So Long, and Thanks for All the Fish
Gut am Arbeitgeber finde ich
Das Gehalt ist gut.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Hohe Arbeitslast und Überstunden belasten dauerhaft.
Mobile Arbeit wird stark eingeschränkt, obwohl sie möglich wäre.
Führung gibt Druck ungefiltert weiter, Fehlbesetzungen bleiben bestehen.
Kurzfristige Entscheidungen sorgen für Chaos und Mehrarbeit.
Verbesserungsvorschläge
Hört auf eure Mitarbeiter, sie raten und fordern seit langem das Gleiche:
Arbeitslast besser verteilen und die richtigen Leute einstellen.
Führung optimieren: Fachliche und menschliche Kompetenz muss im Vordergrund stehen.
Mobiles Arbeiten behalten: Vertrauen spart Pendelzeit und Nerven.
Kommunikation entwirren: Entscheidungen sollten nicht wie geheime Botschaften behandelt werden.
Zusammenarbeit stärken: Fingerzeigen ist kein Teamsport.
Arbeitsatmosphäre
Innerhalb der Teams gibt es noch Zusammenhalt, doch abteilungsübergreifend dominieren Druck, Absicherung und Schuldzuweisungen. Die Arbeitslast ist hoch, wichtige Fachleute fehlen stattdessen aber viele Projektsteuerer, Überstunden sind normal. Vorgesetzte stehen selbst unter Druck und geben ihn ungefiltert weiter. Was einst als visionäres Projekt motivierte, fühlt sich heute wie ein Kraftakt ohne Ende an.
Work-Life-Balance
Die Arbeitslast in meinem Bereich ist enorm, Überstunden sind die Regel. Zu wenig Personal zwingt viele ans Limit – nicht erst seit gestern. Stress und gesundheitliche Probleme sind nach meiner Beobachtung kein Einzelfall. Gleichzeitig wird mobiles Arbeiten eingeschränkt, in manchen Bereichen wirkt man auf die volle Anwesenheitspflicht hin.
Karriere/Weiterbildung
Weiterbildung? Eher ein Hindernislauf als ein Konzept. Wer eine Fortbildung will, muss sie sich erkämpfen – gefördert wird das meiner Meinung nach nicht.
Entwicklungsprogramme? Seit 1,5 Jahren in der Warteschleife, während man versucht, VW-Prozesse zu übernehmen. Mein Mitarbeitergespräch war eine Farce.
Kollegenzusammenhalt
Innerhalb der Teams herrscht oft noch Zusammenhalt, sogar etwas Humor. Abteilungsübergreifend schwindet dieser jedoch unter dem wachsenden Druck. Statusmeetings werden zum Fingerzeigen, Rückhalt von Vorgesetzten bleibt aus, und viele haben perfektioniert, wie man Arbeit an andere delegiert. Spaß macht mir das nicht mehr.
Vorgesetztenverhalten
Vorgesetzte stehen selbst unter Druck – und geben ihn ungefiltert weiter. Je angespannter die Lage, desto härter der Umgang. Einige Führungskräfte sind offensichtlich fachlich oder menschlich ungeeignet, bleiben aber dennoch im Amt.
Arbeitsbedingungen
Eine bunte Mischung aus Bürocontainer-Romantik und Retro-Charme alter VW-Trakte – mit Gruppenbüros, unsauberen Teeküchen und kaputten Kaffeemaschinen. Hier und da kaputte Türen und Fenster, und wer eine Reparatur braucht, sollte Geduld mitbringen.
Besprechungsräume? Mangelware. Stauraum? Nur Kleinstfächer. Und für viele Kollegen, die auf die Baustelle müssen, gibt es weder Umkleiden noch Spinde.
Kommunikation
Es gibt informative Town-Halls, anonyme Fragemöglichkeiten und diverse Plattformen und Newsletter – theoretisch gut. Doch dort, wo es zählt, bleibt die Kommunikation lückenhaft: wechselnde Zuständigkeiten, unklare OrgCharts, Meetings ohne Fortschritt und ein Dokumentenchaos in Sharepoints und Teams-Kanälen. Wichtige Entscheidungen versickern, anstatt umgesetzt zu werden.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt ist gut und einzige Motivation.
Gleichberechtigung
Die Führungsetage ist geprägt von „alten weißen Männern“, die sich der Gleichberechtigung bewusst sind, sie aber nicht aktiv vorantreiben. Gelegentlich gibt es symbolische Maßnahmen, doch im mittleren Management bleiben Frauen unterrepräsentiert. Priorität hat das Thema nicht.
Interessante Aufgaben
Das Projekt ist spannend: eine neue Technologie, drei Fabriken weltweit. Doch die anfängliche Vision ist verblasst. Statt Fortschritt gab es endlose Fabrikumplanungen die jetzt zu Verzug geführt haben. Dazu die oft kurzsichtigen oder hastigen Vorgaben der Vorgesetzten, die unter Stress getroffen werden. Der Sisyphos-Effekt: laufen, ohne voranzukommen.

