Meine 50 Eurocent
Gut am Arbeitgeber finde ich
Das Gehalt kam pünktlich. Modernes Rechenzentrum. Produkt- und Dienstleistungstechnisch breit aufgestellt. Das soziale Engagement nach außen.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Bei vielen Führungskräften ist mehr Schein als Sein. Das Gegendere in interner und externer Kommunikation.
Verbesserungsvorschläge
Zufriedenheit und gefühlte Wertschätzung steht und fällt mit dem Gehalt, weil man möchte sich etwas leisten können und nicht nur für Abgaben, Miete und Lebensmittel arbeiten gehen. Die Gehaltsbänder haben mehr Unruhe als Fairness erzeugt. Junioren ok, zwischen Standard und Senior kaum Gehaltsunterschied, dafür kaum Chance zum Senior aufzusteigen wegen unrealistischem Anforderungsprofil - wofür anstrengen? Wieso werden die Gehaltsbänder nicht jährlich angehoben (Inflation)? In den drei Jahren seit Einführung habe ich keine Anpassung gesehen, vielleicht ist aber zwischenzeitlich eine erfolgt.
Arbeitsatmosphäre
Vorgesetzte lobten selten bis gar nicht. Mißtrauen ggü. Vorgesetzte wegen Controlling und Performance Ansprachen, obwohl in den Arbeitsverträgen und Bewerbungsgesprächen keine Quantitätsziele festgehalten wurden. Lieber 1000 Aufgaben halbherzig erledigen, wovon 980 wieder angefasst werden mussten. Hauptsache die Optik stimmte. Ständig Druck und Sonderaufgaben, die mal eben nebenbei erledigt werden sollten.
Kommunikation
Die Kommunikation war durchaus gut. Wöchentlich Teambesprechung, halbjährlich Townhall Meetings, bei Bedarf Abteilungs-TelKos. Intranet mit News aus der Gruppe und der corporate IT (Störungen), Rundmails bei wichtigen Infos. Man verliert mitunter den Überblick.
Kollegenzusammenhalt
Im direkten Team kann ich nicht klagen. Ein oder zwei Maurer die glaubten Inselwissen macht sie wertvoller gibt es überall. Teamübergreifend wenig Kollaboration, überstellen / weitergeben und dann aus den Augen aus dem Sinn.
Work-Life-Balance
Vor der Einführung von Zeitkonten reine Ausbeutung. Man wurde mit einer winzigen Prämie abgespeist und man hat im Jahr dutzende bis hunderte Überstunden geleistet. Seit Einführung der Zeitkonten hingegen strengste Kontrolle, damit man die erlaubte Stunden Obergrenze nicht überschreitet. Die Arbeit musste dennoch erledigt werden, einige Kollegen stempelten aus und arbeiteten weiter aus Angst vor einem Personalgespräch. Für manche Mitarbeiter wurden abweichende Regelungen zur Arbeitsanweisung akzeptiert, was man als Nasenfaktor bezeichnen darf, da es arbeitstechnisch dafür keine Notwendigekeit gab.
Vorgesetztenverhalten
Von ehemals top Vorgesetzten (TL/AL/GF) durch Change Prozess zu flop Vorgesetzten. Alles dabei, lügen, mobben, cholerische Anfälle, Druck, Undank, Nasenfaktor. Aber macht man halt mit bis was neues da ist, weil man muss Miete und Rechnungen bezahlen.
Interessante Aufgaben
Ja, abwechslungsreiche und interessante Aufgaben. Die Firma probiert viel und ersetzt eingesetzte Software und Technologie rasch wenn man unzufrieden ist oder was besseres vorliegen hat. Die Analyse und Tests und ggf. Implementierung ist abwechslungsreich gewesen.
Gleichberechtigung
Habe nicht beobachtet das jemand auf Grund von sexueller Orientierung, Alter, Religion oder Aussehen / Kleidungsstil diskriminiert wurde.
Umgang mit älteren Kollegen
Bei Bedarf und Knowhow wurden ältere, erfahrene Mitarbeiter eingestellt. Habe aber auch Fälle miterlebt wo langgediente Kollegen gekündigt, weggelobt oder unfair behandelt wurden. Gehalt großes Thema, neue Mitarbeiter verdienen das selbe oder oft mehr als wie altgediente Hasen, die den Laden aufrecht gehalten haben. Begründung der Markt ist leer gefegt, neue Entwickler kosten halt usw. Ist mit den Gehaltsbändern nicht besser geworden.
Arbeitsbedingungen
Arbeits Material war in Ordnung. Großraumbüros und Desk Sharing gefiel mir nicht, daher öfter im Home Office geblieben.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Das wird GROSS geschrieben und gelebt. Damit kann man ja auch Werbung machen und sein Image polieren. Firmenwald, Sport Sponsoring, Firmen KiTa, Autopool mit Elektroausrichtung, Niedrigenergie Campus, Spendenaktionen, Beteiligung an Läufen, Stadtreinigung Events usw.
Gehalt/Benefits
Die Gehälter sind deutlich unter Marktdurchschnitt. Dafür, das man in einer Großstadt lebt und sich finanzieren muss, sehr unschön. Ich will das Ruhrgebiet nicht mit Hamburg, Berlin, München vergleichen, die jährliche Inflation und Miet-/Nebenkostensteigerungen wird mit den mageren Gehaltsanpassungen jedoch nicht aufgefangen. Jedes Jahr bei opta data ist gleich zu setzen mit Kaufkraftverlust. Benefits gibt es, diese sind jedoch mittlerweile in Betrieben vergleichbarer Größe Standard. Zum Beispiel externes Mitarbeiter Rabatt Portal, gefördertes Kantinenessen, kostenloses Obst, Mitarbeiterkauf ausgedienter Hardware. Auch wenn es undankbar klingt, bei einem anständigen Gehalt könnten sich die Mitarbeiter das alles selber leisten.
Image
Image der Gruppe insgesamt ist okay, es gibt auch gute Produkte und Dienstleistungen.
Karriere/Weiterbildung
Gelesen habe ich von Dualstudiengängen und Talentförderung. Erlebt habe ich, das man kein Geld ausgeben möchte. Mitarbeiter schulen Mitarbeiter, internes Portal um Standardkurse zu absolvieren (Arbeitsschutz, Datenschutz, KI Nutzung usw.), interne Coachings. Externe Zertifikate oder Kurse, gar nicht oder nur nach jahrelanger Bettelei. Wenn man sich privat fortbildet, darf man das Erlernte gerne kostenlos und ohne Hoffnung auf Gehaltssteigerung einbringen. Bei Karriere habe ich jedoch bei wenigen Mitarbeitern Aufstiege vom Azubi / Mitarbeiter zum Teamleiter oder Abteilungsleiter beobachtet. Klar ist, das nicht jeder Führungskraft sein kann und die Stellen sind besetzt, mit wenig Fluktuation. Achtung, wenn man sich intern auf ausgeschriebene Stellen bewirbt, sprechen die Vorgesetzten miteinander. Manche Führungskräfte reagieren pikiert darauf, wenn man sie vorher nicht eingebunden hatte.