Gut am Arbeitgeber finde ich
Ein großes Lob geht an den Export, Einkauf, die IT und das Lager. Die Kollegen dort waren größtenteils freundlich, hilfsbereit und geduldig. Mir wurde vieles in Ruhe erklärt und ich durfte eigene Aufgaben übernehmen, anstatt als Azubi nur die unangenehmen Arbeiten zu erledigen. Gerade dadurch konnte ich viele verschiedene Bereiche kennenlernen und ein gutes Verständnis für die Abläufe im Unternehmen entwickeln.
Grundsätzlich muss ich sagen, dass man in diesem Unternehmen als Azubi wirklich viel lernen kann. Man bekommt größtenteils richtige und abwechslungsreiche Aufgaben und wird nicht einfach nur als günstige Arbeitskraft für typische Azubi-Aufgaben eingesetzt. Dadurch bekommt man einen guten Einblick in das Unternehmen und lernt verschiedene Abteilungen und Arbeitsabläufe kennen. Das sehe ich definitiv als großen Pluspunkt der Ausbildung.
Auch die Benefits und die Entwicklung des Unternehmens möchte ich positiv hervorheben. Es gibt täglich Obst, eine gute Kaffeemaschine, einmal pro Woche eine wirklich leckere Salatbar, verschiedene Getränke zu einem kleinen Preis, das moderne Büro und einen Parkplatz.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Trotzdem gab es auch in verschiedenen Abteilungen Situationen, die ich als unfair empfunden habe. Teilweise wurden mir Fehler oder Versäumnisse zugeschrieben, obwohl diese aus meiner Sicht gar nicht in meiner Verantwortung lagen.
Mit meinem Ausbilder war ich persönlich leider nicht zufrieden. Die Kommunikation hat aus meiner Sicht häufig gefehlt und ich hatte über längere Zeit das Gefühl, mich nicht wirklich sicher und wohl fühlen zu können. Besonders belastend war für mich der Umgang mit Krankheit. Aufgrund einer Krankmeldung erhielt ich sogar eine mündliche Abmahnung. Für mich war diese Situation völlig unverständlich und hat vor allem eine Angst in mir ausgelöst.
Diese Angst ging irgendwann so weit, dass ich mehrfach krank zur Arbeit gegangen bin, obwohl mir Kollegen geraten haben, nach Hause zu gehen.
Was an der Situation auch schwierig war: Wenn eine Abmahnung aufgrund von Krankheit bzw. Fehlzeiten ausgesprochen wird, sollte meiner Meinung nach sehr genau geprüft werden, ob sie überhaupt gerechtfertigt ist und entsprechend korrekt dokumentiert und von der zuständigen Führungsebene getragen werden. Ein Gespräch mit der Geschäftsführung hätte meiner Meinung nach dringend Klarheit schaffen können. Stattdessen blieb bei mir der Eindruck zurück, dass hier mit Druck gearbeitet wurde.
Ich hatte mir an einem Wochenende den Fuß sehr stark umgeknickt und konnte nicht auftreten. Ich musste deshalb sogar in die Notaufnahme und wurde dort entsprechend untersucht. Aufgrund der starken Schwellung wurde ich für eine Woche krankgeschrieben. Nach meinem Anruf im Unternehmen wurde mir jedoch sinngemäß vermittelt, dass es nicht sein könne, dass die Schwellung am Fuß so stark sei. Da es sich schließlich um einen Bürojob handle und nur mein Fuß beeinträchtigt sei, wurde die Möglichkeit angesprochen, trotzdem zur Arbeit zu kommen. Ich hatte aufgrund der vorherigen Erfahrungen ein ungutes Gefühl dabei, krankgeschrieben zu Hause zu bleiben. Als ich erklärte, dass ich mit meinem Fuß weder Auto fahren noch richtig gehen konnte, wurde mir sogar vorgeschlagen, ich könne ja 40 Kilometer mit dem Taxi fahren oder alternativ zwei Stunden mit dem Zug zur Arbeit kommen, wenn ich selbst kein Auto fahren könne.
Alles klar. Danke!
Was ich ebenfalls sehr kritisch empfunden habe: Mir wurde als Auszubildende nahegelegt, die Krankheitstage durch Urlaubstage zu ersetzen, da es ansonsten möglicherweise Probleme mit der Zulassung zur Abschlussprüfung geben könnte. Später stellte sich heraus, dass es gar nicht so war. Es war rechtlich unzulässig und in diesem Zusammenhang sogar strafrechtlich relevant.
Eine andere Situation war auch die Abschlussfeier. Während die Ausbilder der anderen Unternehmen sich für ihre Azubis gefreut, gratuliert und sich die Zeugnisse angesehen haben, war es bei mir anders. Mein Zeugnis wollte man nicht einmal sehen. Sogar die Mitschüler und Lehrer haben die Stimmung wahrgenommen. Es wurde kein guter Eindruck von Dahlhausen hinterlassen.
Was ich jetzt schon sagen kann: Trotz all dieser Schilderungen werden keine Maßnahmen bei meinem Ausbilder durchgeführt. Und genau das ist leider in diesem Unternehmen normal. Gewisse Menschen haben hier offensichtlich ihren Vorzug und können machen, was sie wollen.
Das zeigt sich leider auch in anderen Fällen: Mehreren Mitarbeiter belästigen andere, aber auch dort wurden offenbar keine Konsequenzen gezogen.
Und genau das ist für mich einer der ganz großen Tiefpunkte dieser Firma.