Solider Arbeitgeber mit Licht und Schatten
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die Kollegen und Kolleginnen, das Miteinander, die Arbeitsmittel, das etablierte Homeoffice sowie die angekündigte Möglichkeit auch aus dem europäischen Ausland arbeiten zu können. Bis lang ein immer fair und verständnisvoller Arbeitgeber.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Entlohnung und Sozialleistung. Der z.T. altbackene Führungsstil. Steigender Einfluss des Mutterkonzerns und somit Verschlechterung des Alleinstellungsmerkmals, der Geschwindigkeit und Flexibilität.
Verbesserungsvorschläge
Das Unternehmen bzw. die Branche befindet sich durch die allgemeine wirtschaftliche Lage im Umbruch. Gestiegener Kostendruck und Konkurrenzverhalten verursacht ein Umdenken der Strategie: u.a. wird der Ausbau von Nearshore-Kräften forciert. Hier sollte das Unternehmen die Balance finden und wahren, damit langjährige MitarbeiterInnen nicht das Unternehmen verlassen. Eine steigende Wertschätzung und wieder mehr zu einem „Miteinander“ ist mehr als wünschenswert. Gefühlt wird man immer mehr zu einer x-beliebigen Nummer.
Arbeitsatmosphäre
Die Atmosphäre hat in den letzen Jahren gelitten. Lob eher Mangelware. Abhängig vom direkten Vorgesetzten gutes Vertrauensverhältnis, aber auch starkes Mikromanagement möglich. Fairness im Großen und Ganzen vorhanden, jedoch auch z.T. große Unterschiede, z.B. wenn Schuldige anstatt Lösungen gesucht werden. Manche KollegInnen können sich scheinbar alles erlauben, ohne Konsequenzen zu befürchten.
Kommunikation
Hier gibt es nicht viel auszusetzen. Regelmäßige Townhall-Meetings auf Unternehmens-, Abteilung- und Team-Ebene werden in durchaus belebten und interessanten Formaten durchgeführt. Eine eigene Mitarbeiter-App dient als zusätzlicher Kanal. Leider wird dieser von den Mitarbeitenden nicht gut angenommen. Social Media, primär Business Netzwerke wie LinkedIn, wird regelmäßig bespielt.
Kollegenzusammenhalt
Obwohl ein Silodenken deutlich spürbar ist, kann man sich auf die meisten KollegInnen verlassen, bzw. besteht ein guter fachlicher Austausch. Durch Corona und dem resultierenden Anstieg von Homeoffice leidet der informelle Austausch und das (private) Miteinander signifikant. Die Bindung zum Unternehmen sinkt.
Work-Life-Balance
Abhängig von Position, Aufgabe und Arbeitslast. Man kann viele Freiräume haben und seinen Arbeitsalltag gestalten - gerade durch das etablierte Homeoffice. Führungskräfte wirken jedoch eher als mit der Firma verheiratet. Privates und Familie? Nachrangig.
Vorgesetztenverhalten
Auch hier starke Unterschiede zu beobachten. Mein direkter Vorgesetzter ist fachlich als auch menschlich sehr gut. Allgemein haben FKs jedoch wenig Zeit „zu führen“, da sie stark in operative Themen eingebunden sind oder auch Aufgaben nicht abgeben/deligieren (wollen/können). Zum Teil kein Führungsstil erkennbar, bzw. dieser ist angestaubt und nicht mehr zeitgemäß.
Interessante Aufgaben
Sind vorhanden. Man ist sehr bemüht, technologisch State of the Art zu sein, hinkt jedoch hinterher. Aufgaben und Tätigkeiten sind in Abhängigkeit der Kunden mal mehr oder weniger innovativ oder repetitiv.
Gleichberechtigung
Keine negativen Punkte erkennbar. Wünschenswert sind allgemein mehr weibliche Kolleginnen und weibliche Führungskräfte.
Umgang mit älteren Kollegen
Keine negativen Punkte bekannt.
Arbeitsbedingungen
Arbeitsmittel sind top. Funktionierende und performante Endgeräte. Das Großraum-Büro ist manchmal recht laut, je nach Auslastung und es kann manchmal zu warm oder auch zu kalt sein. Kleine ThinkThanks und Konferenzräume stehen zum ruhigen Arbeiten zur Verfügung.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Seit ein paar Jahren wird hier einiges rund um das Thema ESG/Nachhaltigkeit getan: div. Zertifikate (ISO 50001) Baumpflanzungen (PLANT-MY-TREE), elektrische Dienstfahrzeuge und mehr.
Gehalt/Benefits
Gehalt ist unter Marktdurchschnitt und Gehaltserhöhungen eher die Ausnahme. Von MitarbeiterInnen gestemmte Extrameilen werden nicht entlohnt bzw. gewertschätzt. Vielen verfallen in den Dienst nach Vorschrift Modus und versuchen nicht Verantwortung für etwas übernehmen zu müssen. Möglichkeit des Fahrradleasings u. Bezuschussung für D-Land Ticket. AT Kräfte haben eine Mobilitätsoption (GFZ oder BahnCard).
Image
Trotz regelmäßiger Auszeichnungen (Branchensieger IT-Dienstleistungen, Digital Champion, sieben Mal in Folge Leading Employer…) nicht sehr bekannt. Die Identifikation der MitarbeiterInnen mit dem Unternehmen ist überschaubar.
Karriere/Weiterbildung
Die Weiterbildung der Mitarbeitenden ist in den Unternehmenszielen berücksichtigt, wird jedoch je nach Aufgabe / Fachgebiet unterschiedlich behandelt. Vielen fehlt schlichtweg die Zeit. Karriere ist eingeschränkt möglich, meist über langjährige Entwicklungspläne. Positiv: es gibt ein Programm zur Entwicklung von Nachwuchsführungskräften.

