Aufbruchsstimmung mit Dauerbaustellen
Gut am Arbeitgeber finde ich
Den Kollegenzusammenhalt und die grundsätzlich abwechslungsreichen Aufgaben. Es gibt einige fachlich sehr kompetente Kolleg:innen, von denen man viel lernen kann. Auch Team-Events und die Möglichkeit, neue Bereiche kennenzulernen, finde ich positiv.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Den teilweise sehr hohen Arbeitsdruck, häufige Richtungswechsel und fehlende Verlässlichkeit bei Entscheidungen. Auch der Führungsstil und die Kommunikation sind aus meiner Sicht teilweise wenig wertschätzend. Dazu kommen teilweise eine hohe Arbeitsbelastung, wenig strukturierte Einarbeitung, niedriges Gehalt und eine geringe Rücksichtnahme auf die Work-Life-Balance.
Außerdem fehlt mir teilweise ein ausreichendes Bewusstsein für die gesundheitliche Belastung von Mitarbeitenden. Belastungen werden aus meiner Sicht nicht immer ernst genommen, sondern teilweise relativiert oder als selbst verursachter Druck dargestellt.
Verbesserungsvorschläge
Mehr Wert auf einen respektvollen und wertschätzenden Führungsstil sowie eine Kommunikation auf Augenhöhe legen. Erwartungen sollten realistisch und stärker an den individuellen Kenntnissen und Entwicklungsständen der Mitarbeitenden ausgerichtet werden, statt über Vergleiche mit anderen zu arbeiten.
Außerdem wären eine strukturiertere Einarbeitung, mehr Zeit für fachlichen Austausch und Wissenstransfer sowie eine bessere Planung der Arbeitsbelastung wichtig. Entscheidungen und neue Prozesse sollten konsequenter umgesetzt und Veränderungen transparenter kommuniziert werden.
Auch beim Umgang mit Arbeitszeiten, Überstunden und Gehaltsanpassungen würde ich mir mehr Verlässlichkeit und Transparenz wünschen.
Arbeitsatmosphäre
Im Team habe ich überwiegend positive Erfahrungen gemacht. Team-Events waren immer eine schöne Abwechslung. Gleichzeitig gibt es durch häufige Personalwechsel und schwankende Auslastung immer wieder Phasen von Unruhe und hoher Belastung. Veränderungen im Team werden aus meiner Sicht teilweise wenig transparent kommuniziert und nicht immer ausreichend aufgearbeitet.
Kommunikation
Grundsätzlich kann man Probleme und Feedback ansprechen und vieles wird von Führungskräften auch aufgenommen. Allerdings werden Themen aus meiner Sicht teilweise nur lückenhaft umgesetzt, kurzfristig wieder verändert oder nach einiger Zeit durch neue Regelungen ersetzt. Dadurch fehlt stellenweise die nötige Verlässlichkeit und Kontinuität. Auch bei personellen Veränderungen wünsche ich mir mehr offene Kommunikation und eine bessere Aufarbeitung. Das hat zu viel Kopfschmerz geführt.
Kollegenzusammenhalt
Ich habe viele hilfsbereite, liebe und engagierte Kolleg:innen kennengelernt. Gerade untereinander wird sich häufig gegenseitig unterstützt. Durch den häufigen Kollegenwechsel ist es allerdings nicht immer einfach, langfristig stabile Strukturen und eingespielte Teams aufzubauen.
Work-Life-Balance
Die Arbeitsbelastung kann phasenweise sehr hoch sein. Durch zusätzliche Aufgaben, Abstimmungen und wechselnde Anforderungen können sich Überstunden ergeben, die laut Vertrag allerdings ausdrücklich nicht erwünscht sind. Gerade in intensiven Projektphasen führen viele Änderungen und Richtungswechsel teilweise zu zusätzlichem Aufwand und Verzögerungen. Ich würde mir einen fairen und verlässlicheren Umgang mit Arbeitszeiten und Mehrarbeit wünschen. Außerdem ist nicht unüblich, viele Kolleg:innen auch am Wochenende oder spät abends online zu sehen. Somit kann man die Work-Life-Balance wirklich nicht als positiv bewerten.
Vorgesetztenverhalten
Hier sehe ich das größte Verbesserungspotenzial. Die Kommunikation und der Umgang mit Feedback waren je nach Führungsperson sehr unterschiedlich. Mit manchen konnte man offen und konstruktiv über Probleme sprechen, während ich mir bei anderen deutlich mehr Wertschätzung, Empathie und eine sachlichere Kommunikation gewünscht hätte. Leistung wird teilweise stark über Vergleiche mit anderen Mitarbeitenden bewertet. Statt konkret aufzuzeigen, was verbessert werden kann, wird teilweise darauf verwiesen, was andere Mitarbeitende schneller oder besser leisten würden. Gerade bei neuen Aufgaben empfinde ich das als wenig konstruktiv und eher demotivierend. Teilweise war es echt einfach nur respektlos und taktlos.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben sind grundsätzlich abwechslungsreich und bieten die Möglichkeit, verschiedene Bereiche kennenzulernen und sich fachlich weiterzuentwickeln.
Gleichberechtigung
Mein persönlicher Eindruck ist, dass Frauen sich teilweise stärker für Gehaltsentwicklungen und Anerkennung einsetzen mussten. Insgesamt wünsche ich mir hier mehr Transparenz und ein stärker nachvollziehbares System.
Umgang mit älteren Kollegen
In diesem Punkt habe ich überwiegend positive Erfahrungen gemacht. Ältere Kolleg:innen werden aus meiner Wahrnehmung respektvoll und gleichwertig behandelt. Aufgrund der insgesamt eher jungen Belegschaft ist meine Einschätzung allerdings nur begrenzt aussagekräftig.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen sind grundsätzlich in Ordnung, werden aber durch wechselnde Strukturen, teilweise hohe Auslastung und kurzfristige Veränderungen erschwert. In Phasen hoher Arbeitsbelastung habe ich teilweise den Eindruck, dass die vorhandenen Ressourcen nicht ausreichend zur tatsächlichen Aufgabenmenge passen.
Auch die Einarbeitung neuer Mitarbeitender könnte deutlich strukturierter sein. Teilweise fehlt aus meiner Sicht eine ausreichende Einführung, sodass neue Kolleg:innen sehr schnell eigenständig Aufgaben übernehmen müssen. Gleichzeitig wurden Aufgaben teilweise unter erheblichem Zeitdruck übergeben oder konnten aufgrund der Auslastung nicht ausreichend begleitet werden.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Beim klassischen Büroverbrauch gibt es durchaus Ansätze, beispielsweise wird weitgehend papierlos gearbeitet. Gleichzeitig wird aus meiner Sicht enorm auf KI gesetzt. Insgesamt habe ich daher nicht den Eindruck, dass ökologische Aspekte bei der Nutzung von Technologien eine besonders große Rolle spielen.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt empfinde ich im Verhältnis zu den Anforderungen und der Verantwortung als eher niedrig. Auch in Situationen, in denen Gehaltsanpassungen in Aussicht gestellt oder besprochen wurden, wurden diese aus meiner Erfahrung nicht umgesetzt. Insgesamt wünsche ich mir hier mehr Transparenz und Verlässlichkeit bei Verhandlungen.
Image
Nach außen wird das Unternehmen aus meiner Sicht teilweise positiver und strukturierter wahrgenommen, als ich es intern erlebt habe. Insgesamt würde ich das Image daher als durchschnittlich einschätzen.
Karriere/Weiterbildung
Es gibt durchaus sehr fachlich kompetente und erfahrene Kolleg:innen, von denen man viel lernen kann. Allerdings wird aus meiner Sicht zu wenig Zeit für strukturierten Wissenstransfer und fachlichen Austausch eingeplant. Viele Kolleg:innen sind selbst stark in Projekte eingebunden, sodass regelmäßige Anleitung oder gemeinsames Arbeiten an fachlichen Themen nur eingeschränkt möglich ist.
Dadurch bleibt der Wissenstransfer teilweise sehr begrenzt. Fachlicher Austausch findet eher spontan und teilweise außerhalb der regulären Arbeitszeit statt, obwohl gerade für die Einarbeitung und Weiterentwicklung neuer Mitarbeitender feste Zeit dafür sinnvoll wäre.
Grundsätzlich gibt es die Möglichkeit, neue Bereiche kennenzulernen und sich weiterzuentwickeln. Gleichzeitig werden teilweise hohe Entwicklungsgeschwindigkeiten erwartet, obwohl die notwendigen zeitlichen Ressourcen für eine entsprechende Einarbeitung und Wissensvermittlung nicht immer vorhanden sind.