Wenn Kommunikation und Führung fehlen, hilft auch das beste Team nur begrenzt
Gut am Arbeitgeber finde ich
- Sehr guter Kollegenzusammenhalt.
- Unterstützendes und hilfsbereites Team.
- Man konnte sich aufeinander verlassen.
- Grundsätzlich flexible Arbeitszeiten.
- Homeoffice möglich.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
- Widersprüchliche und kurzfristige Entscheidungen.
- Hoher Druck und wenig Planungssicherheit.
- Schwaches und teilweise unangemessenes Führungsverhalten.
- Unterdurchschnittliche Bezahlung.
- Kaum Entwicklungsmöglichkeiten und fehlende Perspektive.
Verbesserungsvorschläge
- Verlässliche und transparente Kommunikation etablieren.
- Entscheidungen langfristiger planen und konsequent umsetzen.
- Klare Zuständigkeiten innerhalb der Führung schaffen.
- Mitarbeitende entsprechend ihrer Qualifikation einsetzen.
- Realistische Arbeitsplanung unter Berücksichtigung vorhandener Ressourcen.
- Respektvollen und konstruktiven Umgangston fördern.
- Arbeitszeiten und Erholungsphasen konsequent respektieren.
- Faire und transparente Gehaltsstrukturen einführen.
- Weiterbildungen verbindlich planen und durchziehen.
- Eine klare und nachhaltige Unternehmensstrategie entwickeln.
Arbeitsatmosphäre
Im Team selbst war die Zusammenarbeit größtenteils gut. Man hat sich gegenseitig unterstützt und respektiert, was in vielen Situationen den Arbeitsalltag überhaupt erst möglich gemacht hat.
Mit der Zeit, vor allem als sich die wirtschaftliche Lage verschlechtert hat, wurde die Stimmung jedoch deutlich angespannter. Die Unsicherheit war dauerhaft präsent. Gespräche drehten sich zunehmend um die Situation im Unternehmen, und man hat gemerkt, dass viele unter der Entwicklung gelitten haben.
Die allgemeine Atmosphäre habe ich langfristig als belastend empfunden.
Kommunikation
Die Kommunikation war aus meiner Sicht sehr widersprüchlich und wenig verlässlich. Es wurden regelmäßig Pläne vorgestellt, die teilweise schon kurz danach wieder geändert oder komplett verworfen wurden.
Wichtige Informationen wurden nicht immer an alle weitergegeben, sodass man vieles über Umwege erfahren hat. Gleichzeitig gab es Situationen, in denen kurzfristig neue Anweisungen kamen, ohne dass vorherige Absprachen berücksichtigt wurden.
Im Alltag kam es auch vor, dass man E-Mails bekam und kurz darauf zusätzlich telefonisch oder direkt am Arbeitsplatz darauf angesprochen wurde, ohne Zeit zu haben, sich damit in Ruhe auseinanderzusetzen.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt im Team war wirklich gut. Viele haben sich gegenseitig unterstützt und versucht, die Situation gemeinsam zu tragen.
Gerade in stressigen oder unklaren Phasen war das ein wichtiger Faktor und für mich persönlich der größte Pluspunkt.
Work-Life-Balance
Die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit wurden aus meiner Sicht nicht ausreichend respektiert. Es kam vor, dass man nach Feierabend oder im Urlaub kontaktiert wurde, teilweise auch mehrfach (z. B. telefonisch oder über Messenger-Dienste).
Um wirklich abschalten zu können, musste man sich aktiv abgrenzen. Gleichzeitig hat die allgemeine Situation im Unternehmen dazu geführt, dass man die Arbeit auch gedanklich oft mit nach Hause genommen hat.
Insgesamt habe ich die Belastung langfristig als sehr hoch empfunden.
Vorgesetztenverhalten
Das Verhalten der Geschäftsführung habe ich als am schwierigsten empfunden.
Zum einen war sie im Alltag kaum greifbar, zum anderen wurde gleichzeitig stark in die Arbeit eingegriffen. Entscheidungen und Prioritäten haben sich teilweise sehr kurzfristig geändert, teilweise sogar innerhalb weniger Tage.
Ich hatte häufig den Eindruck, dass Aufgaben unabhängig von Kapazitäten oder fachlicher Zuständigkeit verteilt wurden. Wenn man versucht hat, das zu erklären oder Alternativen vorzuschlagen, wurde das nicht berücksichtigt.
Teilweise entstand ein hoher Druck, auch Aufgaben zu übernehmen, für die man nicht zuständig war. Ablehnung wurde meist nicht akzeptiert.
Der Umgangston wurde von mir situationsabhängig als sehr direkt und teilweise unangemessen empfunden, insbesondere bei Fehlern. Gleichzeitig wurden eigene Terminabsprachen seitens der Geschäftsführung nicht immer eingehalten oder kurzfristig abgesagt, während von Mitarbeitenden ein sehr hohes Maß an Verbindlichkeit erwartet wurde.
Zusätzlich hatte ich den Eindruck, dass Zuständigkeiten innerhalb der Geschäftsführung nicht klar geregelt waren, was sich im Alltag durch widersprüchliche Anweisungen bemerkbar gemacht hat.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben waren häufig eher monoton und unterfordernd.
Wenn größere Projekte anstanden, waren diese oft mit hohem Zeitdruck verbunden und wurden eng begleitet, wodurch wenig Raum für eigenständiges oder kreatives Arbeiten blieb.
Zusätzlich wurden Aufgaben teilweise unabhängig vom eigentlichen Fachbereich verteilt, was die Qualität und Effizienz nicht immer gefördert hat.
Gleichberechtigung
Das Team war grundsätzlich vielfältig zusammengesetzt.
Allerdings hatte ich den Eindruck, dass Mitarbeitende nicht immer gleich behandelt wurden, insbesondere bei Gehalt und Wertschätzung. Unterschiede bei vergleichbaren Aufgaben waren für mich nicht immer nachvollziehbar.
Teilweise hatte ich auch das Gefühl, dass Aussagen von einzelnen Personen unterschiedlich gewichtet wurden.
Umgang mit älteren Kollegen
Im täglichen Umgang habe ich keine klaren Unterschiede zwischen jüngeren und älteren Mitarbeitenden wahrgenommen.
Insgesamt hatte ich jedoch den Eindruck, dass individuelle Bedürfnisse generell eher wenig berücksichtigt wurden – unabhängig vom Alter.
Arbeitsbedingungen
Das Büro war ein neueres Gebäude, hatte aber im Alltag einige Schwächen. Das Raumklima war teilweise unangenehm, insbesondere in kälteren Monaten, in denen die Heizung oft nicht funktioniert hat.
Zudem war die technische Ausstattung aus meiner Sicht nicht auf einem aktuellen Stand, was die tägliche Arbeit teilweise erschwert hat. Auch die räumlichen Gegebenheiten (z. B. Hellhörigkeit) haben die Konzentration beeinflusst.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Ein klares Konzept oder erkennbare Maßnahmen in diesem Bereich habe ich nicht wahrgenommen. Das Thema spielte im Arbeitsalltag aus meiner Sicht keine größere Rolle.
Gehalt/Benefits
Die Vergütung lag aus meiner Sicht unter dem Branchendurchschnitt. Gehaltsanpassungen wurden angesprochen, aber nicht umgesetzt.
Teilweise musste aktiv darauf hingewiesen werden, wenn Anpassungen notwendig gewesen wären. Auch Zusatzleistungen wurden teilweise angekündigt, aber nicht verlässlich umgesetzt.
Insgesamt hatte ich nicht den Eindruck, dass Qualifikation und Leistung angemessen berücksichtigt wurden.
Image
Nach außen wirkt das Unternehmen strukturierter und professioneller, als ich es intern erlebt habe.
Im Arbeitsalltag gab es deutliche Unterschiede zwischen Außenwirkung und tatsächlichen Abläufen.
Karriere/Weiterbildung
Karriereentwicklung war für mich nicht erkennbar. Gespräche zu diesem Thema haben selten zu konkreten Ergebnissen geführt.
Weiterbildungen wurden teilweise begonnen, aber nicht konsequent weitergeführt oder kurzfristig abgebrochen, was eine nachhaltige Entwicklung erschwert hat.