Worst Employer Ever! Anspruch und Wirklichkeit klaffen diametral auseinander. Diese Bewertung wurde nicht gekauft!
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die anachronistische autoritäre Unternehmenskultur, bei der von oben herab Entscheidungen „durchgedrückt“ werden und Mitarbeiter als Kostenfaktoren wahrgenommen werden, die es über den Tisch zu ziehen gilt. Auch dürfen nach meinem Eindruck die Führungskräfte ihre Befindlichkeiten nach Herzenslust ausleben, solange sie Umsatz liefern und ihre Zahlen stimmen. Die mangelnde Wertschätzung, die Führungskräfte ihren Mitarbeitern entgegenbringen, und zwar indem sie ihnen in den Rücken fallen anstatt sie zu stärken. Die falschen Anreize für Führungskräfte, sich auf Kosten anderer Abteilungen Vorteile zu verschaffen, indem Arbeit verlagert wird und der Gesamt-Wirkungsgrad und damit der Gewinn sinkt. Die falschen Anreize für Führungskräfte, den Umsatz anstelle des Gewinns zu maximieren. Stattdessen werden Mitarbeiter scheinbar systematisch daran gehindert, Qualität abzuliefern, indem sie mit Aufgaben überhäuft und durch kontinuierliche Umplanungen fortlaufend unterbrochen werden und keine einzige Aufgabe von Anfang bis Ende durchziehen und auch abschließen können. Der Glaube, dass Quantität bei gleichbleibender Qualität beliebig erhöht werden könne, indem nur genügend Druck ausgeübt wird, frei nach dem Motto „unter Druck entstehen Diamanten“.
Verbesserungsvorschläge
Die nach meiner Meinung anachronistische Unternehmenskultur bestraft Widerspruch und fordert und fördert Loyalismus zum Nachteil des Unternehmens. Lasst endlich ein Ringen und Streit um die besten Lösungen zu! Papier ist zwar geduldig, aber solange nicht an höchster Stelle ein Umdenken geschieht, ändert sich nichts zum Besseren! Ein autoritäres Führungssystem nach dem Motto „Chef befiehl, wir folgen dir“ ist nach meiner Meinung nicht zukunftsfähig.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre empfand ich als toxisch. Bei uns im Vertrieb hieß es fortlaufend "AE! AE! AE!" Zur Info: AE ist die Abkürzung für Auftragseingang. Ich selbst habe Kundenaufträge ohne Erreichung der Status "Clear Order" und "Clear Project" zur Bearbeitung in die nachfolgenden Abteilungen (Engineering, Projektmanagement) weitergegeben. Nach meiner persönlichen Erfahrung ist der ideale Optima-Mitarbeiter passiv, gehorsam und hat Angst vor seinen Vorgesetzten und den Führungskräften allgemein. Der Behauptung „Team Qualität“ widerspreche ich ausdrücklich. Es müsste korrekt „Team Quantität“ heißen. Ich fühlte mich dort stets wie „ich hier unten und die da oben“.
Image
Schein und Sein von Optima pharma klaffen nach meiner Erfahrung diametral auseinander. Ich glaube, dass Dutzende unzufriedene Kunden dies unumwunden bestätigen würden.
Work-Life-Balance
Ich erinnere mich an mehrere Fälle, bei denen Kollegen bei Ihrem Vorgesetzten dringend um Erholungsurlaub baten, weil sie sich kurz vor einem Burnout fühlten. Leider lehnten die Vorgesetzten den Urlaub ab, weil ihnen die Erfüllung ihrer Zahlen in diesem Moment wichtiger war, also geschäftliche Interessen über privatem Vergnügen standen. Diese Kollegen waren am nächsten Werktag wegen Burnout krankgeschrieben und fehlten mehrere Wochen.
Karriere/Weiterbildung
Bei Optima pharma sind nach meiner persönlichen Erfahrung nicht Leistung und Fähigkeiten entscheidend für die Karriere, sondern persönliche Beziehungen und Loyalismus. Durch diese anachronistische Unternehmenskultur bleiben nach meiner Meinung unzählige Potenziale ungenutzt. Diejenigen werden belohnt, die immer zu allem ja und Amen sagen und aus ausnahmslos ihren Chef verteidigen und seine Entscheidungen durchdrücken. Hier sind Wendehälse und Ja-Sager klar im Vorteil!
Gehalt/Benefits
Bei Optima pharma scheinen Mitarbeiter Kostenfaktoren zu sein und nicht Erfolgsfaktoren. Mitarbeiter müssen Umsatz bringen, so erschien es mir. Langjährig gediente Mitarbeiter, die viele Gehaltserhöhungsrunden mitgenommen haben, scheinen bei den Führungskräften unbeliebt zu sein, weil sie mehr kosteten als sie einbrächten, so mein Eindruck. Ich glaube, dass es der Führungsebene am liebsten wäre, wenn die Mitarbeiter dafür bezahlen würden, bei Optima pharma arbeiten zu dürfen. Das Geld würden natürlich die Führungskräfte untereinander einstecken, gemäß dem Motto „We care for our Team“.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Die Führungskräfte scheinen ausgesprochene „Petrolheads“ zu sein, nach dem Motto „lieber V8 als 400V“.
Kollegenzusammenhalt
Ich musste mehrmals Erfahrungen mit Dinnunziantentuhm bei Optima pharma machen. Mehrere Kollegen haben mit Lehrbuchmethoden ihre Kollegen besspittselt, um sich dadurch Vorteile bei ihren Vorgesetzten zu verschaffen, als hätten sie eine Ausbildung bei Firma Ohrsch & Gück eingetragene Genossenschaft genossen.Wir im Vertrieb konnten unsere Plan-Zahlen - also das Auftragseingangs-Volumen - massiv steigern, indem wir ungeklärte Kundenaufträge - also ohne Erreichung der Meilensteine "Clear Order" und "Clear Project" – in die nachfolgenden Abteilungen zur Bearbeitung weiterleiteten. Ich glaube, dies liegt daran, dass die Abteilungsleiter sich für ihre jeweils eigenen Zahlen rechtfertigen müssen und dafür belohnt werden, wenn sie diese auch auf Kosten anderer Abteilungen erreichen. Ein Kollegenzusammenhalt sieht für mich anders aus! Die Optima-pharma-Unternehmenskultur ist nach meiner Erfahrung ausgesprochen intolerant gegenüber Meinungsvielfalt. Nur wer die offizielle Meinung der Geschäftsleitung vertritt, gilt als dazugehörig, eine abweichende Stimme wird nach meiner Erfahrung ausgegrenzt und benachteiligt.
Den Futterneid der Optima-Kollegen bleibt mir für alle Ewigkeit in Erinnerung.
Umgang mit älteren Kollegen
Langdienende Kollegen schienen nach meinem Eindruck meist nur noch Dienst nach Vorschrift zu schieben, weil sie resigniert zu haben scheinen und nur noch ihre Zeit bis zur Rente „absitzen“ wollten. In mehreren Gesprächen haben mir manche dieser Kollegen mitgeteilt, dass sie sich auf dem Abstellgleis angekommen fühlten.
Vorgesetztenverhalten
Nach meiner persönlichen Erfahrung müssen Mitarbeiter bei Optima pharma jederzeit damit rechnen, dass ihnen ihr Chef in den Rücken fällt, wenn dieser sich dadurch Vorteile bei seinem Chefchef verspricht – nach dem Motto: Nach oben buckeln, nach unten treten.
Der Leitsatz „We care for our Team“ stimmt insofern, als dass die Führungskräfte sich als ein oder „das Team“ zu verstehen scheinen, wobei die normalen Mitarbeiter hier klar exkludiert sind. Deshalb wandelten wir Mitarbeiter diesen Satz auch wie folgt ab: „We care for our Team but not for our Belegschaft“.
Arbeitsbedingungen
Mein Arbeitsplatz war in einem Großraumbüro untergebracht und ich hatte extrem geräuschempfindliche Kollegen. Jedes ungeplante Telefonat war anstrengend, weil ich stets flüstern musste und meine Gesprächspartner deswegen Schwierigkeiten hatten, mich zu verstehen. Es gab sogenannte „Cubes“, in denen man ungestört geplante Video-Calls machen konnte, wenn sie denn mal verfügbar waren.
Kommunikation
Persönliche Beziehungen entscheiden nach meiner Erfahrung über Informationsteilhabe und Arbeitserfolg. Als Raucherin war ich besser informiert als meine nichtrauchenden Kolleginnen und Kollegen! Es kommt bei Optima pharma nach meiner persönlichen Erfahrung extrem darauf an, wer etwas sagt. Bei dem einen Mitarbeiter wird ein Hinweis oder ein Vorschlag ignoriert, während bei dem anderen Mitarbeiter dieser für denselben Hinweis oder Vorschlag gelobt wird und persönliche Vorteile erhält.
Gleichberechtigung
Liebesbeziehungen zwischen männlichen Führungskräften und Mitarbeiterinnen schienen mir bei Optima pharma eher die Regel als die Ausnahme zu sein – sogar mit dem Segen von allerhöchster Stelle. Ich empfinde eine Unternehmenskultur – wohlgemerkt als Frau –, in der Frau sich für die Karriere hochschlafen kann, als unmoralisch und verwerflich. Für mich haben dieser Konzern und seine Führungskräfte jedwede moralische Autorität verspielt.
Interessante Aufgaben
Ich wurde so sehr mit Arbeit zugeknallt, dass mir das Hören und Sehen verging. Dabei wurde stets Quantität über Qualität gestellt, weil die Plan-Zahlen, sprich der Auftragseingang oder Umsatz, unbedingt erfüllt werden mussten – die Prämien der Führungskräfte hingen scheinbar vom Umsatz ab, nicht aber vom Gewinn. Nach meiner Erfahrung leidet seit Corona das Qualitätsniveau unter diesem falschen Anreiz und scheint deshalb kontinuierlich rückläufig zu sein. Meine Aufgaben waren eher stupide und haben mich kognitiv unterfordert, aber psychisch gestresst und beinahe krank gemacht. So gereizt wie bei Optima pharma war ich weder vorher noch nachher! Ich kenne viele ehemalige Kollegen, die viel mehr auf dem Kasten hatten als sie bei den zugewiesenen Aufgaben zeigen konnten. Nach meiner persönlichen Erfahrung entscheidet bei Optima pharma die persönliche Beziehung zum Vorgesetzten darüber ob man interessante Aufgaben bekommt oder nicht. Die große Mehrheit der Mitarbeiter hat nach meiner persönlichen Erfahrung deswegen resigniert und schiebt Dienst nach Vorschrift. Ich glaube, dass daran die von den Führungskräften geprägte Unternehmenskultur schuld ist.

