Gut am Arbeitgeber finde ich
Kostenloses Essen in der Kantine.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Würde mich ungern wiederholen. Definitiv die Führungskräfte.
Verbesserungsvorschläge
Ein wichtiger Verbesserungspunkt wäre aus meiner Sicht die Einführung bzw. Unterstützung eines Betriebsrats für die Shopper. Dadurch könnte eine echte Vertretung der Mitarbeitenden geschaffen werden, die auf Augenhöhe mit dem Arbeitgeber kommuniziert.
Ein Betriebsrat würde helfen, Probleme strukturiert anzusprechen, Missstände zu bündeln und gemeinsam mit der Unternehmensseite Lösungen zu erarbeiten. So könnte die Kommunikation transparenter, fairer und konstruktiver gestaltet werden, statt dass einzelne Mitarbeitende ihre Anliegen allein vertreten müssen.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre ist aus meiner Sicht katastrophal. Bei hohem Bestellaufkommen wird erwartet, dass man länger bleibt. Bei geringem Aufkommen wird man dagegen oft gegen seinen Willen früher nach Hause geschickt und sammelt dadurch Minusstunden. Das wirtschaftliche Risiko wird damit teilweise auf die Mitarbeitenden abgewälzt. Wertschätzung für die Belegschaft habe ich kaum erlebt. Der Umgang vermittelt häufig den Eindruck, dass Mitarbeitende lediglich als austauschbare Arbeitskräfte betrachtet werden. Viele Beschäftigte sind auf ihr Einkommen angewiesen und haben daher kaum eine realistische Möglichkeit, sich gegen solche Praktiken zu wehren. Fairness und Respekt gegenüber den Mitarbeitenden sind aus meiner Sicht nicht ausreichend vorhanden.
Image
Die Youtube Videos sind wie Fantasy Filme. Haben absolut nichts mit der Realität zu tun.
Work-Life-Balance
Eine ausgewogene Work-Life-Balance ist aus meiner Sicht nicht gegeben. Arbeitspläne werden teilweise kurzfristig in der App geändert, ohne dass die betroffenen Mitarbeitenden darüber informiert werden. Dadurch kann es vorkommen, dass sich Schichten ändern, obwohl man bereits von einem freien Tag ausgegangen ist.
Besonders problematisch ist, dass Mitarbeitende anschließend für das Nichterscheinen zur Arbeit verantwortlich gemacht werden, obwohl die Änderung nicht kommuniziert wurde. In meinem Fall führte dies sogar zu einer Abmahnung, obwohl ich keine Kenntnis von der nachträglichen Anpassung des Dienstplans hatte.
Auch von der Personalabteilung erhielt ich in solchen Situationen keine ausreichende Unterstützung. Dass Dienstpläne ohne direkte Kommunikation geändert werden und die Konsequenzen anschließend bei den Mitarbeitenden liegen, empfinde ich als unfair.
Es ist kein gutes Gefühl, an einem eigentlich freien Tag plötzlich eine Abmahnung zu erhalten, obwohl man nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt hat. Eine verlässliche Planung und eine transparente Kommunikation sind für eine gesunde Work-Life-Balance essenziell, beides habe ich hier leider vermisst.
Karriere/Weiterbildung
Nur wenn man gut mit den Supervisor ist.
Gehalt/Benefits
Der Stundenlohn liegt nur geringfügig über dem gesetzlichen Mindestlohn, was ich im Verhältnis zur Arbeitsbelastung als sehr niedrig empfinde.
Besonders problematisch ist aus meiner Sicht die Handhabung von Feiertagen und Überstunden. Feiertage werden nicht immer vollständig ausgezahlt, sondern teilweise mit Überstunden verrechnet, was bei mir häufig zu Unverständnis und Frustration führt.
Auch die Auszahlung von Überstunden war in meiner Erfahrung nicht zuverlässig. In mehreren Fällen wurden Auszahlungen beantragt und bestätigt, aber dennoch nicht oder nicht vollständig ausgezahlt. Das hat bei mir wiederholt zu finanziellen Engpässen geführt.
Zudem kam es vor, dass das Gehalt in einem Monat nicht ausgezahlt wurde. In dieser Situation habe ich keine kurzfristige Lösung über offizielle Wege erhalten, sodass mir Kollegen privat ausgeholfen haben, damit ich finanziell über die Runden komme.
Insgesamt habe ich die Gehaltsabwicklung als unzuverlässig und wenig transparent erlebt, was zu einer hohen finanziellen Unsicherheit geführt hat.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Aus meiner Sicht ist das Umwelt- und Sozialbewusstsein im Unternehmen nur sehr eingeschränkt ausgeprägt. Lebensmittel werden teilweise entsorgt, anstatt sie beispielsweise Mitarbeitenden zur Verfügung zu stellen oder alternative Lösungen zur Vermeidung von Verschwendung zu nutzen.
Zwar gibt es die Möglichkeit über „Too Good To Go“ überschüssige Lebensmittel zu retten, jedoch war meine persönliche Erfahrung damit zuletzt negativ. In mehreren Fällen wurde meine Tüte nicht korrekt bereitgestellt bzw. war nicht mehr verfügbar, ohne dass ich einen Ersatz erhalten habe. Das wirkte insgesamt unorganisiert und wenig zuverlässig.
Insgesamt entsteht für mich der Eindruck, dass Nachhaltigkeit und sozialer Umgang mit Ressourcen zwar theoretisch vorhanden sind, in der Praxis jedoch nur eingeschränkt umgesetzt werden.
Kollegenzusammenhalt
Der Kollegenzusammenhalt ist aus meiner Sicht durchwachsen. Innerhalb einzelner Bereiche funktioniert die Zusammenarbeit meist gut. Insbesondere die gemeinsam im Bereich Frozen arbeiten, unterstützen sich gegenseitig und helfen einander, wenn es erforderlich ist.
Bereichsübergreifend sieht es jedoch anders aus. Während einige Teams gut zusammenhalten, erhält man von Shoppern aus anderen Bereichen häufig wenig oder gar keine Unterstützung. Dadurch entsteht oft der Eindruck, dass jeder nur seinen eigenen Aufgabenbereich im Blick hat, anstatt als gemeinsames Team zu arbeiten.
Insgesamt gibt es durchaus hilfsbereite und engagierte Kolleginnen und Kollegen, weshalb ich den Kollegenzusammenhalt nicht grundsätzlich schlecht bewerte. Allerdings fehlt es an einer stärkeren teamübergreifenden Unterstützung und Zusammenarbeit, was das Arbeitsklima und die Abläufe deutlich verbessern könnte.
Umgang mit älteren Kollegen
Positiv ist, dass ältere Mitarbeitende nicht grundsätzlich benachteiligt werden und auch langfristig im Unternehmen beschäftigt sein können. Allerdings habe ich den Eindruck gewonnen, dass die Einsatzmöglichkeiten für ältere Kolleginnen und Kollegen sehr begrenzt sind.
In der Praxis werden ältere Mitarbeitende häufig auf wenige Tätigkeiten reduziert, beispielsweise das Zuführen von Boxen an die Maschinen oder Reinigungsarbeiten. Andere Aufgabenbereiche oder alternative Einsatzmöglichkeiten scheinen nur eingeschränkt zur Verfügung zu stehen.
Kritisch sehe ich zudem den Umgang mit gesundheitlichen Einschränkungen. Nach meiner Wahrnehmung werden Mitarbeitende, die aufgrund von Rückenproblemen oder anderen körperlichen Beschwerden ihre bisherigen Tätigkeiten nicht mehr uneingeschränkt ausführen können, nur begrenzt unterstützt. Statt nach dauerhaften Alternativen oder angepassten Einsatzmöglichkeiten zu suchen, entsteht der Eindruck, dass gesundheitliche Einschränkungen schnell zum Ende des Arbeitsverhältnisses führen können.
Insgesamt sehe ich daher sowohl positive als auch negative Aspekte, weshalb ich diesen Bereich mit 3 von 5 Sternen bewert
Vorgesetztenverhalten
Seit dem Wechsel der Positionen zwischen dem ehemaligen Personalchef und dem früheren Standortleiter läuft aus meiner Sicht vieles deutlich schlechter als zuvor. Probleme werden nicht mehr gelöst, sondern häufig ignoriert oder an anderer Stelle abgeladen.
Früher bestand zumindest die Möglichkeit, sich bei unfairer Behandlung durch Captains oder Supervisoren an die Standortleitung oder die Personalabteilung zu wenden. Beschwerden wurden angehört und es wurde versucht, Lösungen zu finden. Diese Unterstützung fehlt mittlerweile weitgehend.
Besonders enttäuschend ist der Umgangston. Die neue Standortleitung schreit Mitarbeitende teilweise selbst an. Dadurch entsteht der Eindruck, dass ein respektloser Umgang akzeptiert oder sogar vorgelebt wird. Entsprechend verhalten sich inzwischen auch andere Führungskräfte, sodass ein professioneller und respektvoller Umgang immer seltener zu erleben ist.
Wenn man heute Probleme anspricht oder sich über das Verhalten von Führungskräften beschwert, erhält man von der Personalabteilung häufig lediglich die Aufforderung, ein Sit Ticket zu erstellen. Persönliche Unterstützung oder echtes Interesse an einer Klärung der Situation sind kaum erkennbar.
Arbeitsbedingungen
Zu den Arbeitsbedingungen könnte ich einen ganzen Roman schreiben. Insgesamt sind diese aus meiner Sicht jedoch sehr schlecht.
Ein konkretes Problem ist die mangelnde Sauberkeit und der Zustand der Arbeitskleidung. Die zur Verfügung gestellten Jacken sind häufig stark verschmutzt und riechen unangenehm, obwohl im Arbeitsumfeld mit Lebensmitteln gearbeitet wird. Das wirkt weder hygienisch noch professionell und passt aus meiner Sicht nicht zu den Anforderungen in einem lebensmittelnahen Bereich.
Insgesamt hinterlassen die Arbeitsbedingungen bei mir einen sehr negativen Eindruck. Hygiene, Ausstattung und allgemeine Arbeitsumgebung entsprechen aus meiner Sicht nicht dem Standard, den man in einem solchen Arbeitsumfeld erwarten würde.
Kommunikation
Die Kommunikation gehört zu den größten Schwächen des Unternehmens. Wenn etwas schief läuft, wird häufig nicht sachlich nach Lösungen gesucht. Stattdessen werden Mitarbeitende teilweise angeschrien oder in einem unangemessenen Ton kritisiert.
Hinzu kommt, dass verschiedene Captains oft unterschiedliche Anweisungen geben. Was bei einem Captain richtig ist, wird von dem nächsten wieder anders bewertet. Dadurch entsteht regelmäßig Verwirrung und Unsicherheit darüber, was eigentlich erwartet wird.
Besonders problematisch sind die teilweise unrealistischen Vorgaben. Ein Supervisor bezeichnete Shopper sogar als ineffizient, weil sie seine Zielvorgaben nicht erfüllen konnten. Dabei waren diese Vorgaben aus meiner Sicht von Anfang an nicht realistisch und unter normalen menschlichen Arbeitsbedingungen kaum oder gar nicht erreichbar. Anstatt die Umsetzbarkeit solcher Anforderungen zu hinterfragen, wurde die Verantwortung häufig den Shopper zugeschoben.
Insgesamt fehlt es an klarer, einheitlicher und respektvoller Kommunikation.
Gleichberechtigung
Von Gleichbehandlung habe ich im Arbeitsalltag leider wenig gespürt. Es entsteht häufig der Eindruck, dass einige Captains bestimmte Mitarbeitende bevorzugen. Während manche Beschäftigte längere Gespräche führen können, ohne dass dies beanstandet wird, werden andere deutlich strenger kontrolliert und unter Druck gesetzt.
Besonders bei den Leistungskennzahlen scheint nicht für alle derselbe Maßstab zu gelten. Einige Mitarbeitende erhalten mehr Freiheiten, während andere ständig auf ihre Geschwindigkeit und Produktivität hingewiesen werden. Dadurch entsteht das Gefühl, dass nicht alle nach den gleichen Regeln behandelt werden.
Eine faire und einheitliche Behandlung aller Mitarbeitenden sollte selbstverständlich sein. In meinem Arbeitsalltag hatte ich jedoch häufig den Eindruck, dass persönliche Sympathien einen zu großen Einfluss auf den Umgang mit den Beschäftigten haben.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben sind aus meiner Sicht sehr monoton und bieten kaum Abwechslung. Der Arbeitsalltag besteht überwiegend aus sich ständig wiederholenden Tätigkeiten, wodurch die Arbeit schnell eintönig wird.
Möglichkeiten, neue Fähigkeiten zu entwickeln oder abwechslungsreiche Aufgaben zu übernehmen, habe ich nur sehr begrenzt erlebt. Eigeninitiative und persönliche Weiterentwicklung spielen im Arbeitsalltag kaum eine Rolle.
Meiner Erfahrung nach arbeiten die meisten Beschäftigten hier in erster Linie wegen des Gehalts und nicht, weil die Tätigkeit selbst besonders interessant oder erfüllend ist. Wer eine abwechslungsreiche Arbeit mit spannenden Herausforderungen sucht, dürfte hier eher enttäuscht werden.
Insgesamt fehlt es der Tätigkeit an Vielfalt, Entwicklungsmöglichkeiten und Aufgaben, die langfristig motivierend wirken.