Tolles Unternehmen - mangelnde Entscheidungskultur bremst aber massiv.
What I like about the employer
Grundsätzlich wird allen Mitarbeitenden – unabhängig von formalen Bildungsabschlüssen – der Zugang zu Entwicklungsmöglichkeiten und Führungsaufgaben eröffnet. Ohne eine systematische Qualifizierung und entsprechende Befähigung kann dieser grundsätzlich positive Ansatz jedoch auch zu einem immanenten Nachteil werden.
What I dislike about the employer
Kritisch bewertet werden insbesondere die Entscheidungswege, die Art der Entscheidungsfindung sowie die geringe Entscheidungsgeschwindigkeit. .
Suggestions for improvement
Insbesondere seit dem Einstieg des Investors wird von aufmerksamen Beobachtenden wahrgenommen, dass Entscheidungen auf C-Level-Ebene primär durch externe Beratungen vorbereitet und anschließend kommuniziert werden. Dies zeigt sich unter anderem in der Körpersprache, der verwendeten Rhetorik sowie in einer stellenweise inkonsistenten Anwendung der definierten Unternehmenswerte.
Unabhängig davon wird das Unternehmen einer äußerst attraktiven Branche mit erheblichem Wachstumspotenzial zugeordnet. Dieses Potenzial kann jedoch nur dann vollumfänglich ausgeschöpft werden, wenn Entscheidungen deutlich schneller, stringenter und zielgerichteter getroffen werden. Aktuell entsteht bei zahlreichen Entscheidungsprozessen der Eindruck zyklischer Abstimmungen, wodurch Informationen frühzeitig informelle Kreise durchlaufen und zum Zeitpunkt der formalen Kommunikation bereits organisationsweit bekannt sind.
Als wesentlich wird erachtet, Führungspositionen konsequent nach fachlicher und persönlicher Eignung zu besetzen und interne Besetzungen nicht allein aus Gründen der Verfügbarkeit oder Zugehörigkeit vorzunehmen. Gleichzeitig erscheint eine kritische Überprüfung tradierter Muster sowie der Aufbau einer Führungskultur notwendig, die Verantwortung klar zuweist und konsequent auf messbare Ergebnisse ausgerichtet ist.
Working atmosphere
Die Arbeitsatmosphäre wird stark situativ geprägt und ist in hohem Maße von der jeweiligen Unternehmenslage abhängig. Grundsätzlich wird ein angenehmes Arbeitsumfeld wahrgenommen, das durch ein gemeinsames Ziel und eine klare Ergebnisorientierung gekennzeichnet ist.
Bei Zielabweichungen wird seitens langjährig etablierter Führungskräfte jedoch überwiegend auf intensives Mikromanagement zurückgegriffen. Dieses äußert sich unter anderem in täglichen Team- und Einzelmeetings, eng getakteten Telefonzeiten sowie einer stark kontrollierenden Steuerung des Arbeitsalltags.
Dieses Führungsverständnis wirkt insgesamt wenig zeitgemäß und entspricht nur eingeschränkt modernen Anforderungen an Vertrauen, Eigenverantwortung und Ergebnisorientierung.
Leadership behavior
Grundsätzlich wird davon ausgegangen, dass eine Bewertung stets nur auf den unmittelbar vorgesetzten Führungskräften basieren kann und keine pauschalen Rückschlüsse auf alle Führungsebenen zulässig sind.
Häufig sind Führungsverständnis, Mitarbeitergespräche, Arbeitsweisen sowie die eingesetzten Werkzeuge jedoch von überholten Ansätzen und tradierten Denkmustern geprägt.
Da ein Großteil der Führungskräfte Konfrontationen vermeidet, lässt sich der Arbeitsalltag bei sachlich fundiertem und professionell formuliertem Widerstand vergleichsweise eigenständig und flexibel gestalten.
Working conditions
Die Arbeitsbedingungen gestalten sich insgesamt sehr heterogen und reichen von älteren Bürogebäuden bis hin zu hochmodernen Gebäudekomplexen.
Die technische Ausstattung ist dabei überwiegend standortübergreifend einheitlich und wird als absolut ausreichend, teilweise sogar als überdurchschnittlich wahrgenommen.
Communication
Sowohl die etablierten Kommunikationswege als auch die zugrunde liegende Rhetorik werden als überholt wahrgenommen. Insbesondere im Zusammenhang mit der strategischen Ausrichtung fällt die Formulierung „Ich dachte, das sei klar kommuniziert“ überdurchschnittlich häufig, was auf strukturelle Defizite in der Klarheit und Verbindlichkeit der internen Kommunikation hindeutet.
Auf Ebene des mittleren Managements gelingt es vielfach nicht, Inhalte zielgerichtet, ergebnisorientiert und adressatengerecht zu vermitteln. In der Folge bleiben erzielte Ergebnisse nicht selten deutlich hinter den formulierten Erwartungen zurück.
Im weiteren Verlauf lässt sich innerhalb der Organisation relativ schnell ein implizites Verständnis dafür entwickeln, welche Themen tatsächlich substanziell aufgearbeitet werden und welche lediglich formell adressiert beziehungsweise „mitgenommen“ werden. Dies führt langfristig zu Intransparenz, Erwartungsdiskrepanzen und einem reduzierten Wirkungsgrad der internen Kommunikation.
Salary/Social benefits
Die Ausgestaltung ist durchgängig vom individuellen Verhandlungsgeschick abhängig.
Equality
Aufgrund zahlreicher persönlicher Verwurzelungen innerhalb der Organisation wird deutlich, dass bestimmte Gruppierungen signifikante Vorteile genießen. Fehlverhalten oder Abweichungen werden in diesen Konstellationen vergleichsweise schnell verziehen beziehungsweise nicht konsequent adressiert, was zu einer wahrgenommenen Ungleichbehandlung führt.
Interesting tasks
Sofern Führungsrollen so ausgeübt werden dürfen, wie sie interpretiert gehören, ist das Arbeitsumfeld als auch die Aufgaben die daraus resultieren im höchsten Maße spannend.

