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Versicherung
Bewertung

Glänzende Fassade nach außen, Kontrollwahn und Frust im Inneren

2,0
Nicht empfohlen
Angestellte/r oder Arbeiter/inHat zum Zeitpunkt der Bewertung im Bereich Finanzen / Controlling bei NÜRNBERGER Versicherung in Nürnberg gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Homeoffice, Gleitzeit, Zuschuss zum Firmenticket

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Fehlende Möglichkeit der Gehaltsentwicklung, Kontrolle der Präsenzzeiten, fehlende Wertschätzung von Leistungsträgern und Mitarbeitern die der Nürnberger die Treue gehalten haben

Verbesserungsvorschläge

1. Vertrauen statt Kontrollwahn etablieren:
Schaffen Sie die minutiöse Überwachung der 40 %-Präsenzpflicht ab. Vertrauen Sie Ihren Mitarbeitern – besonders den langjährigen Kräften. Wer im Homeoffice nachweislich hervorragende Arbeit leistet, sollte nicht in starre Quoten gepresst werden.
2. Arbeitsbedingungen an echte Bedürfnisse anpassen:
Desk-Sharing und 8er-Großraumbüros sind nicht für jeden geeignet. Zudem ist eine Klimatisierung der Büros im Sommer kein Luxus, sondern eine grundlegende Pflicht zum Gesundheitsschutz der Mitarbeiter.

3. Wertschätzung für Loyalität und Erfahrung zeigen:
Konzentrieren Sie sich nicht nur auf attraktive Einstiegsgehälter für Neueinsteiger. Langjährige, loyale Mitarbeiter, die das Fundament des Unternehmens tragen, dürfen bei der Gehaltsentwicklung nicht durch Reallohnverluste abgehängt werden. Leistung und Treue müssen sich wieder lohnen.

4. Ältere Kollegen bei der Digitalisierung aktiv begleiten:
Technische Neuerungen dürfen nicht einfach vor die Nase gesetzt werden. Es braucht geduldige, praxisnahe Schulungen und echten Support von oben, anstatt die Unterstützung komplett auf die Solidarität im Kollegenkreis abzuwälzen.

5. Ehrliche Kommunikation statt leerer Worthülsen:
Ersetzen Sie das inhaltsleere „Kultur-Blabla“ durch echte Transparenz. Wenn Fachgebiete wegrationalisiert oder Stellen umstrukturiert werden, binden Sie die betroffenen Mitarbeiter frühzeitig und auf Augenhöhe ein, anstatt sie vor vollendete Tatsachen zu stellen.

6. Führungskräfte für gesunde Teamdynamiken sensibilisieren:
Vorgesetzte sollten genauer hinsehen, wer im Team wirklich die Arbeit macht. Unterbinden Sie das Aufspielen einzelner Selbstdarsteller und schützen Sie die leisen, aber extrem zuverlässigen Leistungsträger vor unberechtigten Maßregelungen durch Kollegen.

Arbeitsatmosphäre

Die Arbeitsatmosphäre hat sich drastisch zum Negativen verändert und ist von spürbarem Druck und großem Misstrauen geprägt. Während nach außen hin versucht wird, durch oberflächliche „Nettigkeit“ ein positives Bild zu zeichnen, herrscht im Alltag ein Klima der Überwachung.

Image

Nach außen hin wird enorm viel Aufwand betrieben, um das Unternehmen als modernen, wertschätzenden und attraktiven Arbeitgeber darzustellen. Auf Hochglanzbroschüren, Social Media und in Kampagnen wird ein Bild von Fortschritt, Teamgeist und New Work gezeichnet.
Spricht man jedoch mit den Menschen, die tatsächlich tagtäglich im Unternehmen arbeiten, zeigt sich ein völlig anderes, trauriges Bild. Hinter den Kulissen regieren Frust, Resignation und das Gefühl, nur noch eine Nummer in einer rigiden Kontroll- und Sparmaschinerie zu sein. Die Kluft zwischen dem glänzenden Marketing nach außen und der von Misstrauen geprägten Realität im Inneren war vermutlich noch nie so groß wie heute. Schein und Sein driften hier komplett auseinander.

Work-Life-Balance

Auf dem Papier sind die Voraussetzungen eigentlich gut: Es gibt Gleitzeit und die Möglichkeit, im Homeoffice zu arbeiten, was die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben sehr erleichtern könnte und positiv hervorzuheben ist.
Leider wird dieser Vorteil in der Praxis durch die minutiöse Kontrolle der 40 %-Präsenzpflicht völlig entwertet. Anstatt den Mitarbeitern das Vertrauen und die nötige Flexibilität für eigenverantwortliches Arbeiten zu schenken, herrscht ein starrer Kontrollwahn. Für introvertierte Menschen, die im Homeoffice wesentlich konzentrierter und gesünder arbeiten könnten, wird diese erzwungene Büropräsenz in überfüllten Räumen zu einer enormen mentalen Belastung. Die theoretische Flexibilität wird so durch die Realität der Überwachung zunichte gemacht.

Karriere/Weiterbildung

Teilweise - je nach Arbeitsbereich - bedingt gegeben.

Gehalt/Benefits

Für Einsteiger bietet das Unternehmen durchaus attraktive Einstiegskonditionen und eine gute finanzielle Basis. Das bittere Erwachen kommt jedoch mit den Dienstjahren: Für langjährige Mitarbeiter gibt es im Grunde kaum noch Perspektiven für eine spürbare Gehaltsentwicklung.
Harte Arbeit, außergewöhnlicher Einsatz und jahrzehntelange Loyalität werden finanziell überhaupt nicht honoriert. Da Gehaltsanpassungen über die Jahre hinweg nicht ansatzweise mit der Inflation Schritt halten, muss man nach jahrzehntelanger Betriebszugehörigkeit ehrlicherweise von einem Reallohnverlust sprechen.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Meines Wissens nach in Ordnung

Kollegenzusammenhalt

Hier muss man ganz klar differenzieren. Es gibt bei uns im Team einige sehr liebe, loyale Kolleginnen, die fachlich wie menschlich eine Bereicherung sind und die im Grunde der einzige Grund sind, warum ich überhaupt noch im Unternehmen bin.
Leider hat sich die Gesamtdynamik im Team durch die Veränderungen der letzten Zeit massiv verschlechtert. Durch den hohen Druck von oben und unklare Rollenverteilungen ist ein ungesunder Konkurrenzkampf entstanden. Einzelne Kollegen nutzen die Situation, um sich aufzuspielen, sich über andere zu erheben und diese zu maßregeln. Das vergiftet die ehemals gute Stimmung.

Umgang mit älteren Kollegen

Langjährige Erfahrung und Loyalität scheinen im Zuge der Transformation keinen Wert mehr zu haben. Ältere Kollegen werden bei der Einführung neuer, komplexer Systeme und technischer Neuerungen vom Arbeitgeber im Grunde komplett allein gelassen. Es fehlen gezielte, verständnisvolle Schulungen und die nötige Zeit, um sich in die neuen Prozesse einzuarbeiten.
Dass ältere Mitarbeiter hier nicht völlig den Anschluss verlieren, liegt einzig und allein an der Solidarität im Kollegenkreis: Nur weil direkte Kollegen helfend einspringen und sich gegenseitig unterstützen, fängt das Team das System auf. Vom Management oder den Vorgesetzten gibt es hierfür keinerlei nennenswerte Unterstützung oder Geduld. Wer nicht sofort reibungslos funktioniert, wird abgehängt.

Vorgesetztenverhalten

Nach außen hin und in Gesprächen wird oft eine Fassade von Verständnis und "Nettigkeit" gewahrt. Dahinter verbirgt sich jedoch ein Führungsstil, dem es an echter Wertschätzung und Rückgrat fehlt.
Anstatt erfahrene, loyale Mitarbeiter zu schützen und zu fördern, wird im Hintergrund intransparent agiert und über Köpfe hinweg entschieden. Besonders fatal ist, dass laute Selbstdarsteller und Kollegen, die sich über andere erheben, gewähren gelassen oder sogar bestärkt werden, während leise Leistungsträger mit ihrer Erschöpfung völlig allein gelassen werden. Ein moderner, empathischer Führungsstil sieht anders aus.

Arbeitsbedingungen

Für konzentriertes Arbeiten sind die Bedingungen eine absolute Katastrophe. Es gibt keine festen Arbeitsplätze mehr; stattdessen muss man sich jeden Tag mühsam vorab einen Platz buchen. Gearbeitet wird dann in vollbesetzten 8er-Büros. Für Menschen, die tiefe Konzentration für ihre Aufgaben benötigen, ist diese permanente Unruhe und Reizüberflutung denkbar ungünstig.
Erschwerend kommt hinzu, dass es im Sommer keine Klimaanlage gibt. Bei steigenden Temperaturen heizen sich die ohnehin vollbesetzten Räume extrem auf. Unter diesen Bedingungen – stickige, heiße Luft gepaart mit dem Lärmpegel von acht Personen auf engstem Raum – ist produktives, gesundes Arbeiten schlichtweg unmöglich.

Kommunikation

Es wird unheimlich viel geredet, aber im Kern eigentlich nichts gesagt. Die interne Kommunikation besteht größtenteils aus wohlklingenden Worthülsen, modernen Phrasen und viel „Kultur-Blabla“, hinter dem sich jedoch keine echte Substanz verbirgt.
Während man mit schönen Worten bespielt wird, werden die wirklich wichtigen, tiefgreifenden Entscheidungen – wie der Entzug von Fachgebieten oder strukturelle Änderungen – intransparent im Hintergrund getroffen. Betroffene Mitarbeiter erfahren davon oft erst über Dritte oder vor vollendeten Tatsachen. Ein echter, ehrlicher Austausch auf Augenhöhe findet trotz der vielen Worte nicht statt. Man fühlt sich schlichtweg uninformiert und übergangen.

Gleichberechtigung

Meines Wissens nach gegeben.

Interessante Aufgaben

Früher war das Aufgabengebiet abwechslungsreich, fordernd und bot die Möglichkeit, tiefes Fachwissen sinnvoll einzubringen. Durch schlecht begleitete Restrukturierungen und die Einführung neuer Systeme im Zuge von „Lean“-Prozessen wurde das anspruchsvolle Fachgebiet jedoch massiv dezimiert.
Übrig geblieben sind stupide, repetitive Routineaufgaben, die im Wesentlichen aus dem stumpfen Vergleichen von Zahlen und einfachen Systemklicks bestehen. Wertvolles, über Jahrzehnte aufgebautes Fachwissen wird ignoriert und wegrationalisiert, anstatt es gewinnbringend einzusetzen. Anstelle von sinnstiftender Arbeit herrscht eine extreme Unterforderung, die auf Dauer mental zermürbend ist. Fachliche Tiefe ist schlicht nicht mehr erwünscht.

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Arbeitgeber-Kommentar

Carolin Bauer, Referentin Personalmarketing
Carolin BauerReferentin Personalmarketing

Liebe Kollegin, lieber Kollege,

vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben, Ihre Erfahrungen so ausführlich und offen mit uns zu schildern. Ich weiß es zu schätzen, dass Sie neben Ihrer Kritik auch positive Aspekte wie Homeoffice, Gleitzeit und den Zuschuss zum Firmenticket erwähnen. Ihr Feedback habe ich gerne an die zuständigen Ansprechpersonen weitergegeben.

Auf die Themen Kommunikation und Anwesenheitsquote möchte ich gerne kurz eingehen.
Gerade in einer Phase der Transformation ist eine transparente Kommunikation besonders wichtig. Deshalb investieren wir viel in den Austausch mit unseren Mitarbeitenden. Dass sich in unserem aktuellen Puls-Check über 87 % der Kolleginnen und Kollegen gut informiert fühlen – sechs Prozentpunkte mehr als noch im Januar – zeigt, dass unsere Maßnahmen bei vielen ankommen. Gleichzeitig zeigt Ihr Feedback, dass wir dieses Ziel noch nicht bei allen Mitarbeitenden gleichermaßen erreichen. Daran arbeiten wir kontinuierlich weiter.

Auch die Umsetzung unserer Betriebsvereinbarung „Future Work“ mit einer Anwesenheitsquote von 40 % pro Monat beschäftigt viele Kolleginnen und Kollegen. Mir ist wichtig zu betonen, dass es dabei nicht um Kontrolle geht. Vielmehr sind wir überzeugt, dass persönlicher Austausch, Zusammenarbeit und Teamzusammenhalt – insbesondere in einer Zeit großer Veränderungen und Transformation – wichtige Erfolgsfaktoren sind. Deshalb legen wir Wert auf eine faire und transparente Umsetzung der bestehenden Vereinbarung – mit Augenmaß und im Dialog.
Auch Ihre weiteren Hinweise, beispielsweise zu Arbeitsbedingungen und der Begleitung von Veränderungen, habe ich an die zuständigen Stellen weitergegeben. Vielen Dank, dass Sie Ihre Sichtweise mit uns geteilt haben. Wenn Sie Ihre Erfahrungen und Anregungen persönlich noch mit mir teilen möchten, freue ich mich über einen direkten Austausch via Teams oder per E-Mail (carolin.bauer@nuernberger.de).

Für Ihren weiteren Weg bei der NÜRNBERGER wünsche ich Ihnen alles Gute.

Beste Grüße,
Caro Bauer

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