Viel gelernt. Und zwar in jeglicher Hinsicht.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre hing stark von der eigenen Position und Beziehung zu den Vorgesetzten ab. Oder um es mit den Worten von ABBA zu formulieren: The winner takes it all. The loser's standing small. Ich habe damals selbst nicht das Rückgrat gehabt, um mich für mich, aber auch für meine Kolleg*innen, stark zu machen.
Kommunikation
Der beste Kommunikationskanal war der Flurfunk. Das wöchentliche Team-Meeting wirkte oft als zwanghaftes Pflichtprogramm ohne jegliche Tiefe, um Menschen für die Agentur nachhaltig begeistern zu können.
Kollegenzusammenhalt
In den einzelnen Teams gab es meist einen guten Zusammenhalt. Als mittlere Management-Ebene haben wir es aber nie wirklich geschafft, die Agentur gemeinsam mit der Geschäftsführung zu transformieren. In letzter Instanz war es kein Miteinander.
Work-Life-Balance
In der Agentur war es schon möglich, seine eigene Work-Life-Balance zu finden. Allerdings nur dann, wenn man in der Lage war, für sich und die eigenen Vorstellungen gegen Widerstände einzustehen. Aktiv vorgelebt wurde ein gesundes Verhältnis zur Arbeit allerdings nie.
Vorgesetztenverhalten
Die Geschäftsführung hat sich häufig vor den Mitarbeitenden gestritten. Mittlerweile hat einer der beiden ehemaligen Gründer das Unternehmen verlassen.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben waren früher deutlich interessanter und zeitgemäßer. Die Agentur hat sich strategisch kaum weiterentwickelt, sich nicht für die Zukunft aufgestellt und wurde damit als Gesamtes für mich unattraktiv. Dies anzusprechen, führte immer wieder ins Leere.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen waren allenfalls durchschnittlich. Vor allem technische Investitionen wurden in den seltensten Fällen genehmigt. Hochfahrbare Schreibtische und einen größeren Monitor setze ich voraus. Für Diensthandys gab es sehr lange Zeit nur komplizierte Lösungen, obwohl sie für die Arbeit in dem Bereich zwingend notwendig waren.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Auch das Umwelt-/Sozialbewusstsein sehe ich in der Nachbetrachtung ebenfalls durchschnittlich. Wir können alle immer mehr machen. Und weniger reden.
Gehalt/Benefits
Für mich war es immer in Ordnung. Andere Abteilungen mit ihren tollen und begabten Kolleg*innen wurden im Verhältnis deutlich schlechter bezahlt. Auch dann, wenn sie Führungsverantwortung erhalten haben.
Image
In meiner Zeit wusste ich nie wirklich, wofür die Agentur stehen möchte. Für ein positiveres Image macht sie nur eines: nichts.
Karriere/Weiterbildung
Führungskräfte und jene, die in die Position hineinwachsen, wurden nicht wirklich unterstützt. Ich habe in meiner Zeit viel zu wenig Zeit für die Führungsaufgaben erhalten, weil die Arbeit auf den Kund*innen wichtiger war.