Es ist nicht alles Gold, was glänzt
Gut am Arbeitgeber finde ich
Das Produkt selbst sowie der Einstieg ins Unternehmen werden insgesamt positiv wahrgenommen. Das Onboarding ist strukturiert aufgebaut und vermittelt zu Beginn einen guten Überblick über die Aufgaben und Abläufe.
Auch die grundlegende Ausstattung ist gut: Es werden Firmenwagen, Handy und Tablet zur Verfügung gestellt, was die Arbeit im Außendienst erleichtert und die tägliche Organisation unterstützt.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Kritisch sehe ich vor allem den Umgang mit Mitarbeitenden, der aus meiner Sicht teilweise von starkem Druck und wenig Wertschätzung geprägt ist. Die Zielvorgaben werden sehr ambitioniert kommuniziert, wodurch ein hoher Leistungsdruck entsteht.
Ebenfalls problematisch empfinde ich die Art und Weise, wie Ziele vorgestellt und bewertet werden, da der Fokus stark auf kurzfristiger Leistung liegt.
Zusätzlich habe ich den Eindruck, dass bereits während des Onboardings Mitarbeitende dazu angehalten werden, eine positive Kununu-Bewertung abzugeben. Dies wirkt auf mich nicht vollständig unabhängig und beeinflusst den Gesamteindruck der Bewertungen.
Verbesserungsvorschläge
Aus meiner Sicht gäbe es mehrere Ansatzpunkte zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen. Besonders wichtig wäre ein respektvollerer und wertschätzenderer Kommunikationsstil seitens der Führungskräfte, um ein vertrauensvolleres Arbeitsklima zu schaffen.
Zudem könnte der starke Fokus auf kurzfristige Zielerreichung reduziert werden, um den Leistungsdruck zu verringern und eine bessere Work-Life-Balance zu ermöglichen. Homeoffice-Regelungen sollten stabiler und nicht ausschließlich an tägliche Zielvorgaben gekoppelt sein.
Auch im Bereich Führung und Mitarbeiterentwicklung wäre mehr Transparenz und Fairness bei Entscheidungen wünschenswert. Eine klarere Struktur für Karriere- und Weiterbildungsmöglichkeiten könnte zudem dazu beitragen, Mitarbeitenden langfristige Perspektiven zu bieten.
Insgesamt würde eine stärkere Balance zwischen Leistungserwartung und Mitarbeiterzufriedenheit das Arbeitsumfeld deutlich verbessern.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre empfinde ich als sehr angespannt und stark von Leistungsdruck geprägt. Der Fokus liegt nahezu ausschließlich auf der Zielerreichung. Werden die vorgegebenen Ziele nicht erreicht, hat dies nach meiner Erfahrung direkte Konsequenzen, beispielsweise die Streichung von Homeoffice-Tagen. Zudem habe ich den Umgang seitens der Führungskraft als einschüchternd wahrgenommen. Statt konstruktiver Unterstützung stehen häufig Druck und die Androhung arbeitsrechtlicher Konsequenzen oder einer Kündigung im Vordergrund. Dies führt zu einem Klima der Unsicherheit und belastet die Motivation sowie das Arbeitsklima erheblich.
Während des Onboardings wird zunächst ein sehr positives Bild des Unternehmens vermittelt. In dieser Phase wird man nach meiner Wahrnehmung auch dazu ermutigt, frühzeitig eine positive Kununu-Bewertung abzugeben. Die tatsächlichen Arbeitsbedingungen und der Leistungsdruck im späteren Arbeitsalltag unterscheiden sich jedoch deutlich von dem Eindruck, der zu Beginn vermittelt wird.
Image
Das Image des Unternehmens ist aus meiner Sicht durchwachsen. Während einige Mitarbeitende und Außenstehende sehr positiv über das Unternehmen sprechen, gibt es ebenso kritische Stimmen. Die Wahrnehmung hängt stark von den individuellen Erfahrungen ab, insbesondere im Hinblick auf den Arbeitsalltag und die Zielvorgaben. Dadurch entsteht insgesamt ein gemischtes Bild, bei dem sowohl positive als auch negative Eindrücke vertreten sind.
Work-Life-Balance
Eine ausgewogene Work-Life-Balance ist aus meiner Sicht nur dann gegeben, wenn die vorgegebenen Ziele dauerhaft erreicht werden. Sobald Tages- oder Monatsziele verfehlt werden, entsteht ein hoher Druck, die fehlenden Ergebnisse schnellstmöglich nachzuholen. Dabei wird erwartet, dass man sich intensiv darauf konzentriert, die Vorgaben zu erfüllen. Dies führt dazu, dass die Arbeit auch nach Feierabend häufig gedanklich präsent bleibt und eine klare Trennung zwischen Berufs- und Privatleben schwerfällt. Die ständige Fokussierung auf Kennzahlen und Zielvorgaben kann auf Dauer belastend sein und wirkt sich negativ auf die Erholung außerhalb der Arbeitszeit aus.
Karriere/Weiterbildung
Karrieremöglichkeiten bestehen vor allem für Mitarbeitende, die dauerhaft sehr hohe Leistungen erbringen und stark auf die Zielerreichung fokussiert sind. Der Eindruck entsteht, dass beruflicher Aufstieg eng an die Bereitschaft gekoppelt ist, viel Zeit und Energie in die Arbeit zu investieren und dabei private Einschränkungen in Kauf zu nehmen. Eine klassische, ausgewogene Karriereentwicklung mit klaren Weiterbildungspfaden war für mich nur eingeschränkt erkennbar.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt empfinde ich insgesamt als mittelmäßig. Die Verdienstmöglichkeiten hängen stark von der Anzahl der Termine und der eigenen Leistung ab. Ein höheres Einkommen ist vor allem dann möglich, wenn viele Termine generiert und erfolgreich abgeschlossen werden. Zusätzlich spielt auch die Unterstützung durch den Teamleiter eine Rolle, da dieser teilweise Termine weitergibt. Insgesamt entsteht dadurch ein stark leistungsabhängiges Vergütungssystem, bei dem das Einkommen deutlich schwanken kann und weniger planbar ist.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Das Umwelt- und Sozialbewusstsein im Arbeitsalltag ist aus meiner Sicht nur eingeschränkt ausgeprägt. Durch die starke Außendiensttätigkeit entstehen sehr viele Fahrten, wodurch schnell Strecken von 100 km pro Tag und mehr zusammenkommen. Dieser hohe Reiseaufwand wirkt sich entsprechend negativ auf die Umweltbilanz der Tätigkeit aus. Alternative, umweltfreundlichere Arbeitsweisen oder eine stärkere Reduzierung von Fahrten waren nach meiner Erfahrung kaum erkennbar.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt unter den Kollegen ist insgesamt in Ordnung. Wie in den meisten Unternehmen gibt es Personen, mit denen man sich besser versteht als mit anderen. Innerhalb kleinerer Gruppen unterstützt man sich gegenseitig und kann sich offen austauschen. Besonders mit Kollegen, die ähnliche Erfahrungen und Ansichten teilen, entsteht ein guter Zusammenhalt. Der Teamgeist ist daher eher von einzelnen Kollegenkreisen geprägt als von einem starken Gemeinschaftsgefühl im gesamten Unternehmen.
Umgang mit älteren Kollegen
Der Umgang mit älteren Kollegen wirkt insgesamt respektvoll und angemessen. Nach meiner Wahrnehmung werden erfahrene Mitarbeitende teilweise etwas anders behandelt und nicht immer mit demselben Druck konfrontiert wie jüngere oder neuere Kollegen. Insgesamt hatte ich jedoch den Eindruck, dass ältere Kollegen im Team akzeptiert und wertgeschätzt werden.
Vorgesetztenverhalten
Das Verhalten der Vorgesetzten habe ich als problematisch empfunden. Nach meiner Wahrnehmung wird häufig mit Abmahnungen oder anderen Konsequenzen Druck aufgebaut. Zudem gab es Situationen, in denen Aussagen getroffen wurden, die ich als einschüchternd oder unangemessen wahrgenommen habe. Auch Gruppennachrichten mit einem scharfen Tonfall gehören aus meiner Sicht zum Arbeitsalltag. Kritik wird nicht immer vertraulich geäußert, sodass sich Mitarbeitende teilweise vor Kollegen bloßgestellt fühlen können. Ein respektvoller, motivierender und unterstützender Führungsstil war für mich nicht ausreichend erkennbar.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen sind grundsätzlich in Ordnung. Zur Ausstattung gehören unter anderem ein Firmenwagen, ein Handy sowie ein Tablet, was die Arbeit grundsätzlich unterstützt.
Allerdings ist der Arbeitsalltag teilweise stark vom Außendienst geprägt. Es kommt vor, dass Salons mehrfach besucht werden müssen, um überhaupt einen Termin zu bekommen. Dieser hohe Aufwand bei der Terminakquise kann zeitintensiv und teilweise frustrierend sein, da nicht jeder Besuch direkt zu einem Gespräch führt.
Kommunikation
Die Kommunikation empfinde ich als überwiegend herrisch und von Anweisungen geprägt. Ein respektvoller und wertschätzender Umgang auf Augenhöhe findet aus meiner Sicht zu selten statt. Statt konstruktivem Feedback werden häufig Druck und Forderungen in den Vordergrund gestellt. Darüber hinaus werden nach meiner Erfahrung regelmäßig Konsequenzen oder arbeitsrechtliche Maßnahmen in Aussicht gestellt, wenn Leistungen oder Ziele nicht den Erwartungen entsprechen. Dies schafft ein Klima der Unsicherheit und erschwert eine offene und vertrauensvolle Kommunikation.
Gleichberechtigung
Der Eindruck entsteht, dass bei Einstellungen vor allem auf kommunikative Fähigkeiten und Vertriebspotenzial geachtet wird. Die Belegschaft ist überwiegend männlich geprägt, während Frauen nach meiner Wahrnehmung deutlich seltener vertreten sind. Im Arbeitsalltag habe ich jedoch keine offensichtliche unterschiedliche Behandlung aufgrund des Geschlechts festgestellt. Insgesamt könnte die personelle Vielfalt im Unternehmen aus meiner Sicht stärker ausgeprägt sein.
Interessante Aufgaben
Die Tätigkeit bietet durchaus interessante Aspekte. Besonders der Kontakt zu Saloninhabern und Unternehmern aus der Friseur- und Beautybranche hat mir gefallen. Durch die vielen Gespräche erhält man Einblicke in unterschiedliche Geschäftsmodelle, Herausforderungen und Entwicklungen der Branche. Der Austausch mit den Kunden ist oft abwechslungsreich und interessant, sodass man fachlich und persönlich dazulernen kann. Dieser Teil der Arbeit gehört für mich zu den positiven Aspekten der Tätigkeit.

