Gut am Arbeitgeber finde ich
Positiv hervorzuheben sind das junge Team und der ähnliche Altersdurchschnitt, wodurch man grundsätzlich schnell Anschluss finden kann. Das Büro liegt zentral in Berlin, ist lichtdurchflutet und bietet freie Platzwahl. Zudem stehen kostenlose Getränke und regelmäßig aufgefüllte Snacks zur Verfügung; in der ersten Woche wurde auch das Mittagessen übernommen.
Der Bewerbungsprozess war unkompliziert und die erste Woche bot zumindest einen kurzen Einblick in verschiedene Unternehmensbereiche. Wer gerne im Vertrieb arbeitet, sich an klaren KPIs orientiert und durch messbare Leistung motiviert wird, kann das Umfeld durchaus passend finden. Auch das Verhältnis zwischen Frauen und Männern sowie die Besetzung mehrerer Teamleitungspositionen mit Frauen habe ich positiv wahrgenommen.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Kritisch sehe ich insbesondere die aus meiner Sicht kurze Einarbeitungszeit und die Erwartung, dass neue Mitarbeitende sehr schnell produktiv arbeiten und die vorgegebenen Kennzahlen erreichen. Während meiner Beschäftigungszeit erlebte ich außerdem, dass mehrere Personen aus meiner damaligen Startgruppe das Unternehmen bereits nach vergleichsweise kurzer Zeit wieder verließen. Dies vermittelte mir persönlich den Eindruck einer hohen Fluktuation und geringer Zeit für eine nachhaltige Entwicklung neuer Mitarbeitender.
Meine tatsächlichen Aufgaben entsprachen zudem nicht dem Eindruck, den ich durch die Stellenausschreibung und die beiden Probetage gewonnen hatte. Statt einer aus meiner Sicht abwechslungsreichen Tätigkeit im Key Account Management bestand mein Arbeitsalltag überwiegend aus einer sehr hohen Zahl telefonischer Kontaktversuche und dem Abfragen offener Vakanzen bei Einrichtungen.
Auch die Arbeitszeitkultur habe ich negativ wahrgenommen. Als Praktikant arbeitete ich vollständig vor Ort, während für Teile der festangestellten Belegschaft Homeoffice möglich war.
Beim Führungs- und Kündigungsprozess fehlten mir persönlich Transparenz und Wertschätzung. Vor meiner Kündigung erhielt ich keine konkreten Hinweise darauf, dass meine Leistung als unzureichend angesehen wurde oder welche Punkte ich verbessern sollte. Noch am selben Tag besprach ich mit meinem Teamleiter Aufgaben für die folgende Woche. Wenige Stunden später wurde mir in einem Gespräch mit HR gekündigt. Mein Teamleiter nahm an diesem Gespräch nicht teil und suchte anschließend auch kein persönliches Gespräch mit mir.
Zusätzlich empfand ich die Geräuschkulisse im Großraumbüro als belastend. Durch die vielen parallelen Telefonate fiel es mir teilweise schwer, meine Gesprächspartner zu verstehen oder mich zu konzentrieren. Die technische Ausstattung erfüllte zwar grundsätzlich ihren Zweck, wirkte auf mich jedoch teilweise langsam und nicht mehr besonders aktuell.
Verbesserungsvorschläge
Die tatsächlichen Aufgaben sollten bereits in der Stellenausschreibung und während der Probetage möglichst konkret dargestellt werden. Wenn ein erheblicher Teil des Arbeitsalltags aus telefonischer Kontaktaufnahme und dem Abfragen offener Vakanzen besteht, sollte dies aus meiner Sicht vor Vertragsabschluss transparent kommuniziert werden.
Neue Mitarbeitende und Praktikanten sollten außerdem mehr Zeit für eine strukturierte Einarbeitung erhalten. Statt sehr früh überwiegend anhand von KPIs bewertet zu werden, wären regelmäßige Feedbackgespräche, konkrete Verbesserungshinweise und realistische Entwicklungsziele sinnvoll. Vor einer Kündigung sollte aus meiner Sicht ein offenes Gespräch mit der direkten Führungskraft stattfinden, in dem wahrgenommene Kritikpunkte und Erwartungen verständlich benannt werden.
Auch die Arbeitszeitkultur könnte aus meiner Sicht verbessert werden. Verpflichtende Meetings, die erst zum regulären Arbeitsende beginnen, sollten bereits bei der Planung der Arbeitszeit berücksichtigt werden.
Zudem wäre es sinnvoll, Praktikanten zumindest teilweise dieselben Homeoffice- oder Hybridmöglichkeiten wie festangestellten Mitarbeitenden anzubieten, sofern ihre konkreten Aufgaben dies zulassen.
Weitere Verbesserungsmöglichkeiten sehe ich bei der technischen Ausstattung, der Geräuschsituation im Großraumbüro und der Begleitung neuer Mitarbeitender. Außerdem sollte aus meiner Sicht mit der Bitte um eine kununu-Bewertung gewartet werden, bis Mitarbeitende genügend Zeit hatten, sich ein fundiertes Bild vom Unternehmen zu machen.
Arbeitsatmosphäre
Junges Team und grundsätzlich lockerer Umgang. Die Atmosphäre wird jedoch stark durch Vertriebsziele, KPIs und eine hohe Erwartungshaltung geprägt. Im Großraumbüro ist es durch die vielen parallelen Telefonate außerdem häufig sehr laut, sodass konzentriertes Arbeiten und Kundengespräche teilweise erschwert werden.
Image
Das allgemeine Image des Unternehmens kann ich nur eingeschränkt beurteilen. Während meiner Einarbeitung wurde ich vom Unternehmen bereits sehr früh darum gebeten, eine Bewertung auf kununu abzugeben. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich erst wenige eigene Erfahrungen im Unternehmen gesammelt.
Ich persönlich empfand den Zeitpunkt dieser Bitte daher als unpassend, weil ich mir zu diesem Zeitpunkt noch kein fundiertes Bild von den Arbeitsbedingungen und dem Unternehmen machen konnte. Darüber hinaus fehlten mir ausreichende Einblicke, um die allgemeine Außenwahrnehmung des Unternehmens fundiert zu bewerten.
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance habe ich während meines Praktikums als sehr schlecht empfunden. Als Praktikant arbeitete ich vollständig an fünf Tagen pro Woche im Büro, während festangestellte Mitarbeitende teilweise Homeoffice nutzen konnten.
Ich hielt mich an meine regulären Arbeitszeiten und begann sowie beendete meine Arbeit pünktlich. Aufgrund der Arbeitsmenge und der allgemeinen Arbeitskultur entstand bei mir jedoch teilweise der Eindruck, dass ein längeres Bleiben erwartet wurde.
An einzelnen Freitagen begannen verpflichtende All-Hands-Meetings zudem erst um 17:30 Uhr und dauerten ungefähr eine Stunde, obwohl dies meinem regulären Arbeitsende entsprach.
Karriere/Weiterbildung
Die Entwicklungsmöglichkeiten habe ich während meiner Zeit als eher begrenzt wahrgenommen. Der Fokus lag stark darauf, möglichst schnell produktiv zu werden und die vorgegebenen KPIs zu erreichen. Für eine längere, strukturierte Einarbeitung oder eine schrittweise fachliche Weiterentwicklung blieb aus meiner Sicht wenig Raum.
In der ersten Woche erhält man zwar kurze Einblicke in verschiedene Abteilungen, was grundsätzlich positiv ist. Diese Einblicke waren jedoch sehr knapp und halfen mir nur eingeschränkt dabei, die Zusammenhänge und Prozesse tiefer zu verstehen. Wer sich langfristig fachlich entwickeln und systematisch dazulernen möchte, sollte daher im Bewerbungsprozess konkret nach Einarbeitungsplan, Schulungen und Entwicklungsperspektiven fragen.
Gehalt/Benefits
Das Praktikumsgehalt war aus meiner Sicht branchen- beziehungsweise wettbewerbsüblich. Ob man die Vergütung für angemessen hält, muss letztlich jeder für sich selbst bewerten. Positiv sind die kostenlosen Getränke und Snacks im Büro sowie das übernommene Mittagessen während der ersten Woche. Bei meiner ersten Gehaltszahlung wurde allerdings zunächst ein zu geringer Betrag überwiesen, der erst im Folgemonat korrigiert wurde.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Diesen Punkt kann ich nur eingeschränkt beurteilen. Während meiner Beschäftigung habe ich keine besonders hervorgehobenen Maßnahmen zum Umwelt- oder Sozialbewusstsein wahrgenommen, allerdings auch keine eindeutig negativen Erfahrungen gemacht. Positiv ist grundsätzlich das junge und vielfältige Team. Für eine fundierte Bewertung zu Nachhaltigkeit, gesellschaftlichem Engagement oder internen Sozialstandards fehlten mir jedoch konkrete Einblicke.
Kollegenzusammenhalt
Durch den ähnlichen Altersdurchschnitt findet man grundsätzlich schnell Anschluss und kann relativ schnell freundschaftliche Kontakte knüpfen. Gleichzeitig erlebte ich während meiner Beschäftigungszeit, dass mehrere Personen aus meiner damaligen Startgruppe das Unternehmen bereits nach kurzer Zeit wieder verließen. Dadurch fiel es mir schwerer, mit den Kolleginnen und Kollegen, mit denen ich gemeinsam begonnen hatte, einen langfristig stabilen Zusammenhalt aufzubauen.
Zusätzlich war die Zusammenarbeit in meinem Arbeitsbereich stark durch individuelle KPIs und Vertriebsziele geprägt. Dadurch entstand für mich teilweise ein eher leistungs- und konkurrenzorientiertes Arbeitsumfeld.
Umgang mit älteren Kollegen
Diesen Punkt kann ich nur eingeschränkt beurteilen, da das Unternehmen insgesamt einen sehr jungen Altersdurchschnitt hat. Die meisten Mitarbeitenden waren nach meiner Wahrnehmung ungefähr Mitte 20, und auch viele Teamleiter waren erst Ende 20 oder Anfang 30. Mit deutlich älteren Kolleginnen und Kollegen hatte ich während meiner Beschäftigung kaum Berührungspunkte, weshalb mir eine fundierte Bewertung schwerfällt.
Vorgesetztenverhalten
Im täglichen Arbeitsalltag war der Teamleiter grundsätzlich ansprechbar. Bei kritischem Feedback und insbesondere im Kündigungsprozess hätte ich mir jedoch deutlich mehr Transparenz und persönliche Verantwortung gewünscht. Vor meiner Kündigung erhielt ich weder konkrete Hinweise darauf, dass meine Leistung kritisch gesehen wurde, noch ein Gespräch darüber, was ich verbessern sollte.
Die Kündigung kam für mich daher völlig unerwartet. Noch am selben Tag besprach ich mit meinem Teamleiter meine Aufgaben für die folgende Woche und erhielt konkrete Hinweise dazu, woran ich weiterarbeiten sollte. Nur wenige Stunden später wurde mir durch HR gekündigt.
Mein Teamleiter, der zuvor mein direkter Ansprechpartner war und meine tägliche Arbeit am besten beurteilen konnte, nahm weder am Kündigungsgespräch teil noch suchte er danach den persönlichen Austausch mit mir. Dies empfand ich als wenig transparent, wenig wertschätzend und nicht besonders professionell.
Arbeitsbedingungen
Das Büro ist zentral gelegen, lichtdurchflutet und grundsätzlich modern gestaltet. Es gibt keine festen Arbeitsplätze, sodass man sich seinen Platz frei auswählen kann. Kostenlose Getränke und Snacks stehen ebenfalls zur Verfügung.
Da es sich jedoch um ein Großraumbüro handelt und im Key Account Management nahezu alle Mitarbeitenden gleichzeitig telefonieren, war der Lärmpegel häufig sehr hoch. Teilweise fiel es mir dadurch schwer, die Gesprächspartner am Telefon zu verstehen oder mich zu konzentrieren. Es gibt zwar einige kleine Telefonkabinen und separate Räume, nach meinem Eindruck wurde jedoch erwartet, überwiegend gemeinsam mit dem Team im Großraumbüro zu sitzen.
Die bereitgestellte technische Ausstattung erfüllte grundsätzlich ihren Zweck, war aus meiner Sicht aber nicht mehr auf einem besonders aktuellen Stand. Der Laptop war teilweise langsam und wirkte bereits etwas in die Jahre gekommen. Auch Headset und Maus waren eher einfache Standardausstattung.
Kommunikation
Die Kommunikation empfand ich vor allem bei kritischem Feedback als unzureichend. Vor meiner Kündigung gab es weder von HR noch von meinem Teamleiter konkrete Hinweise darauf, dass meine Leistung als nicht ausreichend angesehen wurde oder was ich verbessern sollte. Die Kündigung wurde anschließend ausschließlich durch HR ausgesprochen. Mein Teamleiter, mit dem ich zuvor täglich zusammengearbeitet hatte, nahm weder am Gespräch teil noch suchte er danach das persönliche Gespräch. Gerade bei einer solchen Entscheidung hätte ich mir mehr Offenheit, direkte Kommunikation und einen respektvolleren Abschluss gewünscht.
Gleichberechtigung
Nach meinem persönlichen Eindruck ist das Unternehmen in Bezug auf die Gleichberechtigung grundsätzlich positiv aufgestellt. Das Verhältnis zwischen Frauen und Männern wirkte insgesamt ausgewogen, und auch mehrere Führungspositionen auf Teamleiterebene waren mit Frauen besetzt. In der Geschäftsführung selbst war während meiner Zeit allerdings keine Frau vertreten. Insgesamt habe ich im Arbeitsalltag keine Benachteiligung aufgrund des Geschlechts wahrgenommen.
Interessante Aufgaben
Die tatsächlichen Aufgaben entsprachen aus meiner Sicht nicht dem Eindruck, den ich durch die Stellenausschreibung und die beiden Probetage vor Beginn des Praktikums gewonnen hatte.
Nach meinem Verständnis sollte das Praktikum im Key Account Management unter anderem Einblicke in die Betreuung von Einrichtungen und Kunden ermöglichen sowie bei Abwesenheiten von Mitarbeitenden unterstützend eingesetzt werden.
Mein eigener Arbeitsalltag bestand dagegen zu einem sehr großen Teil aus fortlaufenden telefonischen Kontaktversuchen. Dabei kontaktierte ich neue oder bereits bestehende Einrichtungen, um offene Vakanzen abzufragen. Die Anzahl der täglichen Anrufversuche empfand ich als sehr hoch.
Dadurch erlebte ich die Tätigkeit als deutlich einseitiger und wesentlich stärker auf telefonische Akquise ausgerichtet, als ich es aufgrund des Bewerbungsprozesses und der Probetage erwartet hatte.