolumen verbunden sind. Die Kombination aus hoher Arbeitsbelastung, großem Leistungsdruck und dem Umgang mit Mitarbeitern und Kunden wirkt sich meiner Meinung nach negativ auf den Ruf des Unternehmens aus. Zwischen dem nach außen vermittelten Bild und den tatsächlichen Arbeitsbedingungen besteht daher eine deutliche Diskrepanz.
Work-Life-Balance
Eine ausgewogene Work-Life-Balance war praktisch nicht vorhanden. Durch die regelmäßigen Schichten von 16 bis 1 Uhr und teilweise nur zwei freie Tage pro Woche blieb kaum Zeit für das Privatleben. Selbst diese freien Tage waren nicht immer gewährleistet. Mehrfach mussten Mitarbeiter zusätzliche Dienste übernehmen und hatten dadurch nur einen oder sogar gar keinen freien Tag in der Woche. Eine vernünftige Planung des Privatlebens war unter diesen Umständen kaum möglich. Auf Dauer waren diese Arbeitsbedingungen sehr belastend und gingen deutlich zulasten der persönlichen Freiheit und Erholung.
Karriere/Weiterbildung
Aufstiegsmöglichkeiten sind grundsätzlich vorhanden, da bereits viele Mitarbeiter die Position eines Schichtleiters innehaben. Allerdings stellt sich für mich die Frage, welchen tatsächlichen Mehrwert diese Vielzahl an Führungspositionen bietet. Teilweise entsteht der Eindruck, dass die Position vor allem mit einem Titel verbunden ist, ohne dass damit zwangsläufig eine sinnvolle Weiterentwicklung oder mehr Verantwortung einhergeht. Statt auf echte fachliche und persönliche Entwicklungsmöglichkeiten zu setzen, scheint die Besetzung solcher Positionen teilweise eher finanzielle oder organisatorische Gründe zu haben. Insgesamt wären transparente Aufstiegskriterien und gezielte Weiterbildungsangebote wünschenswert.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt wird meiner Erfahrung nach bewusst niedrig gehalten. Wenn Mitarbeiter mehr Gehalt fordern, wird häufig auf ein Bonussystem zurückgegriffen, anstatt das Grundgehalt dauerhaft angemessen anzupassen. Dabei wurde sinngemäß sogar geäußert, dass man den Bonus wieder streichen könne, wenn die entsprechende Leistung nicht mehr erbracht wird. Dadurch entsteht der Eindruck, dass finanzielle Anreize gezielt eingesetzt werden, um Mitarbeiter zu halten, ohne das Grundgehalt nachhaltig zu verbessern.
Auffällig war außerdem, dass Mitarbeiter, die einen Wechsel in Betracht zogen, plötzlich höhere Gehälter oder zusätzliche Boni angeboten bekamen. Dennoch haben einige das Unternehmen letztendlich verlassen. Der Umgang mit ausscheidenden Kollegen war ebenfalls kritisch: Es fielen Aussagen wie „Er hat euch verraten“ oder „Er lässt euch damit im Stich“. Meiner Meinung nach sollte ein Arbeitgeber die Entscheidungen seiner Mitarbeiter respektieren, anstatt ihnen ein schlechtes Gewissen zu vermitteln. Insgesamt hätte ich mir eine transparentere, fairere und nachhaltigere Gehaltsstruktur sowie einen professionelleren Umgang mit Mitarbeitern gewünscht.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Im Bereich Umwelt- und Sozialbewusstsein sehe ich noch Verbesserungsbedarf. Während der Geschäftsführer mindestens fünf geleaste Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor vor der Tür stehen hat die niemand nutzt, ist für mich kein besonderes Engagement für umweltfreundliche Mobilität erkennbar.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt unter den Mitarbeitern war insgesamt sehr gut. Wir haben uns gegenseitig unterstützt, miteinander gelacht und uns im Arbeitsalltag so gut wie möglich geholfen. Natürlich gab es vereinzelt auch Kollegen, die sich weniger gemeinschaftlich verhalten haben, insbesondere im Nachtdienst. Im Großen und Ganzen waren der Teamgeist, die gegenseitige Unterstützung und die Zusammenarbeit jedoch sehr positiv.
Umgang mit älteren Kollegen
Da es im Team keine älteren Kollegen gab, kann ich nicht beurteilen, wie das Unternehmen mit älteren Mitarbeitern umgeht und ob langjährige Kollegen besonders geschätzt oder gefördert werden. Eine aussagekräftige Bewertung dieser Kategorie ist daher nicht möglich.
Vorgesetztenverhalten
Eine konstruktive Kommunikation zwischen Vorgesetzten und Team findet kaum statt. Besprochen werden hauptsächlich Fehler, die Mitarbeiter machen. Erfolge, Verbesserungsvorschläge oder Probleme im Arbeitsalltag werden hingegen kaum gemeinsam thematisiert. Entscheidungen werden nicht ausreichend mit dem Team besprochen, und die Meinung der Mitarbeiter scheint wenig berücksichtigt zu werden. Ich würde mir einen offenen Austausch, konstruktives Feedback und mehr Einbeziehung des Teams wünschen, anstatt den Fokus ausschließlich auf Fehler zu legen.
Arbeitsbedingungen
Durch den Umzug in ein neues Büro haben sich die Arbeitsbedingungen verbessert. Es wurden neuere Bildschirme, Tische und PCs angeschafft, die zwar vermutlich gebraucht, aber in einem guten und gepflegten Zustand sind. Insgesamt ist die Ausstattung zweckmäßig und für die tägliche Arbeit gut geeignet.
Kommunikation
Die Kommunikation ist überwiegend auf Fehler und Kritik fokussiert. Erfolge und positive Leistungen werden kaum angesprochen oder gewürdigt. Statt einer konstruktiven Kommunikation und ausreichender Unterstützung wird häufig erwartet, dass die Mitarbeiter einfach weitermachen und noch mehr leisten. Eine wertschätzende Kommunikation, regelmäßiges Feedback und die Anerkennung guter Arbeit wären dringend notwendig, um Motivation und Zusammenarbeit zu verbessern.
Gleichberechtigung
Da sich im Team lediglich eine Frau befand, ist eine aussagekräftige Beurteilung der Gleichberechtigung nur eingeschränkt möglich. Ob Frauen die gleichen Aufstiegschancen und Entwicklungsmöglichkeiten haben wie Männer, ließ sich anhand dieser Teamkonstellation nur schwer beurteilen.
Interessante Aufgaben
Die Tätigkeit ist wenig abwechslungsreich und besteht hauptsächlich aus telefonischer Kommunikation. Mit mindestens 100 Telefonaten pro Tag sowie zusätzlichen Gesprächen mit externen Fahrern muss man fest rechnen. Hinzu kommt die Vergabe und Übermittlung von Aufträgen an die Fahrer. Die Aufgaben wiederholen sich täglich und bieten nur wenig Abwechslung oder neue Herausforderungen.