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Pflegia
Bewertung

TopCompany6 Jahre

Wer repetitive Routinearbeit am Telefon liebt, ist hier genau richtig

1,2
Nicht empfohlen
Ex-Praktikant/inHat bis 2024 im Bereich Vertrieb / Verkauf bei Pflegia in Berlin gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Der Kollegenzusammenhalt war definitiv das Highlight meiner Zeit dort. Das Team war jung und der Umgang miteinander war herzlich. Auch abseits der Arbeit, zum Beispiel bei gemeinsamen Veranstaltungen, hat man gemerkt, dass die Chemie unter den Kolleginnen und Kollegen gestimmt hat.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Nachtrag: Diese Bewertung wurde bereits mehrfach deaktiviert. Ich hoffe, dass authentisches Feedback von ehemaligen Mitarbeitenden dauerhaft zugänglich bleibt, dafür ist diese Plattform schließlich gedacht… Die Arbeitsbedingungen habe ich insgesamt als belastend empfunden. Der hohe Leistungsdruck, die eingeschränkte Flexibilität beim Arbeitsort und die physische Arbeitsumgebung haben mich persönlich stark beansprucht. Entscheidungen aus der Führungsebene wirkten auf mich häufig kurzfristig und wenig nachvollziehbar. Hinzu kam, dass ich den Eindruck hatte, als Person wenig wahrgenommen zu werden. Meine Wahrnehmung, nur an Zahlen gemessen zu werden, hat mich belastet. Auch die gefühlt hohe Mitarbeiterfluktuation: ich hatte den Eindruck, dass oftmals Kolleginnen und Kollegen das Unternehmen bereits in den ersten Wochen oder Monaten wieder verließen, häufiger als ich es von anderen Arbeitgebern kannte.

Verbesserungsvorschläge

Mehr Flexibilität beim Arbeitsort wäre aus meiner Sicht ein naheliegender erster Schritt. Für eine Tätigkeit, die sich meiner Meinung nach problemlos vollständig remote ausüben ließe, hatte ich persönlich das Gefühl, dass die Erwartung zur Präsenz im Büro wenig Spielraum ließ und meine Eigenverantwortung dabei nicht ausreichend wahrgenommen wurde. Darüber hinaus würde ich mir ein breiteres Benefits-Angebot wünschen, das über das Grundlegende hinausgeht. Am wichtigsten erscheint mir jedoch ein stärkerer Fokus auf langfristige Mitarbeiterbindung, zum Beispiel durch transparentere Kommunikation, nachvollziehbarere Entscheidungsprozesse und individuelle Entwicklungsmöglichkeiten, die über die mir bekannten Möglichkeiten hinausgehen. Das würde meiner Einschätzung nach auch der gefühlt hohen Fluktuation entgegenwirken.

Arbeitsatmosphäre

Ich empfand die Arbeitsatmosphäre als sehr belastend. Das Gefühl, fast ausschließlich an Zahlen gemessen zu werden und als Person wenig wahrgenommen zu werden, hat mich persönlich stark belastet. Bei schwächeren Phasen gab es meiner Wahrnehmung nach regelmäßig zusätzliche Gespräche, die ich eher als zusätzlichen Druck und nicht als Unterstützung erlebt habe. Den Druck habe ich oft mit nach Hause genommen und konnte nur schwer abschalten.

Kommunikation

Entscheidungen aus der Führungsebene fühlten sich für mich oft willkürlich und wenig durchdacht an. Ich hatte während meiner Zeit oft das Gefühl, dass Entscheidungen aus der Führungsebene kurzfristig und wenig nachvollziehbar wirkten. Wenn Phasen kamen, die ich als schwierig wahrgenommen habe, schien sich die Richtung schnell zu ändern. Eine klare, langfristige Linie habe ich persönlich nicht erkennen können. Nach außen wurde meiner Wahrnehmung nach großer Wert auf eine positive Außendarstellung gelegt, was ich als wenig authentisch empfunden habe. Eine offene und transparente Kommunikationskultur habe ich während meiner Zeit dort nicht erlebt.

Kollegenzusammenhalt

Das ist der einzige Bereich, den ich positiv bewerte. Das Team hat gut zusammengehalten, man saß im gleichen Boot und hat sich gegenseitig unterstützt. Der Zusammenhalt unter den Kollegen war für mich das, was die Zeit dort noch erträglich gemacht hat.

Work-Life-Balance

Die Arbeitszeiten waren fest vorgegeben und boten aus meiner Sicht kaum Flexibilität. Homeoffice war grundsätzlich möglich, aber ich hatte das Gefühl, mich dafür rechtfertigen zu müssen. Für eine Tätigkeit, die meiner Meinung nach problemlos remote ausgeübt werden könnte, empfand ich die wahrgenommene Erwartung, ins Büro kommen zu müssen, als unverhältnismäßig. Insgesamt habe ich die Work-Life-Balance als nicht zufriedenstellend erlebt.

Vorgesetztenverhalten

Wurde bereits u.a. unter "Kommunikation" erläutert. Das Vorgesetztenverhalten empfand ich als wenig authentisch und vermittelte mir den Eindruck, dass die Unternehmenszahlen wichtiger sind als das Mitarbeiterwohlbefinden.

Interessante Aufgaben

Die Tätigkeiten bestanden für mich im Wesentlichen aus repetitiver Routinearbeit: täglich dieselben Kontaktaufnahmen, dieselben Abläufe, kaum Abwechslung. Ich persönlich empfand das als Fließbandarbeit, die wenig Raum für Entwicklung oder inhaltlich anspruchsvolle Aufgaben ließ.

Gleichberechtigung

Offensichtliche Diskriminierung habe ich während meiner Zeit nicht wahrgenommen. Formale Strukturen zur Förderung von Diversität oder Gleichstellung waren mir nicht bekannt, das Thema schien meiner Wahrnehmung nach keine besondere Priorität zu haben.

Umgang mit älteren Kollegen

Das Thema stellte sich für mich kaum, da ich das gesamte Team während meiner Zeit als überwiegend sehr jung wahrgenommen habe. Erfahrenere Kolleginnen und Kollegen mit längerer Berufserfahrung waren in meiner Wahrnehmung eher die Ausnahme.

Arbeitsbedingungen

Die physischen Arbeitsbedingungen habe ich als belastend empfunden. Das Arbeiten in einem Großraumbüro, kombiniert mit ganztägigem Telefonieren, war laut und anstrengend. Die technische Ausstattung, insbesondere die Headsets, empfand ich zum Zeitpunkt meiner Tätigkeit als einfach und nicht für die Anforderungen der Arbeit ausgelegt. In einem lauten Großraumbüro, in dem ganztägig telefoniert wird, hätte ich mir hier mehr gewünscht.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Mir sind während meiner Zeit dort keine nennenswerten Maßnahmen im Bereich Nachhaltigkeit oder Umweltbewusstsein aufgefallen. Als digitale Plattform wäre hier aus meiner Sicht mehr möglich gewesen.

Gehalt/Benefits

Das Gehalt empfand ich als branchenüblich, weder besonders gut noch besonders schlecht. Bei den Benefits hingegen gab es aus meiner Sicht wenig zu berichten: Eine wöchentliche Lebensmittellieferung war das Einzige, was mir in Erinnerung geblieben ist. Zuschüsse für Sport, Mobilität oder andere gängige Benefits gab es zu meiner Zeit nicht.

Image

Nach innen hatte ich das Gefühl, dass viele Kolleginnen und Kollegen das Unternehmen eher kritisch sahen. Der Zusammenhalt im Team entstand meiner Wahrnehmung nach weniger aus Begeisterung für den Arbeitgeber als aus einem gemeinsamen Erleben der Arbeitsbedingungen. Wie das Unternehmen bei Pflegekräften als Zielgruppe wahrgenommen wird, kann ich nur eingeschränkt beurteilen, mein Eindruck war durchwachsen.

Karriere/Weiterbildung

Strukturierte Weiterbildungsangebote habe ich während meiner Zeit nicht kennengelernt. Ich hatte persönlich das Gefühl, dass klare Entwicklungspfade für mich nicht erkennbar waren und die Aufstiegsmöglichkeiten in meiner Wahrnehmung begrenzt wirkten. Es gab lediglich die Möglichkeit als Teamlead oder Head-of aufzusteigen, diese Stellen sind aber natürlich in ihrer Anzahl sehr begrenzt. Für Menschen, die sich fachlich langfristig weiterentwickeln möchten, war dieser Arbeitgeber aus meiner persönlichen Sicht nur eingeschränkt geeignet.

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Arbeitgeber-Kommentar

HR-Team Pflegia
HR-Team Pflegia

Vielen Dank, dass Du Dir die Zeit für eine so ausführliche Rückmeldung genommen hast. Auch wenn es schade ist zu lesen, dass Du Deine Zeit bei Pflegia in vielen Punkten als belastend empfunden hast, nehmen wir Deine Schilderungen ernst. Umso mehr freut es uns, dass Du den starken Kollegenzusammenhalt und den herzlichen Umgang im Team so positiv hervorhebst, denn genau dieses Miteinander ist auch für uns das Fundament unserer Kultur.

Da Deine Praktikumszeit bereits bis 2024 zurückreicht, möchten wir gerne etwas Kontext zu den Entwicklungen geben, die wir seither angestoßen haben. Das Thema Lautstärke im Büro war uns ein großes Anliegen: Inzwischen verfügen wir über 20 Einzelbüros sowie 6 Phone Booths, um gezielt Rückzugsmöglichkeiten für konzentriertes Arbeiten und Telefonate zu schaffen. Auch bei der Ausstattung haben wir nachjustiert. Bezüglich der Karrierewege legen wir Wert auf interne Entwicklung. Dass heute 18 von 20 Teamleads durch interne Beförderungen in ihre Rolle gewachsen sind, zeigt uns, dass Aufstiegsmöglichkeiten bei Pflegia gelebt werden. Gleichzeitig arbeiten bei uns Kolleginnen und Kollegen im Alter von 18 bis 60 Jahren zusammen, was unser Team fachlich wie menschlich bereichert.
Dass Du den Leistungsdruck und die Kommunikation damals als belastend wahrgenommen hast, bedauern wir. Unser Ziel ist es stets, Unterstützung zu bieten und transparent zu agieren.

Da wir uns und unsere Prozesse kontinuierlich weiterentwickeln wollen, bieten wir Dir jederzeit ein persönliches Gespräch an. Schreib mir gerne direkt an tabea@pflegia.de, wenn Du Dich noch einmal austauschen möchtest.

Für Deinen weiteren beruflichen und persönlichen Weg wünschen wir Dir alles Gute.

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Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.