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Bewertung

Starkes Produkt, aber eine Kultur aus Druck, Kontrolle und Fluktuation

2,3
Nicht empfohlen
Ex-Angestellte/r oder Arbeiter/inHat zum Zeitpunkt der Bewertung nicht mehr im Bereich Vertrieb / Verkauf bei Planity GmbH in Köln gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Das Onboarding ist strukturiert und ermöglicht einen schnellen Einstieg. Man lernt in kurzer Zeit viel über SaaS-Vertrieb, Kundenbetreuung und Außendienst.

Das Produkt selbst ist stark und technisch überzeugt die Lösung am Markt. Auch die technische Ausstattung mit Firmenwagen, iPhone und iPad ist modern und funktional.

Wer bereit ist, sehr viel Druck zu akzeptieren und seine Arbeit konsequent den Unternehmenszielen unterzuordnen, kann hier durchaus Chancen erhalten.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Extrem hoher Leistungsdruck, permanente Kontrolle, hohe Fluktuation, geringe Planbarkeit und eine Unternehmenskultur, die aus meiner Sicht langfristig wenig nachhaltig ist.

Viele Probleme scheinen nicht an der Oberfläche gelöst zu werden, sondern durch immer neue Vorgaben, strengere Regeln und zusätzlichen Druck auf die Mitarbeitenden.

Ich hatte häufig das Gefühl, dass Kontrolle und Kennzahlen wichtiger sind als Vertrauen, Motivation oder nachhaltige Mitarbeiterentwicklung.

Verbesserungsvorschläge

Das Unternehmen sollte dringend hinterfragen, ob permanenter Druck wirklich die richtige Antwort auf operative Herausforderungen ist.

Statt immer neue Vorgaben einzuführen, wären stabile Prozesse, bessere Planung und professionell ausgebildete Führungskräfte aus meiner Sicht deutlich sinnvoller.

Die hohe Fluktuation sollte ehrlich analysiert werden. Nach meinem Eindruck verlassen viele Mitarbeiter das Unternehmen nicht aufgrund mangelnder Leistung, sondern weil die Arbeitsbedingungen dauerhaft zu belastend sind.

Führungskräfte sollten nicht primär aufgrund ihrer Vertriebsergebnisse ausgewählt werden. Gute Verkaufszahlen machen noch keine gute Führungskraft.

Ziele sollten realistischer gestaltet und bei Krankheit, Urlaub oder organisatorischen Veränderungen nachvollziehbar angepasst werden.

Karrierewege und Beförderungen sollten transparenter sein.

Eine Unternehmenskultur, die auf langfristige Leistungsfähigkeit statt auf dauerhaften Ausnahmezustand setzt, würde dem Unternehmen vermutlich mehr helfen als die nächste Verschärfung von Vorgaben.

Arbeitsatmosphäre

Die Arbeitsatmosphäre habe ich als stark von Druck, Kontrolle und Zielerreichung geprägt erlebt.

Kennzahlen scheinen nahezu alles zu bestimmen. Wer die Erwartungen erfüllt, wird geschätzt. Wer Schwierigkeiten hat, gerät schnell unter zusätzlichen Druck.

Durch die hohe Fluktuation, ständige personelle Veränderungen und häufig wechselnde Prioritäten entstand für mich dauerhaft ein Gefühl von Unsicherheit.

Teilweise hatte ich den Eindruck, dass Mitarbeiter eher als kurzfristige Ressourcen betrachtet werden als als langfristig wichtige Bestandteile des Unternehmens.

Image

Das Produkt hat aus meiner Sicht ein gutes Marktpotenzial.

Das Auftreten im Vertrieb wirkt jedoch teilweise sehr aggressiv und auf maximale Expansion ausgerichtet. Dadurch entsteht nach außen nicht immer ein positives Bild.

Intern hatte ich häufig den Eindruck, dass Wachstum und Kennzahlen deutlich wichtiger sind als nachhaltige Entwicklung von Mitarbeitern oder Unternehmenskultur.

Work-Life-Balance

Eine echte Work-Life-Balance habe ich nicht erlebt. Zudem bestand aus meiner Wahrnehmung die Erwartung, jederzeit erreichbar zu sein – auch am Wochenende oder nach Feierabend, den es gefühlt ohnehin nie wirklich gab.

Der Arbeitsalltag besteht nicht nur aus Vertrieb, sondern zusätzlich aus Kundenbetreuung, Schulungen, CRM-Pflege und administrativen Aufgaben.

Lange Fahrzeiten, Abendtermine und regelmäßige Mehrarbeit gehören aus meiner Sicht fest zum Arbeitsmodell.

Besonders problematisch empfand ich, dass Ziele trotz Krankheit oder anderer Ausfälle teilweise nur unzureichend angepasst wurden. Dadurch entsteht zusätzlicher Druck in ohnehin belastenden Situationen.

Wer Wert auf Freizeit, Familienleben oder langfristige Planbarkeit legt, dürfte hier große Schwierigkeiten haben.

Karriere/Weiterbildung

Es gibt interne Trainings, die jedoch stark auf Motivation, Verkaufszahlen und Mindset fokussiert sind.

Praxisnahe Weiterbildung, fachliche Entwicklung und echte Führungskräfteentwicklung kommen aus meiner Sicht deutlich zu kurz.

Externe Weiterbildungsangebote habe ich nicht erlebt.

Gehalt/Benefits

Das Gehalt empfinde ich angesichts der tatsächlichen Belastung als eher durchschnittlich.

Die Benefits sind vorhanden und grundsätzlich positiv, gleichen den hohen Arbeitsaufwand, die Reisetätigkeit und den permantenen Leistungsdruck jedoch nur begrenzt aus.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Ein Außendienstmodell mit mehreren tausend Kilometern Fahrleistung pro Monat erscheint aus ökologischer Sicht fragwürdig.

Soziale Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern wird zwar kommuniziert, war für mich im Arbeitsalltag jedoch nicht immer erkennbar.

Kollegenzusammenhalt

Innerhalb vieler Teams habe ich engagierte und hilfsbereite Kollegen kennengelernt.

Der Zusammenhalt leidet jedoch unter der hohen Fluktuation. Kaum sind Teams eingearbeitet, verlassen Mitarbeiter wieder das Unternehmen und neue Kollegen müssen erneut eingelernt werden.

Dadurch fehlt häufig Stabilität und langfristiger Teamaufbau.

Umgang mit älteren Kollegen

Aus meiner Sicht ist das Arbeitsmodell vor allem auf Mitarbeiter zugeschnitten, die bereit sind, einen großen Teil ihres Lebens dem Job unterzuordnen.

Für Menschen mit Familie, Kindern oder erhöhtem Bedürfnis nach Planbarkeit erscheint das Modell nur schwer vereinbar.

Mein Eindruck war, dass gerade Mitarbeiter mit umfangreicheren privaten Verpflichtungen langfristig häufig an ihre Belastungsgrenzen stoßen.

Vorgesetztenverhalten

Das Führungsverhalten habe ich oft als stark zahlenorientiert erlebt.

Teilweise entstand der Eindruck, dass erfolgreicher Vertrieb automatisch als Qualifikation für Führungsverantwortung angesehen wird.

Der Druck von höheren Ebenen wurde nach meiner Wahrnehmung häufig ungefiltert weitergegeben. Unterstützung und echte Mitarbeiterführung kamen dabei teilweise zu kurz.

Ich hatte häufig das Gefühl, stärker kontrolliert als geführt zu werden.

Arbeitsbedingungen

Die technische Ausstattung ist modern und vollständig.

Der tatsächliche Arbeitsalltag ist jedoch durch hohe Belastung geprägt. Lange Fahrstrecken, viele Kundentermine, erheblicher Verwaltungsaufwand und regelmäßige Überstunden gehören aus meiner Sicht zum Normalzustand.

Der Anspruch an Verfügbarkeit und Leistung ist dauerhaft hoch.

Kommunikation

Die Kommunikation empfand ich häufig als wenig wertschätzend.

Feedback wurde nach meiner Wahrnehmung oft nicht konstruktiv vermittelt, sondern vor allem genutzt, um zusätzlichen Leistungsdruck aufzubauen.

Die Kommunikation von oben nach unten wirkte auf mich teilweise belehrend, pauschalisierend und wenig respektvoll.

Ich hatte nicht selten das Gefühl, dass Anmerkungen und Kritik aus meiner Sicht weitgehend persönlich genommen wurden, was bei mir zumindest den Eindruck entstehen ließ, teilweise anders behandelt zu werden.

Ich hatte nicht selten das Gefühl, dass Mitarbeiter eher durch Druck als durch Vertrauen und Motivation gesteuert werden.

Gleichberechtigung

Karrierechancen bestehen grundsätzlich.

Allerdings wirkten Beförderungen auf mich nicht immer vollständig transparent. Teilweise entstand der Eindruck, dass persönliche Wahrnehmung und Anpassung an die Unternehmenskultur mindestens ebenso wichtig sind wie fachliche Kompetenz.

Interessante Aufgaben

Die Aufgaben sind abwechslungsreich und ermöglichen schnelle Lernerfolge.

Gleichzeitig sollte man wissen, dass die Rolle weit über klassische Neukundenakquise hinausgeht. Neben Vertrieb werden zahlreiche weitere Aufgaben erwartet.

Das kann fachlich interessant sein, führt aber auch zu einer erheblichen Arbeitsbelastung, die aus meiner Sicht langfristig schwer durchzuhalten ist.

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Arbeitgeber-Kommentar

Robert SchäferTeamlead Talent Acquisition

Hallo,

danke, dass du dir die Zeit genommen hast, uns so ausführlich und reflektiert an deinen Erfahrungen teilhaben zu lassen!

Es freut uns wirklich zu lesen, dass dir unser strukturiertes Onboarding, die Qualität unseres Produkts, die moderne technische Ausstattung sowie die steile Lernkurve im SaaS-Vertrieb positiv in Erinnerung geblieben sind.

Gleichzeitig nehmen wir deine Kritik an unserer Führungskultur, den Arbeitsbedingungen und der Nachhaltigkeit unserer Prozesse sehr ernst. Uns ist bewusst, dass hier Luft nach oben ist, und wir arbeiten daran, unsere Führungskräfte stärker in methodischer und sozialer Führungskompetenz weiterzuentwickeln, statt Führung hauptsächlich über Zahlen zu definieren.

Der Punkt, dass eine stillschweigende Erwartung ständiger Erreichbarkeit am Feierabend oder am Wochenende entstanden ist, passt nicht zu dem, wie wir eigentlich miteinander umgehen möchten, das widerspricht unserer Fürsorgepflicht euch gegenüber.

Für deinen weiteren Weg, beruflich wie persönlich, wünschen wir dir alles Gute und weiterhin viel Erfolg!

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Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.