Historisch gewachsen. Ideal für Visionäre und Kreative.
Gut am Arbeitgeber finde ich
- Strukturen und Benefits, die von der NTT DATA Business Solutions AG übernommen werden. Hier ist auch nicht alles perfekt, die AG ist aber aus meiner Sicht ein sehr guter Arbeitgeber.
Ansonsten gibt sich die Global Business and Managed Services GmbH (GBMS) nicht viel Mühe attraktiv für Mitarbeiter zu sein. Die NTT DATA Business Solutions AG (Consulting) würde ich, wie auch andere Kollegen, jederzeit einem Freund empfehlen, die GBMS jedoch auf keinen Fall.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
- Wir beschäftigen uns lieber mit uns selbst, als damit, Kunden zu gewinnen und zu halten. Unnötiges Ausspielen der einzelnen Teams untereinander, da teilweise gegenläufige Zielsetzungen vereinbart werden, die nicht miteinander vereinbar sind.
- Filz im Senior-Leadership: Stelleninhalber holen sich gegenseitig ihre Buddys an Bord.
- Entscheidungsvakuum. Das Leadership ziert sich Entscheidungen zu treffen, da auch dort schnell Köpfe rollen. Stattdessen verhindern "Lokalfürsten" im mittleren Management echte Veränderungen.
- Mitarbeiter werden vom einen auf den anderen Tag entlassen - ohne Übergabe, ohne Ersatz, ohne Kommunikation (bei FK werden teilweise nicht mal die Teams informiert), ohne Rücksicht auf Kunden
- Kommunikation ambilvalent man wird wahllos mit Informationen überschüttet, die man dann - je nach Führungskraft - für sich selbst interpretieren muss. Generell kommt es auch darauf an, ob die FK ihr Wissen an die MA weitergeben. Der Flurfunk ist meist die zuverlässigere Informationsquelle.
- Das Leadership kommuniziert oft unbeholfen und umprofessionell und schafft es, Mitarbeiter unnötig zu demotivieren.
- Ich habe nicht immer den Eindruck, dass hier jeder weiß was er tut.
- Zunehmende Abhängigkeit von einzelnen Kunden.
Verbesserungsvorschläge
- Reagiert rechtzeitig auf Veränderungen im Markt! Nur weil es noch gut läuft, ist das kein Grund diese zu ignorieren.
- Seht die Mitarbeiter als das was sie sind: Leistungsträger, die für ihr Unternehmen brennen und nicht nur als teure Budgetposten!
- Wertschätzendere Kommunikation durch das Leadership - besucht zur Not Rhetorikkurse!
- Seht das große Ganze! Wir müssen als Unternehmen funktionieren und nicht nur auf Abteilungs- und Bereichsebene. Nur dann sind wir erfolgreich!
- Defintion von gleichwertigen Zielen - von Leadership bis ins letzte Glied. Wenn im Leadership die einzige Metrik der EBIT ist, dann weiß der Manager was er zu tun hat, um dieses Ziel kurzfristig zu erreichen.
- Trefft Entscheidungen! Wir brauchen echtes Leadership mit Entscheidern, die Verantwortung übernehmen.
Arbeitsatmosphäre
Zunehmend von Druck geprägt. Mitarbeiter rechnen damit, jederzeit gekündigt zu werden. Die Teams werden immer kleiner, der Arbeitsaufwand jedoch nicht geringer. Produktivitätsvorgaben verhindern Hilfe und Austausch jenseits der eigenen Zuständigkeiten. Wenn man dem Upper Management die zunehmende Demotivation versucht klarzumachen, wird unverblümt mit Kündigung im Falle von schlechterer Arbeit gedroht.
Kommunikation
Das Leadership brüskiert regelmäßig große Teile der Mitarbeiter durch unbedachte und unprofessionelle Wortwahl. Ob Informationen im letzten Glied ankommen hat damit zu tun, ob diese es durch die Hirarchien nach "unten" schaffen. Es steht und fällt alles mit der Transparenz der jeweiligen Manager.
Kollegenzusammenhalt
Innerhalb der Teams meist top. Zwischen den Teams, teils schlecht, da sich bei gegenläufigen Zielen
Work-Life-Balance
Der aufgrund von Sparmaßnahmen zur Verbesserung der Profitabilität geringere Personalbestand, bei gleichbleibenden Aufwänden und Auslastungsvorgaben macht sich zunehmend bemerkbar.
Vorgesetztenverhalten
Alles für den EBIT. Wie immer gibt es gute und schlechte FK. Der Druck, der auf den FK lastet, fördert jedoch Opportunismus und das klassische Durchdrücken der Doktrin, durch die Hierachien. So haben selsbt gute FK oftmals keine Chance zu handeln wie sie es für richtig halten.
Interessante Aufgaben
Es ist ein großes Unternehmen und gerade als Führungskraft kann man hier viel machen und gestalten, wenn man es denn möchte. Dienst nach Vorschrift ist genauso möglich, wie gestalterische Arbeit und das treiben von neuen Themen und entwickeln von neuen Services. Manchmal ist klar, dass man für die Mülltonne arbeitet, weil es irgendwer so möchte, aber grundsätzlich macht die Arbeit Spaß - zumindest, wenn man gelassen wird.
Gleichberechtigung
Es gibt Diversityprogramme, Frauen werden aus meiner Sicht nicht strukturell benachteiligt und von Unternehmensseite her wird alle getan um Gleichberechtigung zu fördern.
Es gibt jedoch auch nicht wenige Mitarbeiter, die das für vollkommen überzogen halten und versuchen mit konservativen Ansichten Lobbyarbeit zu betreiben.
Umgang mit älteren Kollegen
Ich stelle keine Benachteiligung älterer Mitarbeiter fest. Allerdings sind diese oft Ziel von Entlassungen, da sie meist höhere Gehälter haben.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Ist okay. Ich sehe keine konkreten Aktivitäten, wie z.B. die gezielte Förderung von E-Autos. Allerdings gibt es aus meiner Sicht auch keine krassen Verfehlungen.
Gehalt/Benefits
Gehaltlich kaum Weiterentwicklung, auch bei Beförderung ist nicht viel drin. Die gewünschte Erhöhung der Profitabilität zeigt, dass sich das nicht unmittelbar ändern wird. Man sollte schauen, das Einstiegsgehalt gut zu verhandeln.
Das Gehalt ist für die IT guter Durchschnitt, im SAP-Umfeld ist jedoch woanders deutlich mehr zu holen.
Die Benefits sind überdurchschnittlich gut. Es gibt fast alles, was man heute so bekommen kann. Der Firmenwagen hat eine vom Level abhängige Nettozuzahlung.
Image
Das Image ist sehr gut. Auch wenn die gestiegene Arbeitslast und die Uneinigkeit zwischen den Teams, wie auch die Sparmaßnahmen inzwischen beim Kunden ankommen.
Karriere/Weiterbildung
Muss man sich selbst drum kümmern. Es gibt einen reichhaltigen Katalog an Self-paced Schulungsinalten, wie auch z.B. Zugriff auf den SAP-Learning Hub. Das Problem dabei ist, dass man im Tagesgeschäft und bei den gegebenen Auslastungsvorgaben, unmöglich Zeit hat sich damit zu beschäftigen. Gleichzeitig werden aber die entsprechenden Zertifzierungen erwartet.
Ob man Karriere macht, hängt davon ab, ob man sich das richtige Netzwerk im Unternehmen erwarbeitet hat. Leistung an sich reicht nicht.


