Nach außen ambitioniert, intern chaotisch und belastend
Gut am Arbeitgeber finde ich
Positiv fand ich einige Kolleginnen und Kollegen sowie den Zusammenhalt im Team. Auch die Aufgaben konnten spannend sein, vor allem wenn man gerne an digitalen Produkten, Prozessen und neuen Ideen arbeitet.
Firmenevents waren teilweise ebenfalls angenehm, auch wenn sie für mich nicht die strukturellen Probleme im Arbeitsalltag ausgeglichen haben.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Schlecht fand ich vor allem die aus meiner Sicht unklare Führung, wechselnde Prioritäten, kurzfristige Deadlines und fehlende Verlässlichkeit in der Planung. Dadurch entstand viel unnötiger Druck.
Außerdem hatte ich den Eindruck, dass Mitarbeitende nicht immer ausreichend wertgeschätzt wurden. Gute Ideen und gute Arbeit konnten aus meiner Sicht oft nicht ihr Potenzial entfalten, weil Fokus, Struktur und konsequente Umsetzung gefehlt haben.
Verbesserungsvorschläge
Mehr Fokus auf Qualität statt Quantität. Mehr Output entsteht nicht automatisch durch mehr Posts, mehr Features oder mehr Projekte, sondern durch klare Prioritäten und funktionierende Prozesse.
Es sollte ein Workflow geschaffen werden, der von allen Beteiligten verstanden und genutzt werden kann. Ziele, Verantwortlichkeiten und Deadlines sollten klar definiert sein und nicht ständig kurzfristig verändert werden.
Das Unternehmen sollte sich stärker auf Dinge konzentrieren, die bereits funktionieren, diese verbessern und konsequent verkaufen, statt ständig neue Themen zu starten.
Außerdem empfehle ich, mehr Fachkompetenz in Bereichen wie Social Media, Produktentwicklung, Vertrieb und operativer Umsetzung aufzubauen. Wichtig wären Menschen, die nicht nur Ideen einbringen, sondern diese auch strukturiert zu Ende führen.
Gespräche sollten professionell, respektvoll und sachlich geführt werden. Unangemessene oder zweideutige Formulierungen haben in einem Arbeitsumfeld keinen Platz.
Mehr Transparenz bei Gehalt, Entwicklung und Beförderung würde ebenfalls helfen. Mitarbeitende sollten wissen, woran sie sind, wie sie sich verbessern können und welche konkreten Schritte zu mehr Verantwortung oder besserer Vergütung führen.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre habe ich als sehr belastend erlebt. Aus meiner Sicht gab es häufig unklare Prioritäten, unrealistische Erwartungen und wechselnde Zielvorgaben. Dadurch entstand in mehreren Bereichen dauerhaft Druck, ohne dass immer klar war, wann eine Aufgabe wirklich abgeschlossen ist.
Besonders schwierig fand ich, dass Ziele und Deadlines teilweise kurzfristig verändert oder erweitert wurden. Das führte bei mir dazu, dass Erfolge selten als abgeschlossen wahrgenommen wurden. Ich hatte den Eindruck, dass bestimmte Abteilungen stärker unter Mikromanagement standen als andere, obwohl dort ebenfalls wichtige Ergebnisse geliefert wurden.
Kommunikation
Die Kommunikation unter den Mitarbeitenden war aus meiner Sicht überwiegend gut. Viele Kolleginnen und Kollegen haben sich gegenseitig unterstützt und versucht, gemeinsam Lösungen zu finden.
Die Kommunikation durch das Management habe ich jedoch oft als unklar und nicht verlässlich empfunden. Anforderungen wurden meiner Wahrnehmung nach teilweise spät geändert oder nicht ausreichend dokumentiert. Dadurch entstanden Missverständnisse, Mehrarbeit und unnötiger Stress.
Kollegenzusammenhalt
Der Kollegenzusammenhalt war einer der positiven Punkte. Ich habe viele hilfsbereite, kompetente und angenehme Menschen kennengelernt. Gerade in stressigen Phasen haben sich viele Mitarbeitende gegenseitig unterstützt.
Gleichzeitig hatte ich den Eindruck, dass viele Personen langfristig unzufrieden waren und sich nach besseren Möglichkeiten umgesehen haben. Das Team selbst war stark, aber die Rahmenbedingungen haben es aus meiner Sicht schwer gemacht, dauerhaft motiviert zu bleiben.
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance habe ich als schlecht erlebt. Besonders vor wichtigen Terminen oder Events gab es aus meiner Sicht sehr hohen Druck und viele zusätzliche Aufgaben. Teilweise entstanden Überstunden dadurch, dass Anforderungen kurz vor Deadlines erweitert wurden.
Für mich fühlte sich das nicht nach planbarer Mehrarbeit an, sondern nach strukturellen Problemen in Planung und Priorisierung. Ich hatte den Eindruck, dass die Belastung bei vielen Mitarbeitenden zu Stress geführt hat.
Vorgesetztenverhalten
Das Vorgesetztenverhalten habe ich überwiegend kritisch wahrgenommen. Ich hatte oft den Eindruck, dass Feedback aus dem Team nicht ausreichend ernst genommen wurde. Entscheidungen wurden aus meiner Sicht häufig kurzfristig getroffen oder geändert, ohne die Auswirkungen auf die operative Arbeit ausreichend zu berücksichtigen.
Ich hätte mir mehr Vertrauen, klarere Kommunikation und mehr Respekt gegenüber der geleisteten Arbeit gewünscht. Besonders belastend war für mich das Gefühl, dass Mitarbeitende teilweise eher als austauschbar wahrgenommen wurden.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben selbst waren teilweise sehr interessant. Gerade im Immobilien- und Technologiebereich gab es viele spannende Möglichkeiten, digitale Produkte und Systeme aufzubauen.
Das Problem war aus meiner Sicht weniger der Inhalt der Aufgaben, sondern die fehlende Kontinuität. Projekte wurden begonnen, dann verändert, ersetzt oder durch neue Ideen überlagert. Dadurch hatte ich oft das Gefühl, dass gute Ansätze nicht konsequent zu Ende geführt wurden.
Gleichberechtigung
Nach außen wirkte das Thema Gleichberechtigung grundsätzlich vorhanden. Ich persönlich kann hierzu nur begrenzt konkrete Aussagen treffen. Mein Eindruck war jedoch, dass manche Entscheidungen und Gespräche nicht immer transparent oder nachvollziehbar waren.
Umgang mit älteren Kollegen
Der Umgang war aus meiner Sicht grundsätzlich in Ordnung, aber nicht immer respektvoll genug. Ich hatte teilweise den Eindruck, dass Mitarbeitenden nicht aufmerksam zugehört wurde, obwohl sie fachlich wichtige Punkte eingebracht haben.
Ich hätte mir mehr Wertschätzung und aktives Zuhören gewünscht, unabhängig von Alter, Rolle oder Position.
Arbeitsbedingungen
Die technische Ausstattung war grundsätzlich gut. Es gab moderne Arbeitsgeräte und teilweise Getränke im Büro.
Bei anderen Basics wie Kaffee, Obst oder allgemeinen Bürobedingungen hatte ich den Eindruck, dass diese nicht immer selbstverständlich waren. Insgesamt waren die Arbeitsbedingungen okay, aber nicht auf dem Niveau, das teilweise nach außen vermittelt wurde.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Das Umwelt- und Sozialbewusstsein kann ich nur eingeschränkt bewerten. Ich hatte den Eindruck, dass es inhaltlich teilweise eine Rolle spielte, aber im Alltag nicht immer konsequent umgesetzt wurde.
Bei organisatorischen Themen hätte ich mir mehr Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein gewünscht.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt war zu Beginn aus meiner Sicht attraktiv, später habe ich es eher als durchschnittlich wahrgenommen. Zudem hatte ich den Eindruck, dass die Gehaltsstruktur nicht immer transparent oder nachvollziehbar war.
Bei Entwicklungsgesprächen und Gehaltserhöhungen hätte ich mir klarere Kriterien gewünscht. Aus meiner Sicht waren manche Einstufungen und Bewertungssysteme zu abstrakt formuliert, sodass schwer nachvollziehbar war, wie man konkret vorankommen kann.
Image
Das Image des Unternehmens sehe ich kritisch. Mein Eindruck ist, dass die Außenwirkung besser sein soll als die interne Realität. Wenn viele Mitarbeitende unzufrieden gehen oder negativ über ihre Erfahrungen sprechen, wirkt sich das langfristig auf die Wahrnehmung des Unternehmens aus.
Aus meiner Sicht sollte stärker auf echte Mitarbeiterzufriedenheit und nachhaltige Strukturen geachtet werden, statt nur auf Außenwirkung.
Karriere/Weiterbildung
Karriere- und Weiterbildungsmöglichkeiten habe ich kaum wahrgenommen. Mein Eindruck war, dass man mehr Verantwortung übernehmen konnte, ohne dass sich Rolle, Titel oder Gehalt entsprechend weiterentwickelt haben.
Ich hätte mir klarere Entwicklungspfade, echte Weiterbildungsmöglichkeiten und transparente Kriterien für Beförderungen gewünscht.