Gut am Arbeitgeber finde ich
Ich war in der Abteilung der erste Praktikant. Dennoch habe ich mich sehr gut aufgehoben gefühlt. Von den Kollegen, auch aus anderen Abteilungen wurde ich stets mit Respekt behandelt. Wenn ich allgemeine Fragen hatte (was sind die Aufgaben des Kollegen, was genau macht er/sie) nahmen sie sich Zeit für mich.
Auch wurde ich immer wieder gefragt, ob alles in Ordnung sei, hatte Möglichkeiten für eine Zwischenbewertung etc. Von der Vorgesetzten und der Personalabteilung wurde von Anfang an signalisiert, dass ich mich bei Problemen jederzeit melden kann.
Ich habe mich in den insgesamt neun Wochen hier sehr wohl gefühlt und kann jedem Studenten (gerade aus der Rechtswissenschaft) den Betrieb für ein Praktikum empfehlen. Die Aufgaben sind vielfältig, das theoretische Wissen aus dem Studium kann direkt angewandt und auch vertieft werden.
Zudem wird man hier in der Abteilung Recht mit den verschiedensten Bereichen des Rechts konfrontiert und lernt ständig dazu.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Einziger Kritikpunkt: Freitagnachmittag ist spätestens ab 14 Uhr das Haus leer - als Praktikant, als letzter Mitarbeiter im ganzen Haus, mit einer knapp 40 Stunden Woche fühlt man sich dann doch etwas...komisch.
Verbesserungsvorschläge
Nur bezüglich Studenten/Praktikanten: Schon im Vorfeld sollten die Kollegen sich etwas mehr absprechen, welche Aufgaben/Tätigkeiten der Praktikant erfüllen und wie er eingebunden werden soll. Aber: Ich war auch der erste Praktikant in der Abteilung, zumindest in den letzten 15 Jahren.
Arbeitsatmosphäre
Angenehmes Arbeitsklima, es hat viel Spaß gemacht, hier zu arbeiten. Die Tatsache, dass man in keinem Einzelbüro sitzt, trägt viel zur Arbeitsatmosphäre bei. Man fühlt sich nicht allein (außer Freitagnachmittag, siehe unten).
Image
Als Praktikant schwer zu bewerten. Aber es scheint wohl, dass die Mitarbeiter mit dem Betrieb und ihrem eigenen Beruf zufrieden sind.
Work-Life-Balance
Man merkt doch stark den Unterschied zwischen Studium und Arbeitswelt: Wenn man sich ausstempelt und der Feierabend beginnt, hat man auch wirklich Feierabend. Man muss nichts mit nach Hause nehmen, weder Akten noch Gedanken.
Die Arbeitszeiten sind mit 7,8 im Durchschnitt - da ich mich noch im Studium befinde, habe ich hier nur wenig Vergleichsmöglichkeiten.
Man ist hinsichtlich der Zeiten auch von den Kollegen unabhängig - allein Freitags stört es zuweilen, ab 12/13 Uhr zum Teil allein im Büro zu sitzen.
Auf meine Wünsche hinsichtlich vorzeitigem Feierabend (etwa wegen einem Arzttermin) und Urlaub wurde immer Rücksicht genommen, auch wenn es mal sehr kurzfristig ausfiel.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Als Praktikant schwer zu bewerten, doch es scheint wohl so. So ermutigt der Betrieb die Mitarbeiter etwa zum Fahrradfahren (Leasing über den Betrieb zu verbesserten Konditionen).
Karriere/Weiterbildung
Als Praktikant schwer zu bewerten, doch Weiterbildungen, Seminar und Co scheinen oft angeboten und sehr gut gefördert zu werden. Auch ein Aufstieg scheint durchaus möglich zu sein.
Kollegenzusammenhalt
Grundsätzlich halten die Kollegen alle zusammen. Man hilft sich. Wenn man Fragen hat, kann man sich oft an die anderen wenden. Allein, manche lästern gerne über die anderen, aber das gibt es wohl in jedem Betrieb. Grundsätzlich funktioniert die Abteilung, aber die Mitarbeiter halten auch über die Abteilungen, Sachbereiche und einzelne Hierarchieebenen zusammen.
Vorgesetztenverhalten
Was auffällt, über die Abteilungen hinweg: Die Vorgesetzten wahren eine gewisse, angemessene Distanz zu den Mitarbeitern, bleiben aber trotzdem nah und kollegial. Die Distanz ist nicht zu groß, Gespräche wirken mehr auf Augenhöhe, als von oben herab.
Arbeitsbedingungen
Super Ausstattung - aufgeräumtes, geräumiges Büro. Von allen Computern flexibler Zugang zum eigenen Account. Großer Schreibtisch, zwei Bildschirme. Dazu ein geräumiger Schrank, bequeme Stühle und die Möglichkeit, die Höhe der Tische zu verändern - gerade nach vielen Stunden Sitzen tut es mal ganz gut, im Stehen arbeiten zu können. Helle Büros, große Fenster.
Kommunikation
Als Praktikant wurde ich in sämtliche Besprechungen und Termine miteinbezogen, natürlich nur, wenn ich wollte. Fragen über Arbeitsabläufe, die Abteilung im Allgemeinen, den Betrieb usw. wurden immer schnell und ausführlich beantwortet. Wenn ich für eine Aufgabe Rückfragen an Mitarbeiter anderer Abteilungen hatte, bekam ich schnell eine ausführliche Antwort.
Gehalt/Benefits
Schwer, als Praktikant zu bewerten. Aber das Praktikum wurde gut bezahlt, von meinen Kommilitonen kenne ich eigentlich andere Geschichten.
Gleichberechtigung
Soweit ich dies in meinem 9-wöchigen Praktikum einschätzen kann, ist dies hier gut geregelt (in der Abteilung Recht gibt es insgesamt 8 Mitarbeiter, davon 7 Frauen und 1 Mann, 2 der Mitarbeiter mit kleinen Kindern).
Interessante Aufgaben
Als Praktikant hatte ich keinen direkten Aufgabenbereich, ich konnte lediglich die Aufgaben bearbeiten, die mir von den anderen Mitarbeitern zugewiesen wurden. Vielleicht hätte man dies etwas anders gestalten können, denn hatten die Mitarbeiter nichts Taugliches, saß ich zuweilen ohne Aufgabe da.
Dennoch gab es von allen vier Ansprechpartnern die verschiedensten Aufgaben, sodass ich im Grunde alles mindestens einmal machen konnte.
Auch konnte ich jederzeit bestimmen, ob ich eine Aufgabe machen wollte. Traute ich mir etwas (noch) nicht zu, so war dies kein Problem. Zudem konnte ich jederzeit die Kollegen fragen, ob sie eine Aufgabe aus einem bestimmten Bereich für mich haben.
Die Aufgaben waren sehr abwechslungsreich und interessant, nur für die zwischenzeitlich großen Pausen, gerade gegen Ende, gibt es einen Stern Abzug.