Fachlich starke Einarbeitung – menschlich enttäuschender Abschluss (Direktvermittlung / Personalvermittlung)
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die fachliche Einarbeitung war aus meiner Sicht hervorragend. Besonders die Coaches in Lüdenscheid haben einen großen Anteil daran, dass ich mich fachlich schnell entwickeln konnte. Auch der Zusammenhalt unter vielen Kolleginnen und Kollegen in Düsseldorf war sehr positiv. Die Tätigkeit in der Direktvermittlung war abwechslungsreich und bot viel Potenzial zur persönlichen Entwicklung.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Meine Bewertung richtet sich ausdrücklich nicht gegen die Coaches oder die Kolleginnen und Kollegen, mit denen ich zusammenarbeiten durfte. Fachlich habe ich in kurzer Zeit sehr viel gelernt und nehme diese Erfahrungen bis heute positiv mit.
Kritisch sehe ich jedoch die Kommunikation und den Umgang mit meinem Arbeitsverhältnis.
Ich war intern in der neu gegründeten Abteilung für Direktvermittlung tätig. Da ich als Quereinsteiger gestartet bin, fanden regelmäßig Feedbackgespräche statt. Nach meiner Wahrnehmung wurde mir dabei zu keinem Zeitpunkt signalisiert, dass mein Arbeitsplatz gefährdet sei oder dass meine Leistungen nicht ausreichen würden. Eine Abmahnung oder ein anderes Warnsignal gab es aus meiner Sicht ebenfalls nicht.
Während meiner Beschäftigung verstarb meine Mutter völlig unerwartet. Dieser Verlust war für mich persönlich eine Ausnahmesituation. Gemeinsam mit meinen Ärzten entschied ich mich bewusst dafür, den Trauerprozess ernst zu nehmen und mich ärztlich begleiten zu lassen, anstatt zu früh wieder in den Arbeitsalltag einzusteigen und die Situation zu verdrängen.
Zu Beginn der dritten Woche meiner Arbeitsunfähigkeit erhielt ich die Einladung zu einem persönlichen Gespräch in der Niederlassung. Da ich aufgrund meiner Arbeitsunfähigkeit nicht persönlich erscheinen konnte, informierte ich meine Niederlassungsleitung entsprechend. Das Gespräch wurde daraufhin telefonisch geführt.
Ich ging davon aus, dass es um meine weitere berufliche Zukunft gehen würde. Stattdessen wurde mir bereits zu Beginn des Telefonats mitgeteilt, dass mein Arbeitsverhältnis beendet werde. Während desselben Gesprächs erfuhr ich außerdem, dass das Kündigungsschreiben bereits persönlich durch einen Mitarbeiter der Niederlassung in meinen Briefkasten eingeworfen worden war.
Was mich bis heute beschäftigt, ist nicht die Kündigung an sich. Ein Arbeitsverhältnis kann aus unterschiedlichen Gründen enden. Schwer nachvollziehbar war für mich vielmehr, dass nach meiner Wahrnehmung weder vor noch nach der Kündigung ein persönliches Gespräch mit der Niederlassungs- oder Regionalleitung über mögliche Lösungen, Unterstützung oder Perspektiven stattfand.
Nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses erhielt ich ein insgesamt positives Arbeitszeugnis. Gleichzeitig wurde meine Leistung später im arbeitsgerichtlichen Verfahren kritisiert. Diese unterschiedlichen Signale konnte ich persönlich nur schwer einordnen.
Ich habe mich deshalb entschieden, die Kündigung arbeitsgerichtlich überprüfen zu lassen. Das Verfahren endete schließlich durch einen gerichtlichen Vergleich.
Rückblickend bleibt für mich der Eindruck, dass fachlich viel Potenzial vorhanden ist, der menschliche Umgang in schwierigen Situationen jedoch deutlich verbessert werden könnte.
Verbesserungsvorschläge
Mehr offene Kommunikation bei Leistungsbedenken und vor personellen Entscheidungen. Probleme sollten frühzeitig angesprochen und gemeinsam Lösungen entwickelt werden. Gerade in persönlichen Ausnahmesituationen wünsche ich mir einen stärkeren menschlichen Umgang. Außerdem würde ich eine Kultur fördern, in der kontinuierliche vertriebliche Weiterentwicklung, nachhaltige Fehleranalyse und persönliches Coaching einen höheren Stellenwert erhalten.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre innerhalb des Teams habe ich überwiegend positiv erlebt. Viele Kolleginnen und Kollegen waren hilfsbereit und unterstützten sich gegenseitig. Gleichzeitig fehlte mir eine Kultur der kontinuierlichen vertrieblichen Weiterentwicklung. Ich hätte mir mehr gemeinsames Reflektieren, konstruktives Feedback und eine stärkere Entwicklungskultur gewünscht.
Image
Vor meinem Einstieg hatte ich ein sehr positives Bild vom Unternehmen. Nach meinen persönlichen Erfahrungen hat sich dieses Bild leider deutlich verändert. Fachlich sehe ich viele Stärken, beim Umgang mit Mitarbeitern in schwierigen Situationen hingegen Verbesserungsbedarf.
Work-Life-Balance
Grundsätzlich in Ordnung. Eigeninitiative und Weiterbildung wurden aus meiner Sicht allerdings eher vorausgesetzt als aktiv gefördert. Wer sich entwickeln möchte, investiert wahrscheinlich auch Zeit außerhalb der Arbeitszeit.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Hierzu kann ich keine belastbare Aussage treffen, da dieses Thema im Arbeitsalltag für mich kaum eine Rolle spielte.
Karriere/Weiterbildung
Der größte Pluspunkt des Unternehmens. Gerade die Coaches in Lüdenscheid haben mich fachlich hervorragend eingearbeitet. Ich habe in kurzer Zeit sehr viel über Recruiting, Vertrieb und Gesprächsführung gelernt und profitiere davon bis heute.
Kollegenzusammenhalt
Mit meinen direkten Kolleginnen und Kollegen habe ich überwiegend sehr positive Erfahrungen gemacht. Fragen wurden beantwortet und man unterstützte sich gegenseitig. Meine Kritik richtet sich ausdrücklich nicht gegen das Team.
Vorgesetztenverhalten
Während meiner Beschäftigung fanden regelmäßig Feedbackgespräche statt. Nach meiner Wahrnehmung wurde dabei nie deutlich gemacht, dass eine Kündigung im Raum stehen könnte. Ein offenes Gespräch über mögliche Probleme oder gemeinsame Lösungsansätze hätte ich mir insbesondere vor einer Kündigung gewünscht.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen waren insgesamt in Ordnung. Die eingesetzten Systeme funktionierten und die Arbeitsplätze waren zweckmäßig ausgestattet.
Kommunikation
Im Arbeitsalltag funktionierte die Kommunikation grundsätzlich. Kritisch sehe ich jedoch die Kommunikation bei wichtigen Personalentscheidungen. Trotz regelmäßiger Feedbackgespräche wurde mir nach meiner Wahrnehmung nie signalisiert, dass mein Arbeitsplatz gefährdet sei. Die spätere Kündigung kam deshalb für mich vollkommen überraschend.
Gehalt/Benefits
Das Grundgehalt war marktüblich. Persönlich hätte ich mir ein stärker leistungsorientiertes Vergütungsmodell gewünscht.
Interessante Aufgaben
Die Tätigkeit in der Direktvermittlung war abwechslungsreich und fachlich spannend. Besonders der Aufbau neuer Kundenbeziehungen sowie das Recruiting machten mir viel Spaß.

