Veralteter Standort geprägt von internationalem Einfluss - Prinzipien der "Boomer-Arbeitswelt" hemmen Möglichkeiten
Gut am Arbeitgeber finde ich
1. Kontakt mit international agierendem Unternehmen
2. Gehalt ist wettbewerbsfähig
3. Man hat stetig Pläne und Ideen um Probleme zu beheben
Verbesserungsvorschläge
1. Sanierung der Räumlichkeiten und Gebäude
2. Personal demografisch verjüngen
3. BR sollte nicht alles, was die Verdi verlangt umsetzen wollen
4. Aktionen für gute Laune der Belegschaft mehren
Arbeitsatmosphäre
Prinzipiell gut, aber viele Mitarbeiter haben gestresste Laune, weil Pläne der Vorgesetzten nicht akzeptiert werden. Mitarbeiter der "Boomer"- Generation tun sich schwer mit Veränderungen und sind eher gestresst aufzufinden. Entscheidungsgewalt liegt zum Großteil im Ausland, wodurch Vorgesetzte vor Ort teils nur reagieren und vermitteln, aber nicht wirklich selbst entscheiden. Als eigener Produktionsstandort mit eigenem Verwaltungsabteilungen ist die Arbeitslast und Verantwortung gut zu bewerten. Der Verwaltungsbereich ist räumlich sehr veraltet und bietet schlechte Bedingungen zur Erholung und schafft keine Wohlfühlatmosphäre.
Image
Ich kann mir gut vorstellen, dass 90% der Mitarbeiter nicht gut über das Unternehmen reden, aber das auch das Resultat aus einem stressmachenden Betriebsrat ist, der die Belegschaft unnötig anheizt mit Plänen der Verdi, die jenseits von realistisch und professionell sind. Der Standort läuft auf jeden Fall unter dem Radar und braucht sich in Punkten Gehalt und innovativen Prozessen nicht verstecken. Von meinem ersten bis letzten Arbeitstag waren mir die sanierungsbedürftigen Räumlichkeiten und Gebäude ein Dorn im Auge und ist nicht zu vernachlässigen in Sachen Imagebewertung.
Work-Life-Balance
Es gibt die Möglichkeit zum begrenzten Homeoffice, genug Freizeit durch Urlaub und der Arbeitgeber ist kooperativ bei außerordentlichen Ereignissen.
Karriere/Weiterbildung
Es wurde zwar gesagt, dass man Karriere machen kann, aber da die Entscheidungsgewalt eher im Ausland liegt bezüglich Einstellungen und allen weiteren Personalentscheidungen, konnte ich dort wenig Positives wahrnehmen. Es existiert ein eigenes Leanmanagement, was aber uninteressant für den Arbeitsmarkt ist und nicht viele Karrieremöglichkeiten beschert hat in meiner Wahrnehmung.
Gehalt/Benefits
Man verdient vom Azubi bis hin zur Führungskraft gutes Geld. Man wird nicht reich, aber in Kombination mit den Sozialleistungen (Unfallversicherung, betriebliche Rente etc.) war das schon wettbewerbsfähig und der Arbeit angemessen.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Man hatte stetig das Ziel sich auch in diesen Bereichen zu zertifizieren.
Kollegenzusammenhalt
Einzelne Mitarbeiter leben leider von der Lästerkultur/Flurfunk und nehmen Angebote für den Zusammenhalt nicht an, sodass dies eher negativ aufgestoßen ist.
Umgang mit älteren Kollegen
Davon habe ich nicht wirklich etwas miterlebt, aber die ältere Belegschaft wirkte auf mich im Schnitt wesentlich schlechter gelaunt, als jüngere Kollegen (unter 40). Dies lag für mich aber auch oft an unnötigen und selbstverursachten Gründen.
Vorgesetztenverhalten
Die Vorgesetzten sind Großteils sowohl menschlich, als auch fachlich top. Natürlich gibt es auch dort Menschen, die fehlpositioniert wirken und es sicherlich auch sind, aber mit diesen hatte zumindest ich nicht viel am Hut.
Arbeitsbedingungen
Da fällt die Bewertung leider sehr schlecht aus. Ich meine damit nicht die Ausstattung der Arbeitsplätze (Laptop, höhenverstellbarer Tisch etc.) sondern die Räumlichkeiten und Gebäude an sich sind einfach nicht einladend, zum Wohlfühlen, Erholen oder konzentrierten Arbeiten geeignet gewesen. Wenn ich allein an die Pausenräumlichkeiten zurückdenke, bin ich froh dort nicht mehr Pause machen zu müssen.
Kommunikation
Es gibt regelmäßige Townhalls und andere Informationsquellen.
Gleichberechtigung
Gleichberechtigung war dort ein hohes Gut und in meinen Augen (bitte nicht falsch verstehen) auch ein wenig zu sehr ausgelebt. Der Frauenanteil wirkte auf mich zu hoch, aber da ist die HR bestimmt anderer Meinung.
Interessante Aufgaben
Ich fand die Arbeit dort sehr interessant und sinnstiftend. Vielleicht manchmal monoton, aber wo findet man sowas nicht. Auch der Kontakt zu einem international agierenden Konzern war super motivierend, wenn man es richtig angenommen hat.