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Tolle Kollegen in einem sinkenden Schiff – Hohe Fluktuation und mangelnde Wertschätzung

2,7
Nicht empfohlen
Ex-Auszubildende:rHat 2026 eine Ausbildung zum/zur E-Commerce Kaufmann im Bereich Marketing / Produktmanagement bei Opti-Wohnwelt Verwaltungs GmbH in Niederlauer abgeschlossen.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Der Kollegenzusammenhalt: Absolut mega! Wir haben uns immer super ausgetauscht, uns gegenseitig unterstützt und aus manchen Kollegen sind echte, richtig gute Freunde geworden. Ohne dieses Team hätte man es nicht durchgestanden.

Das Engagement der Ausbilder: Meine Ausbilder haben immer ihr Bestes gegeben und versucht, sich so viel Zeit wie möglich zu nehmen – auch wenn ihre Kapazitäten durch den permanenten Stress extrem begrenzt waren.

Die Ausbildungsvergütung: Während der Ausbildung war das Gehalt gut. Zudem ließen sich die Arbeitszeiten vor allem dank der flexiblen Absprachen unter den Kollegen gut einteilen.

Die Chance: Trotz aller Kritik bin ich dankbar für die Chance, die ich hier für meinen Berufseinstieg bekommen habe.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Schlechter Umgang von der obersten Etage: Der Umgang von der obersten Etage mit dem Personal war teilweise auf einem sehr unteren Niveau. Man hatte das Gefühl, dass Wertschätzung absolute Mangelware ist und die Chefetage kein echtes Interesse an einem fairen und respektvollen Miteinander hat.

Der extreme personelle Kahlschlag: Ich habe die Entwicklung selbst miterlebt: Angefangen als Praktikant, dann die Ausbildung gemacht und kurz als Ausgelernter dort gewesen. In dieser Zeit sind aus ursprünglich zwei vollen Büros mit ca. 20–30 Mitarbeitern zwischenzeitlich gerade einmal eine Hand voll Leute übrig geblieben, in meinem Beriech waren es 1 Ausgelernter und 3 Azubis. Das ist absolut nicht das Gelbe vom Ei. Wenn jemand geht, kommt meist niemand neues nach. Die Kündigungsrate ist extrem hoch.

Mangelhafte Ausbildungsausstattung & Fluktuation: Während meiner Ausbildung, die 2,5 Jahre ging, hatte ich sage und schreibe 4 verschiedene Ausbilder, weil ständig jemand gekündigt hat. Meine Ausbilder haben zwar immer das Beste versucht und sich so viel Zeit genommen, wie halt möglich war, aber diese Zeit war durch den permanenten Stress extrem begrenzt, da wir ständig nur von einem Feuer zum nächsten rennen mussten.

Systematischer Druck bei Krankheit: Es wird von oben ein systematischer Druck erzeugt, dass man bloß nicht krank ist und sich am besten noch krank auf die Arbeit schleppt. Das spiegelt sich eins zu eins im Weihnachtsgeld wieder: Warst du krank, hast du weniger bekommen. Warst du nicht krank, gab es stattdessen einen 50-€-Gutschein. Gedankt hat es einem am Ende niemand.

Bezahlung nach der Ausbildung: Während der Ausbildung war das Gehalt gut, aber danach wurde es naja... Es wurde von der Führungsebene absolut nach Gesicht entschieden, wer mehr verdient, und absolut nicht nach der tatsächlichen Leistung.

Sinnlose Überstunden kurz vor Feierabend: Man musste oft unnötige Überstunden machen, weil man kurz vor Feierabend noch ins Büro vom Geschäftsführer gerufen wurde. Das aber nicht für eigene Anliegen, sondern nur, um sich ein Gespräch zwischen ihm und der Logistik anzuhören.

Veraltete Technik und EDV-Probleme: Die Technik, mit der gearbeitet wurde, war sehr veraltet. Mein PC war in der Zeit bestimmt 10-mal bei der EDV, weil er ständig abgestürzt ist und man nicht vernünftig arbeiten konnte.

Willkür beim Homeoffice: Homeoffice gab es nur für manche Personen und nicht für alle. Warum? Kann ich nicht sagen. Egal mit welcher logischen Begründung ich kam, es wurde von der obersten Etage einfach abgelehnt.

Keine Weiterbildungen: An Weiterbildung war überhaupt nicht zu denken. In meiner kompletten Zeit dort kam es gerade ein einziges Mal vor, dass überhaupt jemand von uns auf einer Messe war.

Verbesserungsvorschläge

Umgang von der obersten Etage grundlegend ändern: Das Personal braucht echte, gelebte Wertschätzung auf Augenhöhe anstelle von Druck und einem Umgang auf unterem Niveau.

Keine Bestrafung bei Krankheit: Der systematische Druck, sich krank zur Arbeit zu schleppen, muss aufhören. Ein faires Weihnachtsgeld sollte nicht an Krankheitstage gekoppelt werden.

Faire Bezahlung nach Leistung: Gehaltserhöhungen und Vergütungen dürfen nicht nach Gesicht oder Sympathie entschieden werden, sondern müssen auf tatsächlicher Leistung basieren.

Fluktuation stoppen und Personal aufbauen: Wenn Mitarbeiter gehen, muss dringend für Ersatz gesorgt werden. Es kann nicht sein, dass die gesamte Last und das "Feuerlöschen" auf den Schultern von wenigen verbliebenen Mitarbeitern hängen bleibt.

Zeit für die Ausbildung schaffen: Ausbilder brauchen feste Kapazitäten und Zeitfenster, um Azubis vernünftig anzulehnen, statt im permanenten Alltagsstress unterzugehen.

Transparente Homeoffice-Regeln: Statt willkürlicher Absagen sollten nachvollziehbare, faire Regeln für mobiles Arbeiten geschaffen werden, die für alle gelten.

In Arbeitsmittel investieren: Die veraltete Technik muss dringend modernisiert werden. Ständige PC-Abstürze kosten wertvolle Arbeitszeit und sorgen für unnötigen Frust.

Arbeitszeit respektieren: Mitarbeiter nicht kurz vor Feierabend für geschäftsführungsinterne Gespräche (wie mit der Logistik) ins Büro zitieren, die zu unnötigen Überstunden führen.

Weiterbildungen ermöglichen: Den Mitarbeitern Perspektiven bieten und wieder aktiv Weiterbildungen oder Messebesuche fördern.

Arbeitsatmosphäre

Ein Mindset, welches irgendwo in den 1960er Jahren stecken geblieben ist. Der Umgang mit dem Personal bewegt sich teilweise auf einem sehr niedrigen Niveau und Wertschätzung ist absolute Mangelware.

Dies spiegelt sich auch im extremen Micromanagement der obersten Etage wider: Man durfte absolut nichts selbst entscheiden, alles wurde bis ins kleinste Detail von oben vorgegeben – selbst banale Dinge, wie beispielsweise wo genau die Pommes auf der Speisekarte zu stehen haben.

Zudem wird systematisch Druck aufgebaut, wenn man krank ist. Kranksein wird direkt beim Weihnachtsgeld, das eh schon sehr, sehr gering war, bestraft: Wer krank war, bekam weniger ausgezahlt; wer gesund blieb, erhielt lediglich einen 50-€-Gutschein. Ein Danke gab es dafür nie. Dies wurde natürlich nicht offen an die Teams kommuniziert, sondern die Mitarbeiter durften es erst im Austausch untereinander selbst herausfinden. Das sowas komplett falsche Anreize schafft ist ja wohl klar.

Regelmäßig gab es außerdem unnötige Überstunden, weil man kurz vor Feierabend ins Büro der Geschäftsführung gerufen wurde, nur um bei Gesprächen mit anderen Abteilungen (z. B. Logistik) stumm dabeizusitzen.

Karrierechancen

Die Chancen, nach der Ausbildung übernommen zu werden, waren zwar gut, allerdings war danach auch ganz schnell das Ende der Fahnenstange erreicht. Aufstiegsmöglichkeiten oder eine echte berufliche Perspektive gab es im Unternehmen praktisch nicht. Man wird zwar übernommen, um die Lücken des personellen Kahlschlags zu füllen, tritt karrieretechnisch dann aber sofort auf der Stelle, da auch Weiterbildungen oder gezielte Förderung komplett gefehlt haben. Man hat einfach gespürt dass die unterschiedlichen Behandlungen bzw. Bevorzugungen von loyalen Mitarbeitern nicht zu verheimlichen war. Egal ob das in Aussicht stellen von Führungspositionen oder das monatliche Gehalt.

Arbeitszeiten

Arbeitszeit im Marketing (Kernarbeitszeit statt Gleitzeit): Die Arbeitszeiten wurden offiziell zwar als flexibel verkauft, als Gleitzeit konnte man das aber absolut nicht bezeichnen. Im Marketing ging es jeden Tag von 7:30 bis 16:30 Uhr. Grund dafür war eine extrem starre Kernarbeitszeit von 9:00 bis 16:00 Uhr und das sogar am Freitag. Echte zeitliche Flexibilität oder ein kurzes Wochenende gab es dadurch kaum, da man Freitag nachmittags trotzdem feststeckte. Zusammen mit den oben erwähnten, kurzfristig reingedrückten Überstunden vor Feierabend war die Work-Life-Balance eher unbefriedigend.

Ausbildungsvergütung

War über dem Durchschnitt und sehr gut

Die Ausbilder

Die Ausbilder haben wirklich ihr Bestes gegeben. Sie haben sich so viel Zeit für mich genommen, wie halt möglich war, und haben immer versucht, das Beste aus der Situation zu machen. Leider waren ihre Kapazitäten durch die extrem hohe Fluktuation und den permanenten Stress im Betrieb sehr begrenzt. Ihr persönlicher Einsatz war jedoch top. Leider muss man dazu sagen das dass Verhältnis von Azubis zu Ausbildern oft nicht angemessen war/ist und das Unternehmen es nicht verstanden hat, dass das anlernen von Azubis Zeit kostet. Dementsprechend mussten die Ausbilder neben den eh schon zu vielen Aufgaben sich auch noch um die Lehrlinge kümmern.

Spaßfaktor

Dank den Kollegen war der Spaßfaktor bei der Arbeit teilweise echt hoch. Das tolle Team und der Humor untereinander haben dafür gesorgt, dass man trotz des enormen Arbeitsdrucks und des permanenten Stresses immer wieder gerne hingegangen ist und gemeinsam lachen konnte. Der Humor war irgendwann auch einfach dazu da, dass Chaos und den Stress zu verarbeiten.

Aufgaben/Tätigkeiten

Die Aufgaben an sich waren absolut okay und auch angenehm abwechslungsreich. Man hatte es mit verschiedenen Themen zu tun, was gerade für die Lernphase in der Ausbildung gut war. Schade war hierbei eben nur, dass aufgrund des massiven Personalmangels kaum Zeit blieb, sich tiefer in die Aufgaben einzuarbeiten, da man meistens nur von einem "Feuer" zum nächsten rennen musste. Das umsetzten von langfristigen Projekten ist damit quasi unmöglich

Variation

Die Variation war absolut ok. Man hatte durch die verschiedenen Tätigkeiten ein gutes Maß an Abwechslung im Arbeitsalltag, sodass die Aufgaben nicht eintönig wurden.

Respekt

Beim Thema Respekt zeigte sich im Unternehmen ein extremes Gefälle. Unter den Kollegen war der gegenseitige Respekt absolut gegeben, man ist auf Augenhöhe miteinander umgegangen, hat sich unterstützt und geschätzt. Sobald es jedoch um die oberste Etage und die Führungsebene ging, war respektvoller Umgang leider absolute Mangelware. Dort fehlte es oft an der nötigen Wertschätzung und einem angemessenen Ton gegenüber dem Personal.

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Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.