Von Tradition mit Liebe zum Beruf bis hin zur Investorfilialkette: Untergang des Handwerks
Gut am Arbeitgeber finde ich
Anfangs war zumindest das Miteinander und die Motivation als gemeinsame Traditionsgruppe allen Ketten zu trotzen ,und diese womöglich zu überholen, noch hoch. Das war ein toller Geist und Zusammenhalt.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Mittlerweile besteht die Firma nurnoch aus der Idee der jährlichen Umsatzsteigerung. Sogar das Wort Filiale wird ständig genutzt und verbreitet. Kettendenken wird nicht mehr versteckt. Undurchsichtige Systeme sollen beworben werden, ohne dem Kunden das Kleingedruckte zu vermitteln. Aktionen jagen Aktionen. Zwei der größten klassischen Handwerksbereiche wurden von Tradition auf Filiale gedrückt. Eine echte Optik und Akustikkette. Man kann nur hoffen, dass nicht alle ordentlichen Traditionsbetriebe auf die Lüge reinfallen und Ihre Seele an Investoren verkaufen.
Verbesserungsvorschläge
Nur eine 180° Wende kann dieses Unternehmenskonstrukt noch retten. Weg vom massiven Wasserkopf und der gewissenlosen Investoren und Geldgebern. Hunderte Betriebe werden auf kurz oder lang in den Ruin getrieben. Die Liebe zur Tradition und Handwerk wurde durch die Liebe zu Zahlen, Daten und Umsatz ersetzt. Menschen, die vom Beruf nichts verstehen haben das Sagen. Das war schon immer die schlechteste Idee.
Arbeitsatmosphäre
Lob ist grundsätzlich fern. Die Gier nach immer mehr Umsatz wird größer, während an allen Werbeecken nurnoch gespart wird.
Kommunikation
Wurde über die Jahre allmählich besser. Mittlerweile weiß man jedoch, dass die Liebe zum Beruf nicht vertreten wird.
Kollegenzusammenhalt
Eine zunehmende Rivalität wird durch Verkaufsspielchen gesteigert. Kollegen die einen entsprechenden Umsatz liefern, werden nie für Fehler und Ungerechtigkeiten bestraft.
Work-Life-Balance
Systeme, die eindeutig so gestaltet sind, dass sie nicht während der Arbeitszeit genutzt werden sollten werden implementiert und gefördert.
Vorgesetztenverhalten
verantwortungslos, lässt Dinge die gelöst werden müssten einfach laufen, Umsatz dauerhaft im absoluten Vordergrund
Interessante Aufgaben
Arbeitsbelastung ist unfair und ungleich aufgeteilt, höhere Etagen bekommen nichts mit, da die Kommunikation nicht stimmt
Gleichberechtigung
Keine Vorkommnisse
Umgang mit älteren Kollegen
Zugehörigkeit wird nicht honoriert
Arbeitsbedingungen
Arbeitsbereiche in Ordnung, Pausenbereiche wie Großlager mit Dekoration und Müll, auch hier keine Priorisierung
Umwelt-/Sozialbewusstsein
In Ordnung
Gehalt/Benefits
Gehalt unter dem Durchschnitt, nur mit entsprechenden endlichen Weiterbildungen oder massivem Umsatz Chance auf Erhöhung; Betriebszugehörigkeit und Erfahrung wird nicht beachtet
Image
Anfangs Top Image, nach allmählicher Filialisierung Image so niedrig wie nie zuvor; hunderte Jahre Tradition wird vernichtet. Die Altinhaber wurden hinters Licht der klassischen Investoren aus allen Sparten geführt. Eine Schande.
Karriere/Weiterbildung
Weiterbildungen sind möglich und erwünscht, diese werden jedoch nur schlecht, kurz und ungenau übermittelt. So kostensparend wie möglich eben. Auch hier ist eine Gehaltserhöhung nur widerwillig möglich.

