Die Kompetenz liegt bei den Angestellten und nicht im höheren Management
Gut am Arbeitgeber finde ich
kollegialer Zusammenhalt
Meine work-life balance
Gehalt
Das ist aber eher subjektiv und nur aus Sicht meiner derzeitigen Position.
Alles in allem hat der Konzern sehr viel ungenutztes Potential, was aber nicht erkannt wird.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Vieles lässt sich ja bereits herleiten an den zuvor getätigten Aussagen und wenn man aufmerksam gelesen hat.
Verbesserungsvorschläge
1. Grundsätzlich sollte man den jeweiligen Ländern mehr Kompetenzen und Verantwortung übertragen.
2. Zuhören wäre mal ganz gut. Was sagen die Mitarbeiter (über alle Abteilungen hinweg) zu den Plänen des Managements?
4. konstruktive Kritik zulassen und darauf eingehen
5. Kompetenzen und Expertise der Mitarbeiter nutzen
6. Verantwortung übernehmen
7. Unternehmenskultur in Richtung Wertschätzung und Motivation ausrichten. Die Hygienefaktoren sind stark in Schieflage geraten
8. Basisprozesse im Unternehmen müssen zwingend überarbeitet und optimiert werden, um Kapazitäten frei zu bekommen. Hier herrscht eher eine Art Wildwuchs an Prozessen. Symptome werden bekämpft, aber nicht die ursprünglichen Probleme. SixSigma im großen Stil mit Fokus auf die Prozesslandschaft wäre sicherlich mal ganz hilfreich und besser investiertes Geld.
Es gibt noch wesentlich mehr Punkte die zu verbessern wären, da hat hier aber nichts verloren.
Arbeitsatmosphäre
schwierig zu bewerten, da es stark von der jeweiligen Abteilung abhängig ist. Im Vertrieb fängt es bei Angst an und endet bei vorgetäuschter Euphorie. Zugegeben, es gibt Zeiten da macht es wirklich richtig viel Spaß und dann gibt es Zeiten da würde man am liebsten sofort flüchten. Dies fällt und steht mit dem höheren Management.
Es wirkt derzeit eher plan- und hilflos...reiner Aktionismus ohne Rücksicht auf Verluste. Verblendet von der eigenen Idee hört man nicht auf die Expertise seines "Humankapitals" und wundert sich im Anschluss über schlechter werdende Zahlen. Aussagen wie "hab ich doch vorhergesagt" oder "das können wir aus den und den Gründen nicht machen" werden konsequent im Keim erstickt.
Stattdessen hält man den Vertrieb klein und wenn eine vermeintliche Strategie nicht funktioniert heißt es der Vertrieb ist schlecht und braucht dringend eine Schulung. Ich kann bis heute nicht verstehen wie man so weit von der Realität entfernt sein kann! Womöglich liegt es an dem nicht vorhandenen Wissen oder falscher Wahrnehmung. Schlussendlich werden Ja-Sager herangezüchtet und konstruktive Kritik wird schlichtweg ignoriert oder zum Schweigen verdammt.
Image
mehr Schein als Sein.
Work-Life-Balance
Im Homeoffice, mit dem richtigen Vorgesetzten, wirklich ausgezeichnet.
Zugegeben man arbeitet mehr als man dürfte, aber dafür hat man wirklich eine Menge Freiheiten und man wird auch nicht gleich an den Pranger gestellt. Wäre die Unternehmenskulter nicht so schlecht wie im Moment, sind sehr viele Kollegen mehr als bereit ihr letztes Hemd für das Unternehmen und die Kollegen zu geben...aber das war einmal und ist lange her. Es gab mal eine Zeit in der ich mich im Unternehmen richtig zu Hause und angekommen gefühlt habe. Das ein Unternehmen bzw Konzern hin und wieder Veränderungen unterliegt ist völlig normal und liegt in der Natur des Unternehmertums, aber es geht seit Jahren wirklich konsequent nur bergab. Das wiederum ist darauf zurückzuführen, das wir nur noch von außerhalb Deutschlands gesteuert werden und keinerlei Einfluss mehr auf unsere Arbeitskultur (dies inkludiert auch die Einkaufskultur von deutschen Kunden) haben. Man hat seitens des Managements scheinbar völlig den kulturellen Aspekt der jeweiligen Länder vergessen. Es ist als glaube unser Management die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben und wenn etwas nicht klappt lag es anderen Einflussfaktoren.
Karriere/Weiterbildung
Karriere nur bedingt und mit sehr guten Beziehungen nach ganz oben möglich.
Weiterbildung: Unternehmenssprache englisch. Beispiel, interne Schulungen und Trainings finden auf englisch statt, einen Englischkurs für die Leute, die es erbitten und als notwendig erachten, gibt es nicht. Finde den Fehler!
Gehalt/Benefits
Gehalt sehr gut! Liegt aber daran das man früher wesentlich besser wertgeschätzt wurde. Würde ich heute in das Unternehmen einsteigen, wäre das Gehaltsbenchmark wesentlich niedriger.
Damals wurde ich im Gespräch sogar noch hochgehandelt. Eine schöne Erinnerung an frühere Zeiten :-)
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Das ist schon recht gut, aber verbesserungswürdig. Ich denke hierbei aber eher an die ständigen Sonderfahrten, da wir wieder einmal zu spät oder nicht planmäßig liefern.
Was das Sozialbewusstsein anbelangt...naja, gegenüber 2018 haben wir nur noch 10% der ursprünglichen Außendienstmitarbeiter. Der Rest wurde gekündigt oder es wurde der Weggang einfach hingenommen.
Kollegenzusammenhalt
Dieser ist wirklich einzigartig! An der Basis hält man noch zusammen und unterstützt sich. Insbesondere wenn es darum geht die richtigen Dinge durchzusetzen ohne dass das Management davon etwas mitbekommt. So wurden schon viele Umsätze, Projekte und Kunden gerettet.
So wurde zudem noch einiges über die Jahre hinweg gerettet. Jedoch funktioniert dies nicht mehr lange, da viele Kollegen mittlerweile dazu neigen zu resignieren oder es bereits sind. Hinzu kommt das viele der Kollegen Angst haben von heute auf Morgen Ihren Job zu verlieren. Da klingelt einfach unverhofft das Telefon und Dir wird unter irgendwelchen fadenscheinigen Argumenten mitgeteilt das Du für das Unternehmen nicht mehr von Wert bist. ...Sehr traurig, aber mehr dazu unter dem Punkt Vorgesetztenverhalten.
Umgang mit älteren Kollegen
Ältere Kollegen befinden sich zum jetzigen Zeitpunkt in der Situation hoffentlich zeitnah ein Angebot zum vorzeitigen Weggang zu bekommen, solange es die Rente nicht wesentlich beeinflusst. Zugegeben sind ja auch nicht mehr viele da. Man hat die Expertise dieser Kollegen nicht mehr für notwendig erachtet. Sehr schade, da wir in vielerlei Fällen das Rad nun neu erfinden. Was den Kosten-Nutzen Faktor in dieser Angelegenheit anbelangt, würde ich behaupten das es günstiger gewesen wäre die älteren Kollegen zu behalten.
Vorgesetztenverhalten
In meinem Fall bin ich sehr mit meinem Vorgesetzten zufrieden! Im allgemeinen kann ich jedoch sagen das auch dieser keinen größeren Einfluss geltend machen kann. Desto höher man in der Hierarchie schaut, desto schlechter wird es...ich habe seit langem niemanden mehr mit guter Führungskompetenz gesehen. Diese scheint gänzlich verschwunden und es gibt nur noch Ja-Sager. Mitarbeiter sind in der Regel nur noch Nummern, Führsorgepflichten werden regelmäßig vernachlässigt. Es wird nur noch Aktionismus betrieben. Du bist nur gut, wenn Du den Mund hältst und das tust was man von Dir verlangt.
Ehrlicherweise muss ich sagen das ich nur noch wegen des Geldes hier arbeite und meinen direkten Vorgesetzten habe, sonst wäre ich längst weg. Es ist traurig das so zu formulieren, aber ich habe mich damit abgefunden und mache Dienst nach Vorschrift, wartend und hoffend das es wieder besser wird und ich wieder meine Kompetenzen ausspielen darf.
Arbeitsbedingungen
Homeoffice. Die Geräte die einem zur Verfügung stehen sind gut. Laptop, iPhone, Tablet, Drucker und weitere Peripherie. Allerdings ist die Softwarelandschaft schon sehr verwirrend und gibt unterschiedlichste Informationen zu selben Themen wieder. Im Grunde würde ich es beschreiben, das ich unseren Daten aus dem System nicht vertraue und gezwungen bin es wiederkehrend gegenzuprüfen.
Kommunikation
Eher suboptimal. Jeder macht das was er für richtig hält und mit etwas Glück erfährt man auch das es gerade neue Regularien oder Verantwortlichkeiten gibt. Hier ist der Mitarbeiter gefragt sich selbst um die News zu kümmern. Das einzige was noch halbwegs gut funktioniert ist der Flurfunk.
Gleichberechtigung
Die scheint mir schon noch irgendwie vorhanden, viel kann ich dazu aber nicht beisteuern. Grundsätzlich verhält es sich momentan so das Ja-Sager gern gesehen sind. Wenn man "unbequem" ist, wird es eher schwierig.
Interessante Aufgaben
Mittlerweile nicht mehr. Früher (bis ca. 2022) durfte man noch unter der generellen Strategie des Konzerns seine eigene Strategie gegenüber Kunden fahren und war damit super erfolgreich. Heute ist man nur noch damit beschäftigt Ideen und Vorgaben des höheren Managements widerwillig gegenüber der Kunden umzusetzen und zu verteidigen, obwohl man genau weiß das die Vorgaben moralisch, ethisch als auch unternehmerisch schädlich für das Geschäft sind. Vertrauensverlust beim Kunden ist vorprogrammiert und man versucht eigentlich nur noch seine persönliche Reputation beim Kunden zu schützen, damit man vielleicht in ferner Zukunft nochmals Geschäft beim Kunden aufgreifen darf. Das ist alles andere als eine interessante Aufgabe!