Tolle Kolleg:innen, gutes Tool, stark ausbaufähige interne Organisation
Gut am Arbeitgeber finde ich
Sehr guter Kaffee. Tolle Kolleg:innen. Großzügige Zahlung auf die Kreditkarte und Mitarbeiterrabatte. Ein Tool, mit dem in den meisten SEO- und Content-Marketing-Bereichen gearbeitet werden kann.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Im monatlich ausgestellten Ressourcenplan wurden v.a. für interne Projekte und Aufgaben nur selten für die anfallenden Aufgaben adäquate Stunden verteilt.
Auch die größeren Kundenpakete versprechen eine große Zahl an zu erbringenden Leistungen, die einen hohen Arbeitsaufwand pro Monat bei knapp gestricktem Stundenbudget erfordern.
Extrem hohe Belastung durch eine, im Vergleich zu anderen Agenturerfahrungen, deutlich höhere Zahl an Kundenprojekten (inkl. Serienterminen) plus interne Aufgaben und zunehmenden internen Organisationsaufwand. Auch neue Kolleg:innen werden schnell in Kundenverantwortung gezogen.
Geringe Bereitschaft zur Weiterentwicklung und Annahme von Kritik. Diverse ehemalige Mitarbeitende haben mir gegenüber sehr ähnliche Erfahrungen beschrieben.
Ausbleibende Feedbackgespräche nach dem ersten Jahr.
Verbesserungsvorschläge
Es sollte unbedingt Wert darauf gelegt werden, den Druck und die Belastung auf die Mitarbeiter:innen dauerhaft zu reduzieren. Ansonsten wird die Fluktuation auch weiter hoch bleiben, weil die Arbeit ab einem bestimmten Punkt nur noch belastet und keinen Spaß mehr macht... und irgendwann fragen sich auch die Kundenseite, warum die Ansprechpartner:innen in schöner Regelmäßigkeit wechseln.
Nur so kann meiner Meinung nach sichergestellt werden, dass die versprochenen Leistungen in hoher Qualität – zu der die ehemaligen Kolleg:innen, die ich noch kenne auch fähig sein sollten – erbracht werden können.
Die schriftliche Kommunikation könnte freundlicher, empathischer und vor allem verständlicher sein. Auf einen iPad-Screenshot gekritzelte Hieroglyphen, deren Bedeutung teils nach Gefühl und Kontext interpretiert werden muss, sind keine adäquate Art des Feedbacks. Eine klarere und strukturiertere Kommunikation wäre aus meiner Sicht hilfreicher.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre fand ich annehmbar. An Tagen, an denen nur die Kolleg:innen im Büro sind, ist es meiner Beobachtung nach offener als an Tagen, an denen die Vorgesetzten mit dabei sind.
Einen Bonuspunkt gibt es für die tolle Arbeit der Baristas im Coworking-Space, in dem die OSG ihr Büro hat, sowie die durchweg absolut angenehmen Kolleg:innen.
Abzüge gibt es für den gefühlt extrem hohen Druck, der durch hohen Organisationsaufwand der internen Projekte sowie neuer und bestehender Kundenprojekte entsteht – bei letzteren v.a. durch Präsentationen, Regeltermine oder einfach den hohen Arbeitsaufwand gewisser Kundenpakete.
Image
Die OSG hat extern einen guten Ruf, auch dank des unternehmenseigenen SEO-Tools, der Performance Suite. Im Unternehmen war das Bild allerdings eher gedrückt. Ex-Mitarbeiter:innen mit denen ich spreche finden ihre neuen Jobs tendenziell deutlich besser, Kolleg:innen mit denen ich im Unternehmen war haben teils lange versucht, sich wegzubewerben und verspürten große Erleichterung, als es dann gelang.
Work-Life-Balance
Stunden werden per App minutengenau getrackt, aber Überstunden erst nach mehr als fünf Überstunden im Monat angerechnet. Im Verlauf meiner Beschäftigungszeit entwickelte sich eine Aufgabenverteilung und -fülle, die trotz dieser Schwelle regelmäßig zu anrechenbaren Überstunden führte.
Ein Punkt für vier Tage Homeoffice/Woche.
Karriere/Weiterbildung
Beförderungen waren eher nomineller Natur, das Aufgabenspektrum bleibt unabhängig vom Titel in großen Teilen unverändert. Je nach Auftragslage und Abgängen auf Personalseite erhält man weitere Kundenverantwortung oder interne Aufgaben.
Für Weiterbildungen blieb meiner Erfahrung nach in der Praxis aufgrund der Kundenverantwortlichkeit und internen Aufgaben keine Zeit.
Der Einarbeitungsplan bestand für neue Mitarbeitende zu großen Teilen aus interner oder Kundenarbeit. Eine standardisierte Einarbeitung gab es nicht, aber immerhin Videos zum unternehmenseigenen Tool. Kolleg:innen, die als Mentoren fungieren sollten, konnten aufgrund eigener Arbeitsbelastung zwangsläufig nur oberflächlich betreuen.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt entsprach in etwa dem von kununu errechneten Durchschnitt für meine Position. Eine Erhöhung gab es im Laufe des Angestelltenverhältnisses nicht. Erst im Kündigungsgespräch kam die Sprache darauf, dass ja vielleicht demnächst eine Gehaltserhöhung angestanden hätte.
Es gibt für jede:n Mitarbeiter:in eine vom Unternehmen gestellte Kreditkarte, auf die pro Monat eine Summe eingezahlt wird, die für diese Art von Leistung als großzügig bezeichnet werden kann.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Es gibt meines Wissens keine besonderen Partnerschaften oder Initiativen.
Kollegenzusammenhalt
Unter den Kolleg:innen auf der gleichen Hierarchieebene habe ich in mehr als zwei Jahren keine Person erlebt, die ich nicht leiden konnte.
Und davon gab es dank hoher Fluktuation sehr viele.
Umgang mit älteren Kollegen
Mangels älterer Kolleg:innen hier ebenfalls keinerlei Grund zur Beschwerde.
Vorgesetztenverhalten
Auf persönlicher Ebene verliefen face-to-face Gespräche stets angenehm und problemlos. Die regelmäßigen wöchentlichen Termine sowie die Bürotage sorgten für eine konstante Grundkommunikation.
In meiner Wahrnehmung stand die schriftliche Kommunikation, insbesondere von der Geschäftsführerebene, häufig nicht im Einklang mit dem Maß an Professionalität, das ich mir für eine Arbeitsumgebung wünschen würde (siehe "Kommunikation"). Dies betraf sowohl Nachfragen als auch Feedback zu internen Aufgaben.
Zudem fanden nach dem ersten Jahr trotz mündlicher Ankündigungen keine umfangreicheren Feedbackgespräche mehr statt, obwohl diese turnusgemäß alle sechs Monate vorgesehen waren und dabei auch Kriterien zur Boni-Auszahlung besprochen werden sollten. Meiner Beobachtung nach schien dies für viele Kolleg:innen mit der Zeit dadurch an Bedeutung zu verlieren.
Arbeitsbedingungen
Der Coworking-Space, in dem die OSG ihr Büro unterhält, ist schön eingerichtet, verfügt über eine Barista-Station mit tollem Kaffee und Drinks und hat an den Arbeitsplätzen alles, was für die tägliche Arbeit benötigt wird. Allerdings gab es öfter Bauarbeiten, die dank sehr schall- und vibrationsdurchlässiger Wände stark störten.
Weitere Abzüge gibt es dafür, dass am verpflichtenden Bürotag Mitarbeiter:innen, die keinen Sitzplatz im Büro ergattern konnten, stundenlang auf für solche langen Zeiten ergonomisch eher nicht ausgerichteten Stühlen und Couches im Gemeinschaftsbereich arbeiten mussten.
Kommunikation
Es gibt einen wöchentlichen Jour-fixe, an dem der größte Teil der Belegschaft teilnimmt.
Nachfragen, Aufgaben und Feedback via Mail oder Teams erfolgten von Vorgesetzten und v.a. der Geschäftsführerebene sowie in subjektiv schroffem Tonfall (schriftlich und verbal), besonders in Feedback zu internen Projekten und Seiten.
Gerade bei letzteren erfolgte die Rückmeldung zudem meiner Erfahrung nach wiederholt in Mails und Nachrichten mit schlechter Rechtschreibung und unleserlicher Handschrift auf iPad-Screenshots.
Gleichberechtigung
Keinerlei Beschwerden.
Interessante Aufgaben
Ich habe fachlich sehr viel mitgenommen und durfte zahlreiche spannende Kundenprojekte betreuen.
Gerade in der zweiten Hälfte der Anstellung wurde der Arbeitsalltag allerdings durch den hohen internen Verwaltungsaufwand und die teilweise mehreren Neukunden-Setups pro Monat in gewissen Momenten monoton.