Werkstudenten leisten viel, bekommen aber wenig.
Gut am Arbeitgeber finde ich
Homeoffice und flexible Arbeitszeiten. Nettes Team und Umgang auf Augenhöhe.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Ungerechte Bezahlung von Werkstudierenden (14–16 € sind nicht mehr zeitgemäß). Keine Sonderzahlungen wie Urlaubs- oder Weihnachtsgeld. Keine vermögenswirksamen Leistungen. Weniger Urlaubstage als andere Teilzeitkräfte. Keine Berücksichtigung vorhandener Qualifikationen (z. B. abgeschlossenes Studium oder Ausbildung). Gleiche Leistung wie andere, aber deutlich schlechtere Rahmenbedingungen. Kein langfristiger Anreiz für junge "Talente", im Unternehmen zu bleiben. Genau deshalb habe ich mich dazu entschieden, das Unternehmen nach Ablauf meines Jahresvertrags zu verlassen, obwohl ich die Möglichkeit gehabt hätte, zu verlängern und mein Team mich gerne behalten hätte. Aber durch die ständige Sorge, finanziell nicht über die Runden zu kommen, war eine weitere Zusammenarbeit für mich leider nicht mehr tragbar. Ich denke, genau das ist ein Grund, warum Ottobock immer wieder gute Nachwuchskräfte verliert, weil bereits im Werkstudium an der falschen Stelle angesetzt wird und so viel Potenzial verloren geht. Deshalb empfehle ich Ottobock als Arbeitgeber für Werkstudenten nicht weiter.
Verbesserungsvorschläge
Viele Werkstudierende leben nicht mehr bei den Eltern, sondern müssen Miete, Semesterbeiträge und sämtliche Fixkosten selbst tragen. Trotzdem gibt es keine Möglichkeit, diese Belastung durch eine faire Bezahlung abzufedern. Ich selbst habe 20 Stunden pro Woche gearbeitet – jede Woche. Und trotzdem hatte ich regelmäßig finanzielle Sorgen, weil das Gehalt einfach nicht ausreicht, um über die Runden zu kommen. Auch im Vergleich mit anderen Unternehmen in der Region liegt Ottobock, meiner Einschätzung nach, beim Gehalt für Werkstudierende eher am unteren Ende. Das war letztlich auch der Grund, warum ich mich bewusst gegen eine Verlängerung meines Vertrags entschieden habe. Ein Stundenlohn von 14 oder 16 Euro ist in der heutigen Zeit schlicht nicht mehr angemessen. Es wäre aus meiner Sicht ein wichtiges Signal, wenn das Unternehmen auch intern für mehr Fairness & Gleichbehandlung sorgen würde, besonders bei jungen Mitarbeitenden, die viel leisten, aber strukturell benachteiligt sind. Es wird im Unternehmen viel über Diversity gesprochen. Ich finde, man sollte diesen Begriff auch auf die Lebensrealität der Mitarbeitenden ausweiten und da ansetzen, wo echte soziale Sicherheit geschaffen werden kann: durch faire Bezahlung. Werkstudierende dürfen nicht länger wie Arbeitskräfte zweiter Klasse behandelt werden.
Arbeitsatmosphäre
Ich habe mich im Team jederzeit wohl und respektiert gefühlt.
Kommunikation
Insgesamt wird gut und offen kommuniziert. Gerade im direkten Team gab es einen sehr transparenten Austausch. Die vielen englischsprachigen Unternehmensnachrichten könnten allerdings für manche zur Hürde werden, da wäre eine deutsche Übersetzung sinnvoll.
Kollegenzusammenhalt
Hier war in meinem Team alles Top.
Work-Life-Balance
Durch HomeOffice und flexiblen Arbeitszeiten hatte ich eine gute Work-Uni-Life-Balance.
Vorgesetztenverhalten
Ich hatte einen tollen Vorgesetzten.
Interessante Aufgaben
Meine Aufgaben waren vollkommen in Ordnung.
Gleichberechtigung
Der Begriff „Gleichberechtigung“ sollte nicht nur für Themen wie Herkunft, Geschlecht oder Identität gelten, sondern auch für die Art der Anstellung.
Werkstudierende übernehmen bei Ottobock anspruchsvolle Aufgaben, tragen Verantwortung und leisten einen wertvollen Beitrag zum Unternehmenserfolg. Trotzdem werden sie nicht gleichbehandelt: 24 Urlaubstage statt 30, keine Sonderzahlungen wie Urlaubs- oder Weihnachtsgeld, keine vermögenswirksamen Leistungen, obwohl sie mit einem 20-Stunden-Vertrag wie ganz normale Teilzeitkräfte arbeiten.
In meinen Augen fehlt hier die faire Wertschätzung auf struktureller Ebene. Wer Verantwortung erwartet, sollte sie auch entsprechend entlohnen und gleiche Spielregeln für alle schaffen, unabhängig vom Vertragsstatus!
Umgang mit älteren Kollegen
Hier ist mir nichts negatives aufgefallen.
Arbeitsbedingungen
Die flexiblen Arbeitsbedingungen sind auf den ersten Blick wirklich stark: Homeoffice ist jederzeit möglich, es gibt keine festen Arbeitszeiten & das lässt sich super mit dem Studium und dem Privatleben vereinbaren. Technisch ist alles gut ausgestattet & man arbeitet auf Augenhöhe mit dem Team.
Gleichzeitig arbeiten Werkstudierende unter spürbar anderen Rahmenbedingungen als Teilzeitkräfte mit einem regulären Vertrag, obwohl der Stundenumfang vergleichbar ist. Das wirkt an vielen Stellen nicht zeitgemäß & auch nicht fair. Wenn Verantwortung übernommen wird, sollte auch die arbeitsvertragliche Basis stimmen.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Alles in Ordnung gewesen.
Gehalt/Benefits
Hier treffen alle Kritikpunkte zusammen, die ich bereits angesprochen habe, denn beim Thema Gehalt un Sozialleistungen wird die Ungleichbehandlung von Werkstudierenden besonders deutlich.
Werkstudierende übernehmen bei Ottobock verantwortungsvolle Aufgaben, arbeiten oft eigenständig und leisten einen echten Beitrag zum Unternehmenserfolg. Dennoch erhalten sie deutlich schlechtere Rahmenbedingungen als festangestellte Teilzeitkräfte mit vergleichbarem Stundenumfang: weniger Urlaub, keine Sonderzahlungen wie Weihnachts- oder Urlaubsgeld, keine vermögenswirksamen Leistungen.
Besonders enttäuschend ist, dass es keinerlei Differenzierung nach Qualifikation gibt. Wer mit abgeschlossener Ausbildung, fertigem Bachelorstudium oder anderen relevanten Vorerfahrungen einsteigt, wird dennoch nach dem gleichen Stundensatz bezahlt, aktuell 14 oder 16 Euro. Das ist in der heutigen Zeit mit Inflation und steigenden Lebenshaltungskosten schlicht nicht mehr realistisch.
Image
Das Unternehmen hat nach außen ein starkes Image, gerade im Bereich Innovation & Inklusion. Intern merkt man aber schnell, dass dieses Bild nicht für alle Beschäftigtengruppen gleichermaßen gilt. Wer z. B. als Werkstudierender startet, spürt wenig von der viel kommunizierten Wertschätzung und Fairness.
Karriere/Weiterbildung
Sehr oft keine Chance auf Übernahme nach dem Studium in der Abteilung.


