Private Equity verwalteter Arbeitgeber mit gutem aber sehr betagten Produkt
Gut am Arbeitgeber finde ich
Der Zusammenhalt in den Teams selber.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Keine Innovation mehr. Kommentarloser Braindrain. Hilfloses und unabgestimmtes Management.
Verbesserungsvorschläge
Purpose & Vision weg, Kunden vergrault, EBIT ist nun der einzige Treiber (und Purpose?)
Frage: Gibt es da eventuell noch etwas, womit man die Mitarbeiter langfristig bei der Stange halten kann? Prüft bitte auch noch mal den Spruch: Culture eats Strategy for Breakfast.
Arbeitsatmosphäre
Absolut Abteilungsabhängig: In meinem Bereich Insgesamt gut und wertschätzend. Die Lockerheit von früher ist jedoch viel weniger geworden.
Image
Bei Kunden und Partnern: Geht so würde ich sagen: Nach der unangekündigten Preiserhöhung um teils 300%/Jahr für ein Produkt, welches sich jahrelang nicht großartig weiterentwickelt hat und Industriestandards hinterherhechelt ist die Stimmung eher gedämpft. Wir hatten mal Fans...
Bei den Mitarbeitenden: Auch eher mau. Kann man auch gut auf diesem Portal hier ablesen. Oder im firmeneigenen Feedback Tool. Ach das ist ja auch weg...
Work-Life-Balance
Flexible Urlaubsregelung, 40h Woche, flexible Zeiteinteilung. Für einige eher "Work" als "Life".
Karriere/Weiterbildung
Fachliche Weiterentwicklung ist durchaus möglich. Wird nun aber als Kostenfaktor und nicht als Investment in die Mitarbeitenden gesehen. Karriere geht auch nur, wenn man neu in die Firma kommt. Es steigen sehr wenige aus dem bestehenden Personalkörper auf.
Gehalt/Benefits
Jeder verhandelt für sich. Es gibt keine vernünftigen Gehaltsstrukturen. Ich werde ok bezahlt. Mittlerweile schaut auch ein Betriebsrat da mit drauf.
Technische Rollen werden nun eher in Osteuropa gesucht. Aus Gründen...
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Jährliche Unterstützung von sozialen Einrichtungen gibts immer noch. Im Zweifel aber ein Streichposten und keine Verpflichtung mehr gegenüber dem Gemeinwesen.
Kollegenzusammenhalt
Von Abteilung zu Abteilung verschieden. In meinem Bereich ok.
Umgang mit älteren Kollegen
Das Alter macht in meinem Bereich keinen Unterschied.
Vorgesetztenverhalten
Zielsetzungen kommen nun aus den Vereinigten Staaten und haben - wenig überraschend - nur noch mit dem EBIT und der Erhöhung des Unternehmenswerts zu tun. Die PE steuert aktiv in Projekten mit und bestimmt Timelines und Prio. Das merkt man auch beim Vorgesetztenverhalten. Viel Handlungsspielraum existiert da nicht. Der Ton ist definitiv rauer geworden (Es wird auch schonmal gebrüllt in Teams Meetings).
Die Kollegen aus dem Führungskreis sind auch untereinander nicht gut abgestimmt. Erkennbar an den mangelhaften Projektplanungen, lahmen Projektfortschritten und Unkenntnis zu allgemeinen Regelungen und Prozessen.
Ein weiteres geflügeltes Wort: „Disagree and Commit“. Auch wenn vielen im Führungsbereich dann gar nicht klar ist wozu sie jetzt ihr „disagree“ geben sollen... Hauptsache ihr zieht mit und stellt keine (Sinn)fragen.
Einige der guten Führungskräfte aus den verschiedenen Bereichen (Sales, Produkt, Administrative Bereiche), die für den Erfolg und Wert des Unternehmens einen hohen Beitrag geleistet haben, sind mittlerweile von Bord gegangen.
Arbeitsbedingungen
Flexible Möglichkeiten bei der Gestaltung der Arbeitzeit. Heimarbeitsplatzregelung einfach und gut gelöst sowie hochwertige Technik. Es musste ein bisschen an den Mobile Work Regeln korrigiert werden, damit das rechtlich wieder passt. Aber insgesamt gut.
Kommunikation
Vollkommen intransparent. Es wird zwar regelmäßig über Unternehmenszahlen und harmlose Entwicklungen im Haus informiert, allerdings bleibt das alles nur sehr oberflächlich. Die wirklich interessanten Themen, z.B. wenn es um Veränderungen in Organisation und Personal geht, werden erst kurz vor knapp kommuniziert, bzw. wenn es zu spät ist. Feedback der Mitarbeitenden zu kritischen Themen wird ignoriert oder weggelächelt.
Kanäle zur Zusammenarbeit und Kommunikation gibt es reichlich, Unternehmensweite Meetings, Projektmeetings, Standups, usw. usf. Weiterhin stehen Wiki, Email, Instant Messenger, Projektmangement- & Ticketsysteme & Reportingsysteme bereit. Auch gern mindestens 2x. Effizient? Naja.
Gleichberechtigung
An sich macht man im täglichen Umgang und bei der Aufgabenverteilung keinen Unterschied beim Geschlecht, allerdings könnte mehr Diversität in der Führungsebene nicht schaden.
Interessante Aufgaben
Sind vorhanden. Die Organisation ist allerdings wie schon seit langem strukturell überlastet. Das gefährdet dann Zeitleisten, schafft wenig Fokus und überfordert die Teams. Es werden Roadmaps durchgewunken, bei denen von Anfang an schon klar ist, das man +1 Jahr draufrechnen sollte. Arbeitsweisen und Projekte sind nicht abgestimmt. Insbesondere sichtbar an den Schnittstellen der Wirkbereiche beider CxOs.