Vom Pride-Startup zum politischen Konzern – und People bleiben auf der Strecke
Gut am Arbeitgeber finde ich
Kaffee & Kollegen
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Intransparente Kommunikation: Entscheidungen werden oft kurzfristig und wenig begründet getroffen, Q&A Sessions wirken wie Rechtfertigungen
Hohe Fluktuation und ständiger Personalwechsel
Office-Pflicht mit WLAN-Tracking
Verbesserungsvorschläge
Weniger Micromanagement – mehr Vertrauen in die Erfahrung der Mitarbeitenden
• Transparente, gut begründete Entscheidungen anstatt kurzfristiger Richtungswechsel über Slack
• Wieder Vertrauen aufbauen → Führung sollte erklärbar und konsistent handeln
• Office-Pflicht & WLAN-Tracking überdenken – Präsenz darf kein Kontrollinstrument sein
Arbeitsatmosphäre
Die Lage des Büros am Hauptbahnhof ist top.
Die Ausstattung ist allerdings veraltet: seit ca. 10 Jahren IKEA-Stühle ohne ergonomische Features und nur wenige Stehtische.
Positiv: Kaffee, Getränke und Müsli sind sehr gut
Image
Ich war jahrelang sehr stolz, bei Personio zu arbeiten.
Mittlerweile – mit all den Veränderungen und negativen Schlagzeilen – frage ich mich, was mich noch hier hält.
Extern positioniert sich Personio weiterhin als cooles, innovatives Startup.
Intern fühlt es sich jedoch wie ein aufgeblasener Konzern an, geprägt von amerikanischen Investoren, schnellen Richtungswechseln, fehlendem Vertrauen in CEO und CRO, und Hyper-Growth-Druck.
Für mich wirkt „People first“ inzwischen eher wie ein leeres Versprechen.
Work-Life-Balance
Im Großen und Ganzen okay – allerdings wird erwartet, dass man im Urlaub „kurz“ online ist und Tasks bearbeitet.
Vor dem Urlaub bzw. nach dem Urlaub wird erwartet, dass man vorarbeitet oder nacharbeitet, um seine Quote zu erreichen.
Karriere/Weiterbildung
Es ist sehr schwierig, eine Beförderung zu bekommen.
Die Auswahl ist teilweise nicht nachvollziehbar – Perspektive fühlt sich eher vage an als planbar. Development Budget gibt es auch nicht mehr
Gehalt/Benefits
Das Gehalt (OTE) ist an sich nicht schlecht.
Aber im Sales liegen 60 % fix / 40 % variabel.
Bei schwierigeren Marktbedingungen ist es deutlich schwerer geworden, Ziele zu erreichen bzw. zu übertreffen – vor ein paar Jahren war das anders.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Personio hat sich jahrelang damit geschmückt, sehr umweltfreundlich zu sein.
Ich habe das Gefühl, dass dieses Thema an Priorität verloren hat.
Früher gab es z. B. einen company-weiten Impact-Day, bei dem Bäume gepflanzt wurden. Heute nicht mehr.
Kollegenzusammenhalt
Der Kollegenzusammenhalt ist das stärkste Positive.
Es fühlt sich an wie ein gemeinsamer „Fiebertraum“, den man zusammen durchsteht.
Viele Veränderungen gleichzeitig: Kündigungen, komplette Managementwechsel, Office-Pflicht inkl. WLAN-Tracking.
Sehr hohe Fluktuation.
Umgang mit älteren Kollegen
In meiner Abteilung gibt es keine älteren Mitarbeitenden.
Ich habe das Gefühl, dass ältere Kolleg:innen in der Kultur, die Personio aktuell lebt, nicht lange bleiben würden.
Vorgesetztenverhalten
Mit meiner direkten Führungskraft habe ich Glück.
Allerdings hatte ich in 3,5 Jahren bereits fünf verschiedene Leader – Wechsel ca. alle 6 Monate → kaum Vertrauensaufbau möglich. Ebene darüber ist stark von Micromanagement geprägt und man fühlt sich sehr „gläsern“ durch Tools wie Gong etc
Arbeitsbedingungen
Arbeitsbedingungen wurden nicht angepasst, obwohl es wieder eine Office-Pflicht gibt.
Wir sitzen nach wie vor auf IKEA-Stühlen und es gibt viel zu wenig höhenverstellbare Tische.
Der Floor ist sehr laut. Es gibt keine Einzelbüros – nur Großraum – und zu wenig Meetingboxen.
Obwohl Management seit Jahren kommuniziert, dass es „Verbesserungen geben soll“, wurde in der Praxis nichts verändert.
Kommunikation
Für mich der schwächste Punkt.
Entscheidungen werden oft „über Nacht“ getroffen und dann nicht transparent begründet.
Q&A Sessions wirken eher wie Rechtfertigungen als echter Austausch.
Gleichberechtigung
Zwischen Männern und Frauen empfinde ich Gleichberechtigung grundsätzlich als gegeben, Gehalt wirkt innerhalb der jeweiligen Rolle vergleichbar.
Bei Beförderungen werden jedoch vor allem Personen bevorzugt, die politisch agieren, gut connecten und sich intern positionieren.
Es geht weniger um Skills – und mehr um Seniority und Nähe zu Vorgesetzten.
Interessante Aufgaben
Früher mochte ich die Tätigkeiten sehr gern.
In wirtschaftlich schwierigeren Zeiten wurden Vertriebsziele nicht angepasst – trotz massiv erschwerter Zielerreichung.

