Behördenähnlicher Arbeitgeber mit gutem Kaffee
Gut am Arbeitgeber finde ich
Das extrem unterschiedlich hohe Gehalt für gleiche Arbeitsbereiche wird immerhin pünktlich gezahlt.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Dass man schon anfängt, im Internet Bewertungen zu schreiben, in der Hoffnung, es ändert sich was.
Verbesserungsvorschläge
Damit hier mal frischer Wind weht, müsste man die jüngere Generation mal auf ihre Weise ranlassen. Die ganzen tollen Nachwuchsanwälte werden in die seit den den Anfängen bestehenden Firmen gepresst, bevor sie etwas entscheiden dürfen. Wer sich nicht pressen lässt, muss gehen. Deswegen gibt's keine Änderungen bei Noerr. Dafür müsste man die Formgeber endlich mal ziehen lassen.
Arbeitsatmosphäre
Angenehm.
Kommunikation
Die wichtigen Entscheidungen über Gehaltshöhe, -anpassungen, Home-Office-Nutzung etc. kommen von ganz oben. Assistenzen und Associates können nicht viel ausrichten und selbst Partnern sind (angeblich) gegenüber den Sprechern/Obrigkeiten oft die Hände gebunden. Hier herrschen also noch sehr strenge Hierarchien, obwohl nach außen hin gerne das Bild einer modernen, teamorientierten Kanzlei abgegeben wird.
Kollegenzusammenhalt
Es kommt natürlich auf das direkte Umfeld an und darauf, was man selbst bereit ist zu geben. Grundsätzlich ist der Zusammehalt unter den Kolleginnen gut.
Work-Life-Balance
Es gibt nur einen Homeofficetag pro Woche. Überstunden sind einzuplanen. Und ein persönliches Problem. Urlaubspläne sind ein ständiges Battlefield mit den Kolleginnen und Kollegen, da man sich gegenseitig vertreten muss. Hier wird keine Rücksicht auf die eigenen Kapazitäten (beispielsweise ist man als Teilzeitkraft mit seiner eigenen Arbeit gut ausgelastet und vertritt regelmäßig zusätzlich Mitarbeiter mit 40 Wochenstunden, was einen mit dem eigenen Arbeit zurückwirft bzw. Neue Überstunden herbeiführt, die aber ein persönliches Problem sind, und gerade zur Sommerzeit müsste man seine eigene Urlaubszeit vor- oder nachbearbeiten.....). Das sind aber alberne Probleme in den Augen der Berufsträger, die auch während ihrer Urlaubszeit arbeiten (müssen).
Vorgesetztenverhalten
Das ist extrem an einzelne Persönlichkeiten gebunden. 80 Prozent der Partner sind mit der Zeit gegangen, andere Leben noch in den 60er bis 80er Jahren. Tatsächlich sind einige Verhaltensweisen filmreif.
Interessante Aufgaben
Ja. Die gibt es.
Gleichberechtigung
Ich kann keine geschlechtsspezifischen Differenzierungen feststellen - die Lücke zwischen Assistenzen und Berufsträgern klafft dafür sehr weit auseinander!
Arbeitsbedingungen
Schöne Büroräume, Getränke, frisches Obst, guter Kaffee , ergonomische Möbel, moderne technische Ausstattung. Da gibt's nichts auszusetzen. Höchstens: Ach in diese nicht-nutzbare Designerliege oder Sofalandschaft fließt das Budget, was man vor drei vier Jahren noch in die ein oder andere anerkennende Sonderzahlung stecken konnte.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Die Mülltrennung wurde endlich angestoßen. Willkommen im Jahr 2026.
Offensichtlich müsste es dafür nochmal eine Mitarbeiterschulung geben. Für ALLE Sozialschichten.
Zum Sozialbewusstsein kann ich nicht viel sagen.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt liegt im oberen Durchschnitt - für Angestellte, die in den vergangenen Jahren angefangen haben oder frühzeitig außerordentliche Gehaltsanpassungen eingefordert haben. Was eigentlich nur möglich war, bei Zuteilung eines Partners als direkten Vorgesetzten und natürlich vor Einführung KI-gestützter Funktionen, als der Verwaltungsaufwand ohne Assistentinnen nicht zu bewältigen war. Über die Jahre sind so Gehaltsunterschiede in Höhe von mehreren tausend Euro für gleiche Arbeit entstanden. Das sorgt naturgemäß für Unmut und Demotivation. Aber die Möglichkeit zu gehen, besteht ja immer.
Image
Es gibt zu viele alte Partner, die wirklich nur noch mit haben Fuß in der Kanzlei hängen, um ihren Lebensabend zu sichern. Dementsprechend ist die Stimmung mau. Bei Einstandsfeiern oder Ausständen lässt sich kaum mehr jemand von den Alten blicken - das nimmt natürlich die Wichtigkeit solcher Anlässe. Teambuilding adé. Aber nach außen wird gern auf (Noerr-)Familie gemacht. Das ist schon lange nicht mehr der Fall.
Karriere/Weiterbildung
Weiterbildung gibt's. Karriere für den Verwaltungstrakt? Wohl eher nicht.