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Bewertung

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Starkes Kollegium, schwache Führung – aus meiner Sicht viel verschenktes Potenzial

2,7
Nicht empfohlen
Ex-Angestellte/r oder Arbeiter/inHat zum Zeitpunkt der Bewertung nicht mehr im Bereich IT in Hennef (Sieg) gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

- Es wird auch weniger erfahrenen Mitarbeitern und Studenten eine Chance gegeben.

- Man kann früh praktische, relevante Arbeitserfahrung sammeln – von der Softwareentwicklung für Live-Anlagen über First-Level-Support und Fehlerbehebung bis hin zu Testing und QA war viel dabei. Diese Bandbreite fand ich für den weiteren Berufsweg sehr wertvoll.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

- Das Führungsverhalten habe ich als größten Kritikpunkt empfunden. Selbstreflexion wurde betont, war für mich im Alltag aber selten spürbar.

- Aus meiner Sicht wurde stark auf eine langfristige Zukunftsvision gesetzt, während Rückmeldungen aus den Teams meiner Wahrnehmung nach nicht immer ausreichend berücksichtigt wurden.

- Beim Produktumfang hatte ich den Eindruck, dass sehr viele Anforderungen in den Standard aufgenommen werden sollten, auch wenn nicht alle Kunden diese benötigten. Themen wie technische Schulden oder Skalierbarkeit traten dabei aus meiner Sicht in den Hintergrund. Entsprechende Rückmeldungen aus dem Team führten meiner Wahrnehmung nach nicht immer zu Anpassungen, was wiederkehrend zu Frust und Demotivation beitrug.

- Die aus meiner Sicht hohe Fluktuation guter Mitarbeitender hat mich nachdenklich gemacht; die Ursachen dafür wurden meiner Wahrnehmung nach nicht offen genug adressiert.

Verbesserungsvorschläge

- Weiterbildungen häufiger und breiter ermöglichen, nicht nur projekt- oder produktbezogen.

- Vertrauen und Wertschätzung im Alltag stärker und konsistenter zeigen, insbesondere gegenüber den verbleibenden Teams.

- Die aus meiner Sicht hohe Mitarbeiterfluktuation zum Anlass nehmen, die Ursachen offen zu reflektieren und ernsthaft anzugehen.

- Auf hausgemachten Druck verzichten und Meetings straffer und ergebnisorientierter (!!!) gestalten.

- Berechtigte Rückmeldungen aus den Teams stärker in Produktentscheidungen einfließen lassen.

Arbeitsatmosphäre

Die Atmosphäre habe ich als stark schwankend erlebt – vergleichbar mit einer Sinuskurve. Es gab Wochen, in denen man ruhig und konzentriert seinen Aufgaben nachgehen konnte, und im direkten Wechsel Phasen mit spürbaren Spannungen, die aus meiner Sicht teils vermeidbar gewesen wären. Auf Dauer empfand ich diese Wechsel als belastend.

Im Alltag wurden aus meiner Wahrnehmung häufig neue Buzzwords und Leitsätze kommuniziert, die für mich nach kurzer Zeit wenig greifbar blieben. Es wurde versucht, agile Methoden wie Scrum zu etablieren, in meiner Erfahrung allerdings eher in einer rudimentären Form. Prozesse, die aus meiner Sicht keiner Optimierung bedurften, wurden wiederholt umgestellt. Tägliche Meetings zogen sich häufig in die Länge, drehten sich gefühlt im Kreis und endeten nicht selten ohne klare Ergebnisse – vieles hätte aus meiner Sicht auch per E-Mail geklärt werden können. Gleichzeitig wurde großer Wert auf Termintreue und effizientes Arbeiten gelegt, was für mich in der gelebten Praxis nicht immer konsistent wirkte.

Arbeitsklima alles in allem sehr davon abhängig, wie "gut" es gerade lief.

Work-Life-Balance

In Projektphasen, insbesondere rund um Inbetriebnahmen, konnte die Arbeitsbelastung deutlich ansteigen. Auf Überstunden sollte man eingestellt sein. Teilweise wirkten Planungen auf mich sehr ambitioniert, wodurch sich aus meiner Sicht der Druck auf die Mitarbeitenden erhöhte – ein Druck, der mir zeitweise hausgemacht erschien. Homeoffice ist grundsätzlich möglich, mein Eindruck war jedoch, dass Präsenzarbeit von der Führungsebene nach der Corona-Zeit wieder stärker bevorzugt wurde.

Karriere/Weiterbildung

Für die fachlichen Grundlagen reicht das Umfeld aus meiner Sicht gut aus – gerade zu Beginn hat man einen echten Lerneffekt. Weiterbildungen wurden nach meiner Erfahrung aber vor allem dann ermöglicht, wenn ein klarer, unmittelbarer Nutzen für das Unternehmen erkennbar war. Wer sich breiter entwickeln oder langfristig wachsen möchte, muss aus meiner Sicht häufig auf private Weiterbildungen ausweichen. Hier sehe ich deutliches Potenzial, Mitarbeitende systematischer zu fördern.

Gehalt/Benefits

Die Gehaltszahlungen erfolgten stets pünktlich. Es gibt eine betriebliche Altersvorsorge. Weitere Benefits empfand ich insgesamt als eher begrenzt. Luft nach oben.

Kollegenzusammenhalt

Der Kollegenzusammenhalt war für mich ein klarer Pluspunkt. Ich habe mit vielen hilfsbereiten, verständnisvollen und fachlich kompetenten Menschen zusammengearbeitet. Das Teamklima unter Kollegen war aus meiner Sicht die stärkste Komponente und einer der Gründe, warum ich lange geblieben bin.

Umgang mit älteren Kollegen

Die Erfahrung und Expertise älterer Kollegen wurde im Team aus meiner Sicht wertgeschätzt und aktiv einbezogen.

Vorgesetztenverhalten

Das Führungsverhalten empfand ich als stark verbesserungswürdig. Maßstäbe und Erwartungen wirkten auf mich nicht immer einheitlich. Selbstreflexion wurde zwar betont, im Alltag hatte ich aber nicht durchgängig den Eindruck, dass Feedback nachhaltig aufgenommen und umgesetzt wurde.

Regelmäßige Mitarbeitergespräche fanden statt, waren für mich inhaltlich jedoch nicht immer konkret genug und hatten teilweise wenig direkten Bezug zu meiner Rolle. Fehler oder Abweichungen wurden aus meiner Wahrnehmung nicht immer zeitnah geklärt, sondern gelegentlich gesammelt und später gebündelt angesprochen, was aus meiner Sicht einer schnellen Lösungsfindung nicht zuträglich war.

Über die Zeit entstand bei mir der Eindruck, dass Mitarbeitende stark eingespannt wurden und Anerkennung bzw. Vertrauen nicht immer konstant kommuniziert wurde – insbesondere dann, wenn Fehler passierten. Ich habe wiederholt ein Muster wahrgenommen, das sich für mich so beschreiben lässt: Zunächst viel Zuspruch, später jedoch spürbarer Vertrauensverlust, sobald etwas nicht den Erwartungen entsprach. Diesen Umgang habe ich persönlich als schwierig empfunden.

Arbeitsbedingungen

Die Hardware und Arbeitsmittel waren zeitgemäß, und höhenverstellbare Tische standen zur Verfügung. Das Gebäude selbst empfand ich allerdings als weniger modern. In einigen Bereichen waren die Büros aus meiner Sicht sehr voll, wodurch es je nach Situation zu Einschränkungen bei Lautstärke, Lüftung/Heizung und Konzentration kommen konnte. Bei Hardwareproblemen musste man nach meiner Erfahrung teilweise recht lange auf Ersatz warten und wiederholt nachfassen.

Kommunikation

Die Kommunikation empfand ich als deutlich ausbaufähig. Informationen wurden nach meinem Eindruck teilweise spät oder nicht an alle relevanten Personen weitergegeben; der informelle Flurfunk war gefühlt oft schneller als die offiziellen Kanäle. Regelmäßige Abstimmungen zwischen Abteilungen waren aus meiner Sicht häufig notwendig, um Fehlentwicklungen in Projekten zu vermeiden. Rückfragen an die Teamleitung benötigten gelegentlich mehrere Anläufe – was meiner Einschätzung nach auch mit hoher Auslastung zusammenhing. Insgesamt sehe ich hier deutliches Verbesserungspotenzial.

Interessante Aufgaben

Die Projekte sind aus meiner Sicht grundsätzlich spannend, und man kann sich fachlich gut einbringen. An abwechslungsreichen Aufgaben mangelt es nicht.


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Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.