Die führende Agentur - im Eigenmarketing
Gut am Arbeitgeber finde ich
... dass ich inzwischen nicht mehr dort arbeiten muss.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Leider fast alles.
Verbesserungsvorschläge
Es würde der Agentur guttun, stärker an die Mitarbeitenden zu denken, sowohl was Arbeitsbedingungen als auch was echte Entwicklungsmöglichkeiten betrifft.
Ich habe diese Bewertung veröffentlicht, weil ich möchte, dass sich potenzielle Bewerber:innen ein möglichst realistisches Bild von den Arbeitsbedingungen machen können. Die öffentliche Außendarstellung und die tatsächlichen Strukturen weichen nach meiner Erfahrung deutlich voneinander ab. Damit andere Menschen eine informierte Entscheidung treffen können, halte ich es für wichtig, meine Perspektive offen zu teilen.
Arbeitsatmosphäre
Atmosphäre? Eher ein permanenter Alarmzustand. Menschen werden wie Nummern behandelt, Wertschätzung ist Glückssache. Karriere macht hier nicht, wer gute Arbeit leistet, sondern wer laut genug auftritt.
Image
Nach außen inszeniert sich OMD als führende, kreative Agentur. In der Realität sind die Projekte jedoch halbherzig, wenig originell und häufig "irgendwie schon mal von irgendwo bekannt". Während nach außen ein glänzendes Bild vermittelt wird, herrscht intern viel Unzufriedenheit und Unruhe.
Work-Life-Balance
Man ist hier die eierlegende Wollmilchsau. Aufgrund mangelnder Projektplanung müssen Mitarbeitende oft selbst Regie übernehmen und gleichzeitig auf mehreren Baustellen arbeiten. Überstunden sind die Regel und werden als selbstverständlich angesehen. Immer und zu jeder Zeit. Geplante Privattermine lassen sich oft nicht einhalten, weil „der Kunde sofort die Assets braucht“. Freizeitveranstaltungen werden günstig außerhalb der Arbeitszeit gelegt. Eine echte Balance gibt es hier schlicht nicht. Wenn die Chefetage damit prahlt, dass dort alle schon geschieden sind - dann weiß man, dass Work-Life-Balance hier wohl kein Thema ist.
Karriere/Weiterbildung
Weiterbildungsmöglichkeiten sind sehr begrenzt. Abgesehen von Pflichtkursen zur Arbeitssicherheit wird kaum etwas angeboten. Fraglich, ob es für die persönliche Entwicklung relevant ist. Eigeninitiative ist Pflicht, echte Förderung die Ausnahme.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt ist sehr niedrig und liegt deutlich unter dem Branchendurchschnitt. Boni gibt es nicht (ist sogar im Vertrag festgelegt), dafür werden aber hohe Erwartungen an die Mitarbeitenden gestellt. Insgesamt steht die Bezahlung in keinem Verhältnis zu den Anforderungen und Bedingungen.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Nachhaltigkeit wird gern groß auf die Fahnen geschrieben. In der Realität bleibt davon wenig übrig. Zwei Präsenztage pro Woche sind Pflicht, auch wenn sie weder organisatorisch noch ökologisch Sinn ergeben. Der Zuschuss zum Deutschlandticket ist so gering, dass man ihn kaum ernst nehmen kann. Zwar wird die Bahn als umweltfreundliche Alternative beworben, doch die Realität sieht anders aus: verspätete Züge, ausfallende Meetings und Kolleg:innen, die im Funkloch hängen, weil das Zug-WLAN wieder nicht funktioniert. Umweltbewusstsein klingt hier eher nach Marketingfloskel als nach gelebter Praxis.
Kollegenzusammenhalt
Die meisten Kolleg:innen sind an sich ok, auch wenn's starke Ellenbogenmentalität herrscht. "Teamspirit ist bei uns mehr als ein Wort" - laut Stellenanzeige. In der Realität blieb es allerdings genau das: ein Wort. "Auch in stressigen Phasen bleibt immer Zeit für einen Joke" hieß es weiterhin. Der lang ersehnte Joke ist in der Dauerstressphase leider ausgeblieben.
Vorgesetztenverhalten
Es herrscht ein deutlicher Mangel an Führungskompetenz und das wird gespürt: bei Team-Meetings, bei Projektbesprechungen, bei 1:1 Calls mit anderen Mitarbeitenden... Aufgaben und Verantwortung werden auf Mitarbeitende abgewälzt. Die Führungskräfte sind fachlich wie menschlich ungeeignet, Kritik wird nicht als konstruktiv verstanden, sondern sanktioniert. Respekt, Wertschätzung und Motivation fehlen. Es kommt vor, dass Vorgesetzte über WhatsApp auf dem Privathandy Kontakt aufnehmen oder private Angelegenheiten von einzelnen Mitarbeitenden in Team-Meetings vor allen ansprechen - fehlende Professionalität und mangelnder Datenschutz sind hier leider keine Seltenheit.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsumgebung ist schlecht: schmutzige Büros und Equipment, veraltete und nicht funktionierende IT-Infrastruktur und kaum effizienter Support. Als „Willkommensgeschenk“ erwartete mich ein stark verdreckter Schreibtisch mit ein paar halb ausgetrunkenen Pfandflaschen - ein gelungener erster Eindruck. Im Sommer herrschen Temperaturen bis zu 32 Grad im Büro, eine Klimaanlage gibt es nicht. Zudem sollte ich Firmen-Apps auf meinem Privathandy installieren, obwohl das laut interner Richtlinien ausdrücklich untersagt ist. Ein Diensthandy bekam ich erst nach mehrmaligem Nachhaken. Arbeitsbedingungen für einen Laden dieser Größe: schlicht unterirdisch.
Kommunikation
Statt kurzer, transparenter Kommunikation gibt es unnötig viele, langatmige Meetings ohne klare Ergebnisse. Laut Stellenausschreibung kommt der Laden "ohne starre Hierarchien aus". In Wirklichkeit dauert es Tage, sogar Wochen bis irgendein Arbeitsprozess freigegeben oder genehmigt wird. Und wie oben beschrieben: Es werden auch von Vorgesetzten private Angelegenheiten von einzelnen Mitarbeitenden ohne Rücksprache vor allen bei Meetings ohne Einverständnis geteilt. Das geht gar nicht! Und man rennt den Nachweisen und Dokumenten immer hinterher.
Gleichberechtigung
Ältere Kolleg:innen habe ich kaum gesehen, Diversität spielt eine untergeordnete Rolle. Eine echte Gleichberechtigung ist nicht erkennbar.
Interessante Aufgaben
Nach außen werden große, spannende Projekte versprochen - in Wahrheit handelt es sich meist um monotone, einfallslose Aufgaben, die auch ein Praktikant erledigen könnte. Der kreative Anspruch bleibt dabei völlig auf der Strecke. Die "coolen" Themen sind anderen Agenturen/Zulieferern vorbehalten. Es gibt außerdem so gut wie keine Qualitätskontrolle, es werden daher oft Sachen geliefert, die man nicht mal als Arbeitsprobe herumzeigen möchte. Aufgrund des fehlenden Workflows wirken die Aufgaben oft chaotisch, träge, unnötig verkompliziert und am Thema vorbei.

