Wer Motivation hat, verliert sie hier und wer nichts erwartet, wird nicht enttäuscht :-)
Kommunikation
Kommunikation und Transparenz scheinen hier Fremdwörter zu sein. Anfragen an HR werden teilweise wochenlang ignoriert. Entscheidungen werden über die Köpfe der Mitarbeitenden hinweg getroffen und man wird anschließend einfach vor vollendete Tatsachen gestellt. Informationen erfährt man nicht selten zuerst aus der Zeitung, bevor die eigene Führungskraft sie kommuniziert. Hintergründe zu Entscheidungen oder Aufgaben werden kaum erläutert und für die eigene Meinung oder Verbesserungsvorschläge gibt es praktisch keinen Raum. Insgesamt ist die interne Kommunikation auf einem erschreckend niedrigen Niveau. Es fällt schwer zu sagen, wo die Probleme anfangen und wo sie aufhören.
Work-Life-Balance
Das Arbeitsaufkommen ist so gering, dass man teilweise kaum von echter Arbeit sprechen kann. Die wenigen verbliebenen Führungskräfte haben ihre Teams offenbar so wenig im Blick, dass es praktisch keine Rolle spielt, ob man produktiv ist oder nicht. Als Work-Life-Balance würde ich das nicht bezeichnen. Dafür müsste es überhaupt erst einmal genügend Arbeit geben. Für zwei oder drei Wochen mag das entspannt sein, über zwei Jahre hinweg ist es jedoch schlicht langweilig, frustrierend und fachlich kaum weiterentwickelnd.
Vorgesetztenverhalten
Der Fisch stinkt vom Kopf... :-)
Gleichberechtigung
Ein Unterschied in der Behandlung von Männern und Frauen oder anderen Personengruppen ist mir nicht aufgefallen. Was jedoch völlig fehlt, sind transparente und nachvollziehbare Kriterien für Beförderungen. Wer befördert wird und wer nicht, wirkt oft willkürlich und ist für Mitarbeitende nicht nachvollziehbar. Während manche Personen ohne erkennbare Begründung aufsteigen, bleibt anderen diese Möglichkeit trotz vergleichbarer Voraussetzungen verwehrt. Objektive oder klar kommunizierte Maßstäbe sind dabei nicht erkennbar.
Arbeitsbedingungen
Das zentral gelegene und gut angebundene Büro in der Innenstadt ist definitiv ein Pluspunkt. Die Ausstattung lässt jedoch deutlich zu wünschen übrig. Höhenverstellbare Schreibtische sucht man vergeblich, die Klimaanlage war häufig defekt und auch Fenster waren teilweise kaputt. Insgesamt wirkt das Arbeitsumfeld wenig modern und wenig gepflegt. Es gibt deutlich angenehmere und besser ausgestattete Arbeitsumgebungen.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Seine moralischen Ansprüche sollte man hier besser an der Tür abgeben. Der Umgang mit Umwelt und Stakeholdern steht in deutlichem Widerspruch zu dem Bild, das nach außen vermittelt wird. Nachhaltigkeit scheint vor allem dann wichtig zu sein, wenn sie sich gut vermarkten lässt. Wer Wert auf verantwortungsvolles Handeln legt, wird hier vermutlich schnell enttäuscht.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt ist ohne Frage überdurchschnittlich und gehört zu den wenigen echten Pluspunkten. Darüber hinaus gibt es jedoch kaum nennenswerte Benefits. Abgesehen von der betrieblichen Altersvorsorge und Mitarbeiterrabatten fällt das Angebot im Vergleich zu vielen anderen Arbeitgebern eher enttäuschend aus. Weihnachtsgeschenke wurden gestrichen, gemeinsame Veranstaltungen wie Sommerfeste finden nicht mehr statt, Homeoffice wurde in einigen Bereichen wieder eingeschränkt und selbst Reisekosten werden teilweise nicht mehr genehmigt. Insgesamt entsteht der Eindruck, dass an allen Stellen gespart wird, allerdings vor allem zulasten der Mitarbeitenden.
Image
Da kann man sich aus der Presse schnell ein eigenes Bild machen :-)
Karriere/Weiterbildung
Weiterentwicklung findet hier kaum statt. Vorschläge zur fachlichen Weiterentwicklung oder Wechselwünsche in andere Bereiche werden regelmäßig abgelehnt oder gar nicht erst ernst genommen. Insgesamt entsteht der Eindruck, dass die Förderung der Mitarbeitenden keine Priorität hat und aktiv wenig bis gar nichts für deren Entwicklung getan wird.

