Angespannte, unmotivierende Atmosphäre und wenig Mitarbeiterorientierung
Gut am Arbeitgeber finde ich
Einige langjährige Mitarbeitende halten mit großem Engagement die Abläufe aufrecht und sorgen für etwas Stabilität. In gewisser Weise entsteht durch das Durchhalten von oft schwierigen Umständen teils kollegialer Zusammenhalt.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
In meiner Wahrnehmung prägen ein starkes Kontrollverhalten, fehlende Wertschätzung und eine sehr konservative Unternehmenskultur das tägliche Arbeiten. Eigeninitiative oder persönliche Entwicklungsmöglichkeiten werden kaum unterstützt. Erfüllt man nicht die vorgesehene Rolle, wird man auf kreative Art aus der Firma entfernt. Der Bewerbungsprozess vermittelte in meinem Fall ein deutlich anderes Bild als die Realität. Insgesamt habe ich das Arbeitsklima als ungesund und wenig motivierend empfunden, ohne Aussicht auf Veränderung.
Verbesserungsvorschläge
Aus meiner Sicht ist eine deutliche Modernisierung der Unternehmenskultur und Führungsstrukturen notwendig. Dazu gehören weniger Mikromanagement, klar definierte Zuständigkeiten, eine strukturierte Wissensdokumentation und vor allem ein professionelleres Personalmanagement.
Arbeitsatmosphäre
In meiner Wahrnehmung ist die Arbeitsatmosphäre und generell das Betriebsklima häufig angespannt und von einem hohen Maß an Kontrolle geprägt. Ich habe oft den Eindruck, dass Freude an der Arbeit oder ein kollegiales Miteinander absolut keine Rolle spielen, sondern in erster Linie Leistung und Anpassung an Unternehmensvorgaben erwartet werden. Das Miteinander wirkt aus meiner Sicht eher unpersönlich und oberflächlich. Zudem man muss genau überlegen, mit wem man in der Firma offen spricht. Im Vergleich zu anderen Gesellschaften innerhalb der Christ Gruppe habe ich das Betriebsklima hier als mit Abstand am schlechtesten empfunden, was meiner Meinung nach auch auf die starke Präsenz von Vorständen und dem Personalchef vor Ort zurückzuführen ist.
Image
Meiner Wahrnehmung nach ist das Unternehmen in der Region bekannt, allerdings nicht unbedingt positiv. Sowohl im Hinblick auf Arbeitsatmosphäre als auch auf die Ausbildung höre ich überwiegend negative Rückmeldungen, was mein eigenes Erleben bestätigt.
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance empfinde ich als eher eingeschränkt. Zwar gibt es formal Gleitzeit, doch diese bietet in der Praxis nur sehr wenig Flexibilität, da es sich gerade mal um eine Stunde handelt. Überstunden werden teils sehr ungern gesehen, gleichzeitig wird aber höchster persönlicher Einsatz erwartet. Eine funktionierende Vertretungsregelung während ist, wie ich finde kaum vorhanden, was insbesondere bei Krankheit oder Urlaub zu zusätzlicher Belastung führt. Ebenso wird Homeoffice von Oben stark abgelehnt, wie es scheint passiert dies aufgrund von Misstrauen den Mitarbeitenden gegenüber.
Karriere/Weiterbildung
Karriere- und Entwicklungsmöglichkeiten nehme ich als sehr begrenzt wahr. Weiterbildung wird meiner Einschätzung nach nicht gefördert und häufig sogar aktiv verhindert. In meinem Fall wurden bereits zugesagte Weiterbildungen kurzfristig wieder abgesagt. Auch eigene Vorschläge zur persönlichen Entwicklung – selbst solche ohne Kosten für das Unternehmen – wurden nicht genehmigt oder in irgendeiner Art unterstützt. Es entsteht der Eindruck, dass vorhandenes Wissen maximal ausgeschöpft werden soll, ohne in Mitarbeitende zu investieren.
Gehalt/Sozialleistungen
Gehalt und Urlaub sind tariflich geregelt, was eine gewisse Sicherheit bietet. Darüber hinaus kann ich jedoch keine besonderen oder freiwilligen Zusatzleistungen seitens des Unternehmens feststellen.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Das soziale und ökologische Engagement des Unternehmens nehme ich als rein pflichtorientiert wahr. Soziale Projekte oder Initiativen scheinen meiner Meinung nach hauptsächlich aus Imagegründen unterstützt zu werden, nicht aus innerer Überzeugung.
Kollegenzusammenhalt
Der Kollegenzusammenhalt ist nach meiner Einschätzung nur in Ansätzen vorhanden. Viele Mitarbeitende wirken dadurch auf sich allein gestellt, was vermutlich auch an der stark individualisierten Aufgabenverteilung und dem Druck von oben liegt. Für mich scheint es, als würde Zusammenhalt meist nur dann entstehen, wenn es um Unzufriedenheit gegenüber Vorgesetzten geht. Ein aktives Fördern von Teamarbeit oder Kollegialität nehme ich nicht wahr.
Umgang mit älteren Kollegen
Den Umgang mit älteren Kolleginnen und Kollegen habe ich neutral erlebt. Dennoch hatte ich den Eindruck, dass Wertschätzung für beispielsweise langjährige Mitarbeit häufig eher formell oder aus Pflichtbewusstsein heraus gezeigt wird.
Vorgesetztenverhalten
Das Verhalten meines direkten Vorgesetzten nehme ich als unprofessionell, wenig kompetenz und kaum unterstützend wahr. Ich habe den Eindruck, dass Entscheidungen aufgrund von persönlichen Präferenzen und Befindlichkeiten getroffen werden, was die Unternehmens- und Führungsstruktur leider zulässt. Rückhalt gegenüber den eigenen Mitarbeitenden oder ehrliches, konstruktives Feedback vermisse ich gänzlich und auch nach mehrmaliger Nachfrage wird darauf nur sehr eingeschränkt eingegangen. Fortbildungen oder Weiterentwicklung scheinen für die Führungsebene generell keine Relevanz zu haben, weder für Mitarbeitende noch irgendeine Führungsebene selbst. Ich persönlich finde, das dies sich negativ auf die gesamte Führungsqualität der Firma auswirkt.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen empfinde ich insgesamt als verbesserungswürdig. Die Räumlichkeiten und Büroausstattung wirken veraltet, es gibt kaum klimatisierte Arbeitsplätze und die Belüftung ist im Sommer oft schwierig, was die Luft sehr stickig macht. Zudem gibt es keine Duschen, wodurch für viele die Anreise mit dem Fahrrad nicht in Frage kommt. Positiv sind die Kantine, Brotzeitverkauf und einige höhenverstellbare Schreibtische zu erwähnen. Negativ fällt mir auf, dass selbst kurze Pausen, etwa zum Trinken oder Toilettengang, scheinbar ungern gesehen werden. Das Weiterbildungsprogramm existiert zwar, allerdings habe ich den Eindruck, dass Anmeldungen hinterfragt oder beeinflusst werden. Insgesamt wirken die Bedingungen aus meiner Sicht wenig modern und nicht auf die Mitarbeitendenzufriedenheit oder -gesundheit ausgerichtet.
Kommunikation
Die interne Kommunikation erlebe ich als unstrukturiert, ineffektiv und sehr unmodern. Informationen werden meiner Wahrnehmung nach nicht immer offen und transparent weitergegeben. Auch der fachliche oder interdisziplinäre Austausch findet teilweise kaum statt und scheint nicht gefördert zu werden. Generell finde ich, dass die Kommunikation stark durch Kontrolle und Misstrauen geprägt ist und Mitarbeitende oft mit schwammingen Informationen hingehalten werden.
Gleichberechtigung
Ich habe bisher keine Diskriminierung aufgrund von Geschlecht, Herkunft oder Alter im Arbeitsalltag wahrgenommen. Allerdings scheint es meiner Meinung nach deutliche Unterschiede in der Behandlung einzelner Mitarbeitender zu geben – abhängig von persönlichen Sympathien oder Präferenzen der Führungskräfte. In meinem Bewerbungsprozess habe ich die Kommunikation der Gesprächspartner teils als unsensibel wahrgenommen.
Interessante Aufgaben
In meinem Fall wurden im Bewerbungsprozess interessante Aufgaben in Aussicht gestellt, die letztlich jedoch nicht umgesetzt wurden. Seit dem habe ich das Gefühl mit falschen Versprechungen hingehalten zu werden. Der Gestaltungsspielraum von Aufgaben ist äußerst begrenzt, was in meinem Bereich durch extremes Kontrollverhalten seitens des Personalchefs und der Vorstände sowie durch Unstrukturiertheit und fehlende Zuständigkeiten bedingt ist.
