Meine zeit bei GKD Paderborn
Gut am Arbeitgeber finde ich
Man hatte dort ein gutes Gehalt und ein extrem entspanntes Leben. Es gab nur einen Haken: irgendwelche überteuerten Schulungen in Münster oder irgendwelche Dienstreisen. Warum hat man diese nicht online durchgeführt oder gehörte ein kleiner Ausflug mit dem Firmenwagen zum agilen Umwelt Konzept?
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Siehe: Kommunikation, Vorgesetztenverhalten und Kollegenzusammenhalt.
Wenn ich mir genau überlege, dann gab es keine vernünftige Einarbeitung. Zudem wurde intern meine Kündigung weitergeleitet, sodass meine Bewerbung auf die gleiche Stelle in öffentlichen Dienst bei einem anderen Arbeitgeber aussichtslos war. Woher ich das weiß? Na, wenn der Ansprechpartner mich am Telefon fragt, ob ich bei GKD bereits gearbeitet habe obwohl ich die 2/3 Monate bei GKD im Lebenslauf nicht erwähnt habe, dann ist das offensichtlich. Ist die Weitergabe solcher Daten überhaupt erlaubt?
Verbesserungsvorschläge
Wozu wolltet ihr agiles Arbeiten einführen? Wenn ihr von 9 bis 10 Uhr morgens Zeit hattet zu quatschen und Kaffee zu trinken, dann bräuchtet ihr kein agiles Arbeiten, sondern hättet euch eher überlegen sollen, wie ihr eure Arbeitszeit mit sinnvoller Arbeit füllen könnt. Demnach verstehe ich nicht, warum man als Lowperformer agil sein wollte.
Nach meiner Kündigung war dieselbe Stelle selbst nach mehreren Jahren noch offen, nur unter einer leicht abgeänderten Stellenbeschreibung. Wen wundert’s? Wer sich keine Zeit für Feedbackgespräche nimmt und Menschen ohne wirkliche Chance auf Verbesserung kündigt, darf sich über den Fachkräftemangel auch nicht wundern. Eine Fusion bei solchen agilen Entscheidungen war vorauszusehen.
Arbeitsatmosphäre
Ich kann nur über die Zeit vor der Fusion berichten, und diese war bei GKD Paderborn extrem entspannt. Nach Arbeitsbeginn wurde des Öfteren eine Stunde lang über private Dinge gequatscht auch wenn niemand etwas interessantes zu erzählen hatte.
Beste Frage um 9 Uhr Morgens: "na was habt ihr heute so schönes gemacht?"
Beste Antwort: "nichts, ich bin aufgestanden und bin dann zu Arbeit gefahren."
Es gab oft Momente der peinliche Stille und dann wurde gefragt, warum die Stimmung wie auf einer Beerdigung sei. Really?
Ich vermute, die Zeit zu schinden war ein fester Bestandteil des agilen Konzeptes. Auch die Gleitzeit war hier nicht sonderlich streng geregelt, sodass man problemlos etwa zehn Stunden im Monat weniger arbeiten konnte. Eine derart entspannte Arbeitsweise ist in der freien Wirtschaft kaum denkbar.
Image
GKD kennt in Paderborn fast niemand. Bis heute frage ich mich, wofür das GKD eigentlich steht: Gute Kaffeepausen und Dienstschlaf oder Gute Kommunikation und Dienstreisen?
Ach da war was: Gemeinschaft für Kommunikationstechnik, Informations- und Datenverarbeitung. Demnach müsste es doch GfKIuD heißen? Ich blick da echt nicht durch.
Work-Life-Balance
Homeoffice war möglich aber nur für Festangestellte, zu denen ich offenbar nicht zählte. Vielleicht war meine Anwesenheit vor Ort auch notwendig, damit jederzeit sichergestellt werden konnte, ob ich auch wirklich arbeite.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Die zahlreichen Kaffepads wurden fachgerecht entsorgt.
Karriere/Weiterbildung
Es gab die Möglichkeit bis zum Teamleiter aufzusteigen.
Kollegenzusammenhalt
Zusammenhalt existierte offenbar nur unter den Festangestellten. Besonders gut funktionierte der Zusammenhalt, wenn es darum ging, hinter meinem Rücken zu lästern und gemeinsam meine Kündigung zu beschließen.
Während meiner Einarbeitungszeit kam niemand auf mich zu und fragte, ob ich Hilfe benötige. Demnach musste ich Unterstützung selbst erfragen und fühlte mich wie ein Außenseiter.
Es gab einige Kollegen, die aufgrund ihrer IT-Kenntnisse die Nase ziemlich hoch trugen. Mit „IT-Kenntnissen“ meine ich Kompetenzen wie Dateien verschieben oder eine Computer-Maus bedienen.
Vorgesetztenverhalten
Feedbackgespräche? Offenbar überbewertet. Eine Kündigung ohne die wahren Günde zu nennen tut’s schließlich auch.
Die 1 bis 2 Sterne Bewertungen beweisen, dass selbst nach der Fusion solchen Vorgesetzte einem das Leben unnötig schwer machen. Vielleicht sind solche Fehlbesetzungen ebenfalls ein fester Bestandteil des agilen Konzeptes? Wer weiß.
Arbeitsbedingungen
Es gab höhenverstellbare Tische aber dafür keine Mitarbeiterparkplätze.
Kommunikation
Von heute auf morgen gekündigt zu werden, ohne den tatsächlichen Grund zu erfahren, ist wohl ein Tiefpunkt der Kommunikation. Somit wurde zwar kommuniziert, nur eben hinter meinem Rücken und nicht mit mir.
Gehalt/Benefits
Öffentlicher Dienst halt. Ich wurde damals in die Gehaltsstufe 9 eingruppiert, was für diese Position zu dem Zeitpunkt der übliche Standard war.
Interessante Aufgaben
Eher langweilig und nicht sonderlich anspruchsvoll – aber immerhin nicht stressig.