Leider wenig Abwechslung in der Ausbildung...
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die Möglichkeit, erste praktische Erfahrungen am Empfang zu sammeln, hat mir geholfen, meine Kommunikationsfähigkeiten weiterzuentwickeln. Auch der Kontakt zu Kunden und Kollegen per E-Mail und Telefon und die Verantwortung für Empfangsaufgaben waren eine wertvolle Lernerfahrung.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die fehlende Flexibilität und Abwechslung während der Ausbildung hat mich oft frustriert. Auch die Tatsache, dass ich lange Zeit alleine am Empfang tätig war und in dieser Zeit nicht viele Aufgaben hatte, hat mir im Nachhinein gezeigt, dass die Verantwortung und Belastung für eine Auszubildende zu hoch war.
Verbesserungsvorschläge
- Mehr Abwechslung in der Ausbildung bieten und nicht nur die Groß- und Außenhandelsazubis in verschiedene Abteilungen einbinden.
- Respektvolle Kommunikation fördern und Azubis auf Augenhöhe begegnen.
- Schulungen zur Verbesserung der internen Kommunikation einführen.
- Bei personellen Engpässen sicherstellen, dass Auszubildende nicht über längere Zeiträume allein die Verantwortung tragen müssen.
Arbeitszeiten
Die Arbeitszeiten am Empfang waren fest geregelt und lagen für mich durchgehend bei 8:00 bis 17:00 Uhr. Diese starre Vorgabe ließ wenig Spielraum für eine flexible Freizeitplanung. Während die meisten anderen Kolleg:innen im Unternehmen Gleitzeit hatten und somit ihre Arbeitszeiten flexibel gestalten konnten, war dies am Empfang nicht möglich.
Ein konkretes Beispiel dafür war, als ich an einem Freitag aufgrund eines Bahnstreiks darum bat, circa 5 Minuten früher gehen zu dürfen, um die letzte Verbindung sicher zu erreichen. Dies wurde jedoch nur sehr ungerne und mit einem seufzen genehmight, mit der Begründung, dass die Besetzung des Empfangs eigentlich zu wichtig sei.
Natürlich verstehe ich die Notwendigkeit, den Empfang kontinuierlich zu besetzen, jedoch empfand ich diese Entscheidung als wenig nachvollziehbar. Gerade freitagnachmittags war es häufig ruhiger, da viele Kolleg:innen bereits früher gemeinsam Feierabend machten oder im Mobile Office arbeiteten. In dieser Situation hätte ich mir mehr Verständnis für die besonderen Umstände gewünscht.
Spaßfaktor
Mittlerweile gibt es ein Party-Komitee, welches sich dafür engagiert den Feierabend für alle schön zu gestalten. Es werden Sommerfeste und Jubiläen organisiert und sich viel Mühe gegeben.
Aufgaben/Tätigkeiten
Die Aufgaben in meiner Ausbildung waren hauptsächlich auf den Empfang beschränkt. Zu meinen Tätigkeiten gehörten die Begrüßung von Gästen, Telefonannahme, Postbearbeitung sowie die Organisation und Instandhaltung der Meetingräume. Ich hatte allerdings teilweise auch eigene Projekte wie dem Organisieren eines Firmenjubiläums. Ich hatte viele kleine "eigene" Aufgaben, welche das Grundrauschen des Empfangs unterstützen sollten.
Leider hatte ich nicht die Möglichkeit, weitere Abteilungen kennenzulernen oder meine Kenntnisse in anderen Bereichen auszubauen.
Variation
Die Variation in meinen Aufgaben war leider sehr gering. Über den gesamten Zeitraum von 18 Monaten war ich fast ausschließlich im Empfang tätig. Der Wunsch nach Abteilungswechseln oder neuen Aufgabenbereichen wurde nicht berücksichtigt, wodurch die Ausbildung sehr eintönig war.
Respekt
Ich hatte das Gefühl, dass die Azubis im Unternehmen nicht immer mit Respekt behandelt wurden. Oft wurden uns Anweisungen mit lauter Stimme erteilt, die uns deutlich machten, dass wir strenge Regeln zu befolgen hatten (z.B. unbedingt 15 Minuten zwischen Terminen einplanen). Gleichzeitig hielten sich andere Mitarbeitende und Führungskräfte selbst nicht an diese Vorgaben. Zudem fehlte das Vertrauen in unsere Fähigkeit, unsere Termine eigenständig zu planen.
Auch die Kommunikation zwischen Auszubildenden, festangestellten Mitarbeitenden und Führungskräften lief nicht immer reibungslos. Arbeitsanweisungen und deren Begründungen wurden häufig unklar oder widersprüchlich übermittelt.

