Mehrleistung zum Spartarif evakuiert Arbeitsmoral und Loyalität: Im Vakuum breitet sich die Fluktuation aus.
Gut am Arbeitgeber finde ich
Pünktliche Gehaltszahlung, gute Kantine, jährliche Anmietung des Weihnachtsmarktes in Wetzlar am Dom sowie gelegentliche Gesundheitsevents. Teils kooperative Schichtabsprachen und ein intakter Zusammenhalt unter den Kollegen im direkten und indirekten Arbeitsumfeld.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Wegfall etablierter finanzieller Bestandteile wie Altersvorsorge und Gewinnbeteiligung. Fehlende Wertschätzung und ein Führungsschwerpunkt, der primär auf Stückzahlen statt auf Prozess- und Qualitätsverbesserungen setzt. Die zunehmende Unzufriedenheit zeigt sich spürbar in einer hohen Wechselbereitschaft und vermehrten Kündigungen innerhalb der Belegschaft.
Verbesserungsvorschläge
Mitarbeiter nicht nur als Durchsatzfaktoren sehen, sondern vorhandene Kompetenzen und Optimierungsvorschläge aktiv nutzen, statt sie abzubügeln. Transparenz bei Leistungszulagen schaffen und den massiven materiellen Einschnitten entgegenwirken, um gute Fachkräfte und deren Wissen zu halten. Die klimatischen Bedingungen in der Montage sowie Hygiene- und Umkleidesituationen zeitnah verbessern.
Arbeitsatmosphäre
Das Betriebsklima ist seit einiger Zeit spürbar von hohem Leistungs- und Ausbringungsdruck geprägt. Bei Abweichungen wird der Fokus zunächst auf Schuldzuweisungen statt auf gemeinsame Fehleranalysen gelegt. Konstruktiver Input von Mitarbeitenden findet im Alltag leider immer weniger Beachtung.
Kommunikation
Der Informationsfluss verläuft überwiegend einseitig von Führungsebene zu den Mitarbeitenden. Operative Rückmeldungen und schriftliche Hinweise werden häufig nicht beantwortet. Aussagen aus der Chefetage wirken bisweilen abgehoben und wenig motivierend für die Belegschaft.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt unter den Kollegen auf Teamebene ist grundsätzlich gut und verlässlich. Man unterstützt sich gegenseitig im Arbeitsalltag, wo es geht. Befristete Verträge werden allerdings auch bei guter Leistung nicht zwangsläufig verlängert, sondern lieber ein Schwung neuer Leiharbeiter vorübergehend eingestellt.
Work-Life-Balance
Individuelle Absprachen zur Schichtplangestaltung bei Weiterbildungen sind grundsätzlich möglich. Eine Ausweitung von Kernarbeitszeiten in den Schichten hat die persönliche Flexibilität jedoch eingeschränkt. Zudem fehlen monetäre Anreize für gelegentliche Samstagsarbeit.
Vorgesetztenverhalten
Die Führung ist stark auf Kennzahlen und Durchsatz ausgerichtet, wodurch die Förderung individueller Fähigkeiten in den Hintergrund rückt. Kritikpunkte in jährlichen Leistungsbewertungsgesprächen werden mitunter ohne vorherige Klärung vorgebracht.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben bieten fachlich gute Ansätze, der Spielraum für Verbesserungen ist jedoch begrenzt. Bestehendes Know-how bezüglich Ablaufoptimierungen wird selten eingebunden. Der Schwerpunkt liegt primär auf der Abarbeitung definierter Arbeitsanweisungen.
Gleichberechtigung
Offenkundige Benachteiligungen fallen im Alltag nicht direkt auf. Allerdings wirken Leistungsbeurteilungen und ERA-Zulagen-Kalibrierungen häufig subjektiv und wenig transparent. Wer kritische Fragen stellt oder Prozesse hinterfragt, zieht oft den Kürzeren.
Umgang mit älteren Kollegen
Langjährig Beschäftigte werden respektiert und sind fest in den Abteilungen integriert. Besondere Entlastungen bei physisch fordernden Tätigkeiten im Schichtbetrieb oder bei sommerlichen Hallentemperaturen sind allerdings kaum vorhanden.
Arbeitsbedingungen
In den Sommermonaten herrschen in den Hallen teils sehr hohe Temperaturen ohne ausreichende Klimatisierung. Bei der Instandhaltung und Sauberkeit sanitärer Anlagen gibt es wiederkehrende Defizite, teils auch durch für mich unverständliche, mutwillige Verstopfungen der Toiletten seitens der Mitarbeitenden. Zudem besteht wieder ein Mangel an ausreichenden Spinden und Parkmöglichkeiten.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Das Unternehmen legt Wert auf ein ordentliches Auftreten und bietet vereinzelte Vorsorge- und Gesundheitsaktionen an. Im operativen Geschäft stehen wirtschaftliche Zielgrößen jedoch klar im Vordergrund. Der Gesamteindruck entspricht dem industriellen Durchschnitt.
Gehalt/Benefits
Gehälter kommen immer pünktlich, und Benefits wie Kantine oder Rabattaktionen sind vorhanden. Die in den letzten zwei bis drei Jahren erfolgte Streichung wichtiger finanzieller Säulen wie der Gewinnbeteiligung und der betrieblichen Altersvorsorge bedeutet jedoch einen massiven Reallohnverlust. Zudem wachsen die Sorgen um die künftige Tarifbindung.
Image
Die Marke genießt in der Region historisch noch immer einen guten Ruf. Das interne Bild weicht mittlerweile jedoch spürbar von der nach außen vermittelten Darstellung ab, denn immer mehr Kollegen sehen das Image als „mehr Schein als Sein“.
Karriere/Weiterbildung
Geschult wird fast ausschließlich das, was zwingend gesetzlich oder operativ vom Betrieb verlangt wird.