Schöne Zeit, tolle Kollegen, jedoch ein falsches Spiel auf unterschiedlichen Ebenen
Gut am Arbeitgeber finde ich
Ich hatte die ganze Zeit einen wunderbar kühlen Tiefgaragenplatz.
Das war super.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Es gab eine Menge Negatives. Aber es wurden auch viele Dingen angepackt.
Leider von den falschen Teamleads und mit viel zu geringen Mitteln.
Man ist leider sehr kurzsichtig und teilt vermutlich keine Perspektiven, weil man dem Anschein nach selber keine für das Unternehmen entwickelt.
Verbesserungsvorschläge
Wertschätzung rauf, interne Transparenz rauf, Ohren für die Belange der Mitarbeiter aufgesperrt, eine echte HR installieren anstelle der C-Level-Hörigen. Und entledigt Euch der notorischen Karrieristen & Ja-Sager. Die machen den Laden kaputt.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre innerhalb des Unternehmens ist vorrangig von Einschüchterung und mangelhafter Unterstützung geprägt. Meldet man sub-optimale Aspekte der Tätigkeit, seien es stumpfe Prozesse, fragwürdige Tools oder permanent fehlende Ausrüstung, kann einem auch schon mal im Wortlaut mitgeteilt werden, dass es einem frei steht, das Unternehmen zu verlassen. Konsultationen mit der Personalabteilung führten zu Diskreditierung der eigenen Person durch die Leiterin HR. (Vorkommnis dokumentiert, 16. Juni 2023)
Kommunikation
Die Kommunikation im Unternehmen ist sicherlich vielschichtig. Auf der Team-Ebene war sie stets optimal. Auf der Abteilungsebene wurde sie bereits als Holschuld gehandhabt. Ein offener Austausch begrenzte sich stets auf das Mindeste, „was man für den Job wissen muss“. Auf Unternehmensebene ist die Kommunikation auf das Nötigste begrenzt, was meistens Personalien umfasste. Es wurden keine Perspektiven geteilt, keine Räume für Entscheidungen geschaffen und war es dann zu spät, hieß es, „man hätte doch jederzeit fragen können“. Ich habe die Geschäftsführung mehrfach gefragt, wie die 3-, bzw. 5-Jahresplanung aussieht und wurde mit einem süffisanten Lächeln gefragt, ob ich die Informationen für meine Tätigkeit benötigen würde. Mein freundliches Verneinen führte zu einem „Dann lass dich einfach überraschen. Die GF wird es schon früh genug mitteilen“. (Vorkommnis dokumentiert, 24. August 2022)
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt im Team war weitestgehend optimal. Einzig eine Kollegin mit frühkindlicher Neigung zu karnevalistischen Verkleidungen meinte aus der Reihe tanzen zu müssen und massiv im Team zu intrigieren. Wendet man sich an die Vorgesetzten, wollen sie von Schwierigkeiten jedoch nichts wissen und lassen einen hängen, „um den Frieden intern zu wahren“. Auch strafrechtliche Vorgänge wurden im Unternehmen lasch gehandhabt und entweder unter den Teppich gekehrt oder selbst von HR bis zum Äußersten mitgetragen. (Vorfall dokumentiert, inkl. Entscheid Arbeitsgericht München)
Work-Life-Balance
Nein, die gab es nicht wirklich, so wie sie immer hochgehalten wurde. Auch außerplanmäßiger Einsatz für das Unternehmen abseits der vereinbarten Arbeitszeiten wurde allgemein erwartet und damit gerechtfertigt, „dass man den Luxus genießt, sein Hobby mit dem Beruf verknüpfen zu können“ und „wer privat ebenso viel mit Games zu tun hat, wie im Job, braucht offensichtlich keine ausgleichende Freizeit“. (Aussage dokumentiert, 27. Februar 2017)
Vorgesetztenverhalten
Das Verhalten meines letzten Global Publishing Directors war vorbildlich, um wenigstens eine persönliche und positive Spitze zu setzen. Grundsätzlich herrschte davor ein Verhältnis, das Anbiederung und Treten nach Unten belohnt, jedoch echte Leistungsbereitschaft, Loyalität ggü. dem Unternehmen und rein rationales & sachgerechtes Handeln verächtlich macht, sofern man diese nicht zum eigenen Vorteil nutzen konnte. Widersprach man Anforderungen, die erkennbar dem persönlichen Zweck statt dem reinen Unternehmensziel dienten, wurde man als Familienvater auch schon mal eiskalt beim Jahresgespräch übergangen - Bonus: ohne dass man einen guten Rutsch oder Frohe Weihnachten gewünscht bekam. In der Summe war das Vorgesetztenverhalten eher fragwürdig bis mäßig, mit vielen Ausnahmen nach unten und einigen Ausreißern nach oben.
Interessante Aufgaben
Ja, die gab es. Allerdings kann und sollte man diese nicht am Unternehmen ausmachen, sondern eher allgemein am Berufsbild. Tatsächlich vermischten sich hier teilweise Aufgabengebiete, was für Jr.-Level sicherlich schwerer zu durchsteigen war. "Mach einfach mal und dann schauen wir es uns gemeinsam an" war hier dann auch leider zu übersetzen mit "Versuch es, aber sieh zu, dass es passt. Sonst haben wir hier ein Problem". Will man sich in neue Aufgabenbereiche einbringen, ist das leider direkt psychologischer Sand ins Getriebe. HR nahm sich dieser Hinweise auf derartige Aufgabenstellungen leider nie etwas an, mit der Begründung, "man könne da fachlich leider keine Bewertung abgeben". (Vorkommnis dokumentiert, 2. Mai 2019)
Gleichberechtigung
Es gab den Anschein der sog. "Quoten-Mitarbeiterinnen". Schaute man sich die Führungskräfte im Unternehmen und deren Verantwortungsbereiche genauer an, fiel leider auf, dass Positionen mit Relevanz stets mit männlichen Kollegen besetzt wurden und weibliche Führungskräfte gerne zur Repräsentation einer vermeintlichen Gleichberechtigung im Unternehmen positioniert. Das eine rein weiblich besetzte HR-Abteilung da nicht schon aus persönlichem Antrieb interveniert hat, war mir schleierhaft.
Umgang mit älteren Kollegen
Alt= teuer => nicht optimal, wenn man sparen muss. Die Erfahrungen, die Ältere angesammelt haben, machen junge Mitarbeiter ja schließlich auch irgendwann. Das ist keine Vermutung, das wurde mir im persönlichen Gespräch genau so ins Gesicht gesagt. Und als einer der Senioren im Unternehmen mit über 9,5 Jahren Betriebszugehörigkeit, einer durchgehend positiven Reputation in der Außenrepräsentation und einem stets positiven Standing unter den Kollegen, habe ich einen Umgang erfahren müssen, der sogar strafrechtlich relevant war. Mir wurden vollends konstruierte Vorwürfe gemacht, um mich rauskündigen zu können, letztlich weil ich jemandem zu teuer war. Die Vorwürfe wurden sofort fallen gelassen, nachdem ich erste strafrechtliche Schritte eingeleitet hatte und dazu auch eine Kündigungsschutzklage durchsetzen konnte. (Dokumentiert, Juni 2023)
Arbeitsbedingungen
Nun gut, es muss nicht alles vom Neusten und Feinsten sein. Aber man sollte 2026 durchaus eine Klimatisierung der Arbeitsstätte erwarten dürfen, insbesondere in einem Gebäude, das rundum besonnt wird und riesige Fensterflächen bietet, die sich aufheizen. Wir hatten Raumtemperaturen von über 30°C und als Ausgleich gab es dann & wann mal ein Eis. Und alle so "Yeah..."
Das Interieur ist okay. Es wurde während meiner Tätigkeit modernisiert, jedoch waren die Anstrengungen dafür enorm und letztlich wurden alte Geräte nur gegen neue Geräte gleichen Standards ausgetauscht, abgesehen von den nun rauf- & runterfahrbaren Schreibtischen.
Sanitärbereiche sind leider veraltet und sind nur behelfsmäßig an neue Standards angepasst worden.
Der Kaffee schmeckte trotz halbwegs vernünftiger Maschinen so, als hätte eine skandinavische Rentier-Herde ihren Jahresvorrat an Schwitzwasser fürs Kaffeekochen gespendet.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Das Unternehmen war & ist ein Partner für den Vertrieb physischer Medien.
Wer jedoch z.B. für ein Produkt wie die Nintendo Switch Boxed Products herstellen lässt und in den Handel einbringt, indem statt eines physischen Datenträgers lediglich ein Download-Code auf einen Flyer enthalten ist, kann mir nicht weismachen, dass es sich um Nachhaltigkeit & Umweltschutz bemüht. So etwas sind reine Müllproduktionen und unterstreichen in aller gebotenen Deutlichkeit, dass das Interesse an Profit über Umweltbewusstsein geht.
Auch wird z.B. in der IT keineswegs auf Nachhaltigkeit Wert gelegt. So werden beispielsweise keine Open Pools für ausrangierte Hardware organisiert, sondern zum sog. "Cleaning Day" am Ende des Jahres konsequent weggeworfen.
Die Frage nach dem Sozialbewusstsein habe ich indirekt unter dem Punkt "Umgang mit älteren Kollegen" beantwortet. Sozialbewusstsein schaut anders aus, z.B. auch durch Förderung von passgenauen Fortbildungen und Qualifizierungen...
Gehalt/Benefits
Das Gehalt war in Ordnung, jedoch gibt es massive Unterschiede - sowohl unter Geschlechtern als auch unter Mitarbeitern auf identischer Position. Hier sind persönliche Verhandlungsstärke und konsequenten Entscheidungen gefragt. Ich hatte anfangs sehr gut verhandelt und auch stets sachlich fundiert argumentiert, um später (wenn auch nicht immer) meine Gehaltsanpassungen zu erhalten. Das ist okay - man sollte halt wissen, was man am Markt wert ist und welchen Nutzen das Unternehmen selber aus dem eigenen Wissen & Können ziehen kann. Das Gehalt kam stets pünktlich und neben dem Eis statt Klimaanlage gab es auch den Zugang zu den sog. Mitarbeiterangeboten.
Image
Das Image ist okay, die Marke PLAION hat aufgrund ihrer Geschichte (Koch Media -> PLAION) innerhalb der Brache ja durchaus einen Namen. Ich würde nicht soweit gehen und den Ruf PLAIONS als den einer abgehalfterten Knochenmühle bezeichnen.
Leider gab es zu keinem Zeitpunkt während meiner Zeit echtes Interesse an entsprechenden Corporate Topics, mit denen man den Ruf des Unternehmens nach außen hin hätte optimieren können. Intern wurde dafür umso mehr Wert darauf gelegt, dass alles wunderbar bunt ist und schön glänzt. Dabei wäre es ein Leichtes gewesen, aus dem Verbund an Studios, Standorten, Abteilungen & Teams heraus wunderbare Geschichten zu erzählen - die auch tatsächlich jeder Überprüfung Stand gehalten hätten. Aber wenn der Bedarf erst gar nicht gesehen wird oder Mängel nicht nach Oben kommuniziert werden, dann erklären sich dadurch auch die ständigen Absagen an jegliche kreative Ansätze.
Karriere/Weiterbildung
Der berufliche Aufstieg ist stark an interne, informelle Netzwerke und Loyalitätsstrukturen gekoppelt. Fachliche Leistung und sachorientierte Teamarbeit werden im Beförderungsprozess weniger stark honoriert, wodurch der Eindruck entsteht, dass strategisches Beziehungsmanagement bessere Karrierechancen bietet als reine Sachorientierung.
Weiterbildung scheint hier der gefühlt ein Feind zu sein. Es wurden zwar alibihaft interne Angebote geschaffen, im Sinne des Internal Share of Knowledge. Aber es ist in den ganzen 9,5 Jahren weder in unserer Abteilung für die internationale Verlagsarbeit noch in anderen Abteilungen der Produktion dokumentiert zu echten Fortbildungen gekommen. Es gab immer wieder Lehrgänge, auf die HR und C-Level entschwunden sind, aber die arbeitende Belegschaft ist stets mit dem internen Angebot abgespeist worden.

