Wenig Wertschätzung, unorganisiert und schlechte Kommunikation
Gut am Arbeitgeber finde ich
Einige Projekte sind inhaltlich spannend und können fachlich herausfordernd und bereichernd sein. Die grundlegende technische Ausstattung (Laptop, Arbeitsplatz) funktioniert zuverlässig. In manchen Teams lassen sich echte Freundschaften schließen, was in einem ansonsten schwierigen Umfeld zumindest punktuell für Zusammenhalt sorgt.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die Arbeitsatmosphäre ist von Unsicherheit und Misstrauen geprägt. Kommunikation erfolgt oft respektlos oder unprofessionell, es gibt keine echte Feedbackkultur. Führungskräfte sind häufig betriebsblind und schlecht geschult, Weiterbildung ist schwer zugänglich, und die Gleichberechtigung wird nicht ernst genommen. Das Gehalt liegt unter dem Branchendurchschnitt, während gleichzeitig ein hohes Arbeitspensum gefordert wird.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre hat sich in den letzten Jahren spürbar verschlechtert. Es herrscht eine starke Unsicherheit unter den Mitarbeitenden, viele haben Angst um ihren Arbeitsplatz. Statt Zusammenarbeit dominiert inzwischen eine Ellbogenmentalität, die den Teamgeist und die Motivation stark belastet. Wer auf ein kollegiales und unterstützendes Umfeld hofft, wird hier leider enttäuscht.
Kommunikation
Wenn überhaupt kommuniziert wird, geschieht das häufig über unstrukturierte E-Mails oder kurzfristig angesetzte Meetings – teilweise sogar abends um 20 Uhr. Hinzu kommt, dass der Ton in der Kommunikation oft unhöflich oder unwertschätzend ist, was sich negativ auf das Betriebsklima auswirkt und bei vielen Mitarbeitenden Frustration erzeugt.
Kollegenzusammenhalt
Der Kollegenzusammenhalt war früher eine große Stärke des Unternehmens. Leider hat sich das stark verändert: Heute steht oft der persönliche Selbsterhalt im Vordergrund, was das Miteinander belastet. Dennoch ist es je nach Team noch möglich, echte Freundschaften zu schließen und sich gegenseitig zu unterstützen.
Work-Life-Balance
Wie in vielen Beratungen ist die Arbeitsbelastung grundsätzlich hoch – das wäre verständlich, wenn die Rahmenbedingungen stimmen würden. Leider ist das hier nicht der Fall: Das übermäßige Arbeitspensum wird weder durch angemessene Vergütung noch durch eine funktionierende Organisation aufgefangen.
Vorgesetztenverhalten
Führungspositionen werden häufig auf Basis der Betriebszugehörigkeit vergeben – nicht aufgrund von fachlicher Eignung oder Führungskompetenz. Das führt dazu, dass viele Führungskräfte betriebsblind agieren und kaum ausgebildet sind im Umgang mit Mitarbeitenden. Eine echte Feedbackkultur existiert nicht. Selbst wenn man aktiv Rückmeldung einfordert, fehlt häufig das nötige Wissen über die eigenen Aufgaben und Leistungen – was das Vertrauen in die Führung weiter schwächt.
Interessante Aufgaben
Die Projekte können interessant sein. In einem fachlich gut passenden Projekt kann die Arbeit auch Spaß machen und herausfordernd sein. Leider hängt das stark vom jeweiligen Einsatz und Team ab. Wäre dieser Aspekt nicht positiv gewesen, hätte ich das Unternehmen wahrscheinlich deutlich früher verlassen.
Gleichberechtigung
Das Thema Gleichberechtigung wird im Unternehmen leider weder ernst genommen noch professionell behandelt. Insbesondere langjährige Mitarbeitende tragen zu einem Klima bei, in dem diskriminierendes Verhalten oft akzeptiert wird. Eine konstruktive Auseinandersetzung mit Diskriminierung findet kaum statt.
Umgang mit älteren Kollegen
Es gibt kaum ältere Mitarbeitende.
Arbeitsbedingungen
Die grundlegenden Arbeitsmittel waren in Ordnung. Der Laptop und Arbeitsplatz entsprachen den Anforderungen und haben im Arbeitsalltag zuverlässig funktioniert. In diesem Bereich gibt es nichts zu beanstanden.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Nach außen gibt sich das Unternehmen betont nachhaltig – in der Praxis bleibt davon allerdings wenig übrig. Zwar gibt es interne Initiativen wie Mülltrennung und einzelne engagierte Teams (insbesondere am Standort Berlin), doch gleichzeitig ist es gängige Praxis, Mitarbeitende regelmäßig für Projekte per Flugzeug quer durchs Land zu schicken – selbst bei gut ausgebauten Bahnverbindungen. Dieser Widerspruch zwischen Anspruch und Realität wirkt eher wie Greenwashing als wie gelebte Verantwortung.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt liegt deutlich unter dem Branchendurchschnitt für die Beratungsbranche. Angesichts des hohen Arbeitspensums und der Verantwortung, die viele Mitarbeitende tragen, ist die Vergütung nicht angemessen.
Image
Nach außen gibt sich das Unternehmen modern, erfolgreich und fortschrittlich. Intern zeigt sich jedoch ein ganz anderes Bild: mangelnde Führung, fehlende Wertschätzung und strukturelle Probleme prägen den Arbeitsalltag. Die Diskrepanz zwischen Außenwirkung und gelebter Realität ist groß – und für viele Mitarbeitende frustrierend.
Karriere/Weiterbildung
Grundsätzlich gibt es Möglichkeiten zur Weiterbildung und Karriereentwicklung – allerdings nur auf dem Papier. In der Praxis ist es ein ständiger Kampf, Freiräume dafür neben dem Projektgeschäft zu schaffen. Selbst wenn eine Maßnahme genehmigt wird, stößt man häufig auf Unverständnis im Team, weil die Abwesenheit als zusätzliche Belastung empfunden wird. Das demotiviert und schreckt viele letztlich davon ab, solche Angebote überhaupt wahrzunehmen.