Gut am Arbeitgeber finde ich
Das fällt mir langsam schwer. Vielleicht die an sich schönen Sitzmöglichkeiten im Büro und viele Pflanzen auf eine der Brücken? Am Arbeitgeber an sich aktuell leider nichts.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die Rückkehr zur 60%-Office-Pflicht ist ein weiterer Schritt in die falsche Richtung. Statt Mitarbeitenden Vertrauen entgegenzubringen und Ergebnisse in den Mittelpunkt zu stellen, wird Anwesenheit zunehmend als Maßstab für Leistung und Engagement betrachtet.
Eine solche Vorgabe wirkt wenig zeitgemäß und vermittelt vor allem eines: mangelndes Vertrauen in die eigenen Mitarbeitenden. Oder wollte man durch die Erhöhung der Office Quote ggfs. noch mehr Mitarbeitende motivieren, zu gehen? Eine weitere Art, Kosten zu sparen.
Gerade in einem global aufgestellten Unternehmen, in dem ohnehin regelmäßig (online!) Meetings, auch außerhalb regulärer Arbeitszeiten stattfinden, sollte Flexibilität selbstverständlich sein.
Anstatt individuelle Bedürfnisse, persönliche Lebenssituationen und die tatsächliche Art der Tätigkeit zu berücksichtigen, wird eine pauschale Quote durchgesetzt, die durch HR natürlich penibel nachvollzogen wird.
Insgesamt fühlt sich das Arbeitsumfeld mittlerweile einfach nur noch toxisch an. Die Kombination aus mangelnder Wertschätzung, fehlendem Vertrauen, schlechter Führung, permanenter Unsicherheit und immer schlechter werdenden Arbeitsbedingungen sorgt dafür, dass die Motivation und Identifikation mit dem Unternehmen zunehmend verloren gehen. Statt gerne zur Arbeit zu kommen, verbindet man den Arbeitsalltag immer häufiger mit Frustration, Anspannung und Enttäuschung. Das ist besonders schade angesichts der vielen engagierten und kompetenten Menschen, die dort arbeiten und eigentlich etwas bewegen möchten.
Und in einer Zeit, in der Mitarbeitende durch Restrukturierungen und Stellenabbau ohnehin verunsichert sind, wäre mehr Vertrauen und Eigenverantwortung das richtige Signal gewesen, nicht zusätzliche Kontrolle durch Anwesenheitsquoten. Sehr schade!
Verbesserungsvorschläge
Ein grundlegendes Umdenken auf Managementebene ist notwendig. Ich glaube tatsächlich aber, dass es dafür bereits zu spät ist und das Unternehmen dem Untergang geweiht ist. Jede Person, die im Unternehmen ist, kann dies glaube ich nachvollziehen.
- Führungskräfte sollten nach tatsächlicher Führungskompetenz, Empathie und Verantwortungsbewusstsein ausgewählt und beurteilt werden. Falls diese als Führungskraft nicht geeignet sind, muss hier ein Austausch in Betracht gezogen werden.
- Langjährige Mitarbeitende dürfen nicht wie austauschbare Ressourcen behandelt werden.
- Restrukturierungen müssen transparent, nachvollziehbar und menschlich umgesetzt werden.
- Globale Zusammenarbeit darf nicht auf Kosten der Gesundheit und des Privatlebens stattfinden.
-Mitarbeitende mit Ideen und Veränderungswillen müssen gefördert und nicht durch festgefahrene Hierarchien ausgebremst werden.
- Die Unternehmenswerte müssen endlich im täglichen Führungsverhalten sichtbar werden.
Arbeitsatmosphäre
Ich kenne wirklich keine Person bei Olympus, die das Unternehmen aktuell noch empfehlen würde. Die Arbeitsatmosphäre ist zunehmend von Unsicherheit, Frustration und fehlendem Vertrauen geprägt. Der fortlaufende Stellenabbau (wird auch nicht immer transparent kommuniziert(!)) und die wiederkehrenden Restrukturierungen hinterlassen deutliche Spuren in der Belegschaft. Anstatt ein Umfeld zu schaffen, in dem Mitarbeitende motiviert arbeiten und sich entwickeln können, entsteht immer mehr das Gefühl, jederzeit austauschbar zu sein.
Besonders enttäuschend ist der Umgang mit langjährigen Mitarbeitenden. Kolleginnen und Kollegen, die teilweise mehr als 20 Jahre für das Unternehmen gearbeitet, ihr Wissen eingebracht und ihre Loyalität unter Beweis gestellt haben, wurden im Zuge von Restrukturierungen gegangen. Wenn anschließend dieselben oder sehr ähnliche Positionen wieder ausgeschrieben und neu besetzt werden, hinterlässt das einen besonders bitteren Eindruck. Wertschätzung und Loyalität scheinen in solchen Situationen keine Rolle mehr zu spielen.
Image
Olympus kommuniziert Werte wie Empathie und Integrität. Auf Präsentationen, in Unternehmensbotschaften und bei internen Veranstaltungen klingen diese Werte hervorragend.
Die entscheidende Frage ist jedoch: Was sind diese Werte wert, wenn sie im täglichen Umgang mit den eigenen Mitarbeitenden nicht gelebt werden?
Empathie zeigt sich nicht in einer Präsentation, sondern darin, wie man mit Menschen umgeht, insbesondere dann, wenn schwierige Entscheidungen getroffen werden müssen. Wer langjährige Mitarbeitende nach Jahrzehnten der Betriebszugehörigkeit freisetzt, engagierte Mitarbeitende ausbremst und eine Unternehmenskultur der Unsicherheit entstehen lässt, sollte sich ernsthaft fragen, wie glaubwürdig die eigenen Unternehmenswerte noch sind.
Work-Life-Balance
Die globalen Arbeitsstrukturen sind schlicht nicht mit einem gesunden Arbeitsleben vereinbar. Internationale Zusammenarbeit darf nicht bedeuten, dass Mitarbeitende, egal wo auf der Welt, regelmäßig ihre privaten und familiären Verpflichtungen den Zeitzonen anderer Regionen unterordnen müssen.
Frühe Morgenstunden, späte Abendtermine und teilweise völlig unzumutbare Meetingzeiten werden als Bestandteil der globalen Zusammenarbeit hingenommen. Die Erwartung ständiger Verfügbarkeit scheint wichtiger zu sein als die tatsächliche Work-Life-Balance der Mitarbeitenden. In meinem Bereich wird regelmäßig gegen das Arbeitszeitschutzgesetz verstoßen, weil es genauso erwartet wird.
Karriere/Weiterbildung
Entwicklungsmöglichkeiten sind aus meiner Sicht kaum vorhanden. Es fehlt an einer erkennbaren Perspektive für engagierte Mitarbeitende, die Verantwortung übernehmen, sich weiterentwickeln und tatsächlich etwas bewegen möchten.
Initiative wird nicht konsequent gefördert und interne Entwicklungsmöglichkeiten wirken begrenzt. Statt Talente zu erkennen, zu fördern und langfristig zu binden, scheint man sich immer stärker auf kurzfristige Organisations- und Kostenentscheidungen zu konzentrieren.
Besonders frustrierend ist, wenn Mitarbeitende mit Ideen und Veränderungswillen auf Führungskräfte treffen, die seit über 20 Jahren in ihren Positionen verharren und neue Ansätze eher blockieren als unterstützen.
Kollegenzusammenhalt
Die Kolleginnen und Kollegen sind häufig der einzige Grund, warum man überhaupt noch gerne zur Arbeit kommt. Viele engagierte Menschen versuchen trotz der schwierigen Rahmenbedingungen, gute Arbeit zu leisten und sich gegenseitig zu unterstützen.
Allerdings wird auch dieser Zusammenhalt durch ein toxisches Arbeitsumfeld und die fehlende Unterstützung von oben zunehmend belastet.
Vorgesetztenverhalten
Einer der größten Schwachpunkte des Unternehmens. Es fehlt aus meiner Sicht an echter Führungskompetenz, Empathie, Verantwortungsbewusstsein und der Fähigkeit, Mitarbeitende ernst zu nehmen.
Statt Menschen zu fördern, werden Entscheidungen nur noch top-down getroffen. Führungskräfte, die seit Jahrzehnten im Unternehmen sind, scheinen teilweise mehr daran interessiert zu sein, bestehende Strukturen und ihre eigene Position zu verteidigen, als notwendige Veränderungen zuzulassen. Es geht extrem politisch zu.
Mitarbeitende, die etwas bewegen, Prozesse verbessern oder neue Ideen einbringen möchten, werden nicht ausreichend unterstützt, sondern teilweise durch genau diese Führungskräfte ausgebremst. Leistung und Engagement scheinen weniger zu zählen als Hierarchie, persönliche Netzwerke und die Fähigkeit, sich innerhalb bestehender Machtstrukturen zu behaupten.
Es entsteht der Eindruck, dass nicht unbedingt die richtigen Menschen in Führungspositionen sitzen. Gute Führung bedeutet Verantwortung, Entwicklung, Vertrauen und Menschlichkeit. Genau das vermisse ich hier.
Arbeitsbedingungen
Die räumlichen Arbeitsbedingungen sind unzureichend. Es gibt ausschließlich Großraumbüros, in denen konzentriertes Arbeiten aufgrund des permanenten Geräuschpegels und der fehlenden Privatsphäre kaum möglich ist. Rückzugsmöglichkeiten für vertrauliche Gespräche oder Aufgaben, die ein hohes Maß an Konzentration erfordern, sind kaum vorhanden.
Besonders widersprüchlich ist die Nutzung der vorhandenen Meetingräume: Räume, die eigentlich für Einzelarbeit oder Teamarbeit vorgesehen sind, werden teilweise von Personen in höheren Managementpositionen als eigene Räume durchgehend geblockt. Damit werden genau die Räumlichkeiten eingeschränkt, die uns zur Verfügung stehen sollten - damit man überhaupt mal in Ruhe arbeiten kann. Auch hier entsteht der Eindruck, dass für das Management andere Regeln gelten als für die übrige Belegschaft.
Hinzu kommt der Zustand der Büroflächen. Schreibtische und insbesondere die Sanitäranlagen werden aus meiner Sicht nicht ausreichend gereinigt und gepflegt. Das ist weder ein angenehmes noch ein hygienisches Arbeitsumfeld. Ich bin gespannt, wie das wird, wenn die Belegschaft noch öfter ins Büro kommen soll - um dann in Online Meetings zu sitzen.
Kommunikation
Intransparent, unzureichend und häufig wenig wertschätzend. Gerade in Zeiten von Stellenabbau und Restrukturierungen wäre eine offene, ehrliche und rechtzeitige Kommunikation entscheidend. Stattdessen bleiben viele Fragen unbeantwortet, während Mitarbeitende mit Unsicherheit und Gerüchten allein gelassen werden.
Die Kommunikation vermittelt häufig den Eindruck, dass Entscheidungen längst getroffen wurden und die Mitarbeitenden lediglich noch darüber informiert werden. Das Top Management trifft Entscheidungen, die nur noch top-down umgesetzt werden, ohne Expertinnen und Experten aus dem eigenen Unternehmen einzubeziehen.