Wo Vertrauen verloren geht, helfen gute Arbeitsbedingungen nur bedingt
Gut am Arbeitgeber finde ich
Positiv finde ich die Nähe zum Wohnort und die insgesamt guten Arbeitsbedingungen. Die Büros sind gut ausgestattet, Kaffee und Wasser werden kostenlos zur Verfügung gestellt und es gibt nur wenig Reisetätigkeit.
Besonders schätze ich die Möglichkeiten zum flexiblen Arbeiten durch Gleitzeit, Homeoffice und mobiles Arbeiten. Dadurch lässt sich die Arbeit sehr gut mit dem Privatleben vereinbaren.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Besonders kritisch sehe ich den Umgang mit langjährigen Mitarbeitenden. Dass aufgrund der wirtschaftlichen Situation Veränderungen notwendig sind, kann ich grundsätzlich nachvollziehen. Die Art und Weise, wie diese personellen Veränderungen umgesetzt werden, empfinde ich jedoch als wenig wertschätzend.
Gerade bei Mitarbeitenden, die dem Unternehmen seit vielen Jahren oder sogar Jahrzehnten verbunden sind, würde ich mir einen anderen Umgang wünschen.
Auch die Entwicklung im Bereich People & Culture hat bei mir persönlich nicht zu mehr Vertrauen geführt. Im Gegenteil: Seit den dortigen Veränderungen empfinde ich die personelle Situation als noch stärker von Unsicherheit geprägt. Gerade in einer solchen Phase würde ich mir von einem Personalbereich mehr Transparenz, Vertrauen und Sicherheit für die Beschäftigten wünschen.
Verbesserungsvorschläge
Die derzeitige Führungskultur empfinde ich zunehmend als von Unsicherheit und Angst geprägt. Nach meiner Wahrnehmung machen sich viele Mitarbeitende Sorgen um ihren Arbeitsplatz und fragen sich, wer als Nächstes von personellen Veränderungen betroffen sein könnte.
Aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklung der vergangenen Jahre kann ich nachvollziehen, dass Veränderungen notwendig geworden sind. Meine Kritik richtet sich deshalb weniger gegen die Tatsache, dass Veränderungen vorgenommen werden, sondern vor allem dagegen, wie diese aus meiner Sicht umgesetzt und kommuniziert werden.
Mitarbeitende verlassen nach meiner Wahrnehmung nach und nach das Unternehmen oder werden mit Aufhebungsverträgen konfrontiert. Dadurch entsteht für mich ein Zustand dauerhafter Unsicherheit.
Aus früheren beruflichen Erfahrungen kenne ich größere Veränderungsprozesse, bei denen für die Beschäftigten frühzeitig transparent war, nach welchen Grundsätzen vorgegangen wird und welche sozialen Regelungen vorgesehen sind. Eine vergleichbare Transparenz und Planungssicherheit würde ich mir auch hier wünschen.
Mein Verbesserungsvorschlag wäre deshalb, notwendige Veränderungen offener und nachvollziehbarer zu kommunizieren und den Beschäftigten wieder mehr Planungssicherheit zu geben. Auch bei wirtschaftlich notwendigen Einschnitten sollte aus meiner Sicht der Eindruck vermieden werden, dass jeder jederzeit der Nächste sein könnte.
Arbeitsatmosphäre
Seit 2025 nehme ich eine deutliche Veränderung im Unternehmen wahr. Zahlreiche Mitarbeitende haben das Unternehmen verlassen – teils durch eigene Kündigung, teils im Zusammenhang mit angebotenen Aufhebungsverträgen. Der Personalabbau betrifft nach meiner Wahrnehmung unterschiedliche Hierarchieebenen, von Führungskräften bis zu Mitarbeitenden ohne Führungsverantwortung.
Gleichzeitig waren die veröffentlichten Geschäftszahlen der vergangenen Jahre wenig erfreulich. Vor diesem Hintergrund und aufgrund der personellen Veränderungen ist bei vielen Beschäftigten nach meiner Wahrnehmung eine erhebliche Unsicherheit hinsichtlich der eigenen beruflichen Zukunft entstanden.
2024 kam es zu einem Wechsel in der Geschäftsführung. Auch im Personalbereich gab es Veränderungen. Insbesondere seit der Neuausrichtung unter „People & Culture“ erlebe ich die Stimmung im Unternehmen als deutlich angespannter. Entscheidungen und personelle Veränderungen werden von Teilen der Belegschaft mit großer Verunsicherung wahrgenommen.
Besonders problematisch empfinde ich, dass in dieser Situation wenig Zusammenhalt und Solidarität zu spüren sind.
Image
Das Image von prego kann ich nur schwer beurteilen. Außerhalb der Energie- und Versorgungsbranche scheint mir das Unternehmen eher wenig bekannt zu sein. Auch die Reichweite beziehungsweise Resonanz in den sozialen Medien empfinde ich als ausbaufähig.
prego ist als Servicedienstleister für Energieversorgungsunternehmen tätig. Gleichzeitig beobachte ich, dass Leistungen beziehungsweise Einheiten, die zuvor bei prego angesiedelt waren, teilweise wieder von den Mutterunternehmen übernommen werden.
Diese Entwicklung hinterlässt bei mir persönlich keinen besonders positiven Eindruck hinsichtlich der zukünftigen Positionierung des Unternehmens. Ob und wie dies von Kunden, Bewerbern oder der Öffentlichkeit wahrgenommen wird, kann ich allerdings nicht beurteilen.
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance ist aus meiner Sicht sehr gut. Homeoffice beziehungsweise mobiles Arbeiten ist möglich, ebenso die Nutzung von Gleitzeit. Dadurch lässt sich die Arbeitszeit flexibel gestalten und gut mit dem Privatleben vereinbaren. In diesem Bereich gibt es für mich nichts zu beanstanden.
Karriere/Weiterbildung
In der Vergangenheit wurde bei prego deutlich mehr intern aus- und weitergebildet. Es gab sogar eigene Trainer, die Schulungen für Mitarbeitende durchgeführt haben. Dieses Angebot ist nach meiner Wahrnehmung inzwischen deutlich zurückgegangen.
Wenn eine Weiterbildung für die konkrete Tätigkeit wirklich erforderlich ist, habe ich allerdings den Eindruck, dass diese grundsätzlich auch weiterhin ermöglicht wird.
Besonders deutlich zeigt sich die Veränderung im Bereich Ausbildung: Für das Ausbildungsjahr 2026/2027 wurden keine neuen Auszubildenden eingestellt. Damit verbleiben nur noch weniger als zehn Auszubildende, die für etwa ein weiteres Jahr zu betreuen sind.
Vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Entwicklung und der zunehmenden Bedeutung von KI kann ich grundsätzlich nachvollziehen, dass Ausbildungs- und Weiterbildungsangebote stärker auf ihren tatsächlichen Bedarf geprüft werden. Für Mitarbeitende bedeutet diese Entwicklung aus meiner Sicht jedoch, dass die Möglichkeiten zur persönlichen Weiterentwicklung heute geringer erscheinen als noch vor einigen Jahren.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt empfinde ich grundsätzlich als den jeweiligen Aufgaben angemessen. Derzeit ist eine Veränderung vom ver.di-Tarif hin zu einem Haustarif in Arbeit.
Gleichzeitig wurden Betriebsvereinbarungen durch die Geschäftsführung gekündigt, wodurch sich für einzelne Mitarbeitende Verschlechterungen ergeben haben.
Bei den Benefits sehe ich noch Luft nach oben. Kostenloses Wasser und Kaffee gehören für mich zu den positiven Angeboten. Darüber hinaus gibt es unter anderem JobRad sowie Möglichkeiten im Bereich der betrieblichen Altersvorsorge.
Eine Kantine gibt es nicht. Eine attraktive Ergänzung wäre beispielsweise ein Zuschuss zum Mittagessen oder eine Kooperation mit einer nahegelegenen Kantine bzw. Mensa.
Angesichts der wirtschaftlichen Situation des Unternehmens kann ich allerdings nachvollziehen, dass zusätzliche Leistungen derzeit nicht unbedingt im Vordergrund stehen.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Beim Umwelt- und Sozialbewusstsein gibt es aus meiner Sicht einige positive Punkte. Der Müll wird getrennt und auf jeder Etage stehen Küchen zur Verfügung, in denen Mitarbeitende ihr Essen aufwärmen und vorhandenes Geschirr nutzen können.
Der Anteil an Elektrofahrzeugen wird erhöht. Am Standort Ludwigshafen stehen bereits viele Lademöglichkeiten zur Verfügung, während hier am Standort Saarbrücken aus meiner Sicht noch Verbesserungspotenzial besteht.
Positiv finde ich auch das soziale Engagement. Es gibt einen Sozialfonds, über den in Not geratene Mitarbeitende Unterstützung erhalten können. Hinzu kommt die sogenannte „Cent-Parade“, bei der Mitarbeitende die Centbeträge ihres Gehalts für einen guten Zweck zur Verfügung stellen können. Unterstützt wurde damit beispielsweise die Tafel.
Insgesamt empfinde ich das Umwelt- und Sozialbewusstsein als positiv.
Kollegenzusammenhalt
Die derzeitige Unsicherheit im Unternehmen wirkt sich nach meiner Wahrnehmung zunehmend auf den Kollegenzusammenhalt aus. Wenn Mitarbeitende mit einem Aufhebungsvertrag oder einem möglichen Ausscheiden aus dem Unternehmen konfrontiert werden, erlebe ich nur wenig sichtbare Unterstützung durch die Kolleginnen und Kollegen.
Mein Eindruck ist, dass viele inzwischen vor allem darauf achten, selbst nicht von den nächsten personellen Maßnahmen betroffen zu sein. Dadurch geht ein Stück des früheren Zusammenhalts verloren.
Gerade in schwierigen Situationen würde ich mir deutlich mehr Solidarität untereinander wünschen.
Umgang mit älteren Kollegen
Einen grundsätzlich anderen Umgang mit älteren Beschäftigten kann ich nicht erkennen. Allerdings erlebe ich, dass auch Mitarbeitende mit mehr als zehn oder sogar zwanzig Jahren Betriebszugehörigkeit kurzfristig mit einem Angebot für einen Aufhebungsvertrag konfrontiert werden können.
Langjährige Betriebszugehörigkeit und die über viele Jahre für das Unternehmen erbrachte Leistung scheinen bei anstehenden personellen Veränderungen keinen besonderen Schutz zu bieten, wenn eine Tätigkeit oder Stelle nicht fortgeführt werden soll und keine gleichwertige alternative Beschäftigungsmöglichkeit vorhanden ist.
In gewisser Weise erlebe ich auch hier eine Gleichbehandlung: Nach meiner Wahrnehmung können Mitarbeitende unabhängig davon von personellen Veränderungen betroffen sein, ob sie seit einem Jahr oder seit mehr als zwanzig Jahren für das Unternehmen tätig sind.
Für langjährige Mitarbeitende kann diese Erfahrung allerdings besonders ernüchternd sein.
Vorgesetztenverhalten
Die derzeitige Situation im Unternehmen geht auch an den Führungskräften nicht spurlos vorbei. Da personelle Veränderungen inzwischen auch Führungsebenen betreffen, nehme ich auch dort eine zunehmende Unsicherheit wahr.
Nach meinem Eindruck zeigt sich diese Unsicherheit teilweise in der Kommunikation und im Umgang mit den Mitarbeitenden. Entscheidungen und Entwicklungen werden dadurch nicht immer mit der Klarheit und Sicherheit vermittelt, die ich mir gerade in einer schwierigen Unternehmensphase von Führungskräften wünschen würde.
Arbeitsbedingungen
Abgesehen von der derzeitigen Unsicherheit hinsichtlich der weiteren Entwicklung des Unternehmens sind die Arbeitsbedingungen aus meiner Sicht gut.
Reisetätigkeit fällt für die meisten Mitarbeitenden kaum an. Viele Besprechungen finden online statt. Die Büros sind überwiegend als Zwei- oder Dreibettbüros gestaltet. Höhenverstellbare Schreibtische, qualitativ gute Bürostühle und zwei Monitore am Arbeitsplatz sind weitgehend Standard.
Positiv sind außerdem die Parkmöglichkeiten direkt am Standort sowie kostenloses Wasser und Kaffee. Eine Klimaanlage wäre insbesondere in den heißen Sommermonaten eine deutliche Verbesserung.
Auffällig ist allerdings, dass inzwischen in beiden Gebäuden ganze Bürobereiche beziehungsweise Gänge leer stehen. Hier macht sich die deutlich gesunkene Zahl der Mitarbeitenden auch räumlich bemerkbar.
Insgesamt gibt es bei den eigentlichen Arbeitsbedingungen für mich wenig auszusetzen.
Kommunikation
Die Kommunikation erfolgt überwiegend über die jeweiligen Führungskräfte, teilweise auch direkt durch die zuständigen Verantwortlichen. Gerade angesichts der vielen Veränderungen im Unternehmen empfinde ich die Kommunikation jedoch als nicht ausreichend offen und transparent.
Der Betriebsrat führt nach meiner Erfahrung lediglich einmal zum Jahresende eine Betriebsversammlung durch. Auffällig ist für mich, dass dort nur wenige Mitarbeitende Fragen stellen oder sich kritisch äußern. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei Informationsveranstaltungen des Unternehmens.
Insgesamt entsteht für mich dadurch nicht der Eindruck einer offenen Kommunikationskultur, in der auch kritische Fragen und unterschiedliche Meinungen selbstverständlich geäußert werden.
Gleichberechtigung
Eine Ungleichbehandlung aufgrund von Geschlecht, Religion oder anderen persönlichen Merkmalen kann ich nicht erkennen. Nach meiner Wahrnehmung werden bei personellen und organisatorischen Entscheidungen vor allem die Leistung sowie die Frage betrachtet, ob für die jeweilige Stelle beziehungsweise Tätigkeit weiterhin ein entsprechender Bedarf besteht.
Dabei scheinen Hierarchieebenen keine grundsätzliche Rolle zu spielen. Veränderungen von Aufgaben und Tätigkeitsbereichen bis hin zum Ausscheiden aus dem Unternehmen können sowohl Führungskräfte als auch Mitarbeitende ohne Führungsverantwortung betreffen.
In Bezug auf Gleichberechtigung habe ich daher nichts zu beanstanden.
Interessante Aufgaben
Grundsätzlich gibt es bei prego viele interessante und abwechslungsreiche Aufgaben. Gleichzeitig habe ich jedoch den Eindruck, dass die Tätigkeitsfelder zunehmend kleiner werden.
So sind beispielsweise 2025 Teams aus dem Bereich Utility Services zu den Mutterhäusern zurückgegangen. Auch im Einkauf werden Aufgaben reduziert. 2026 werden keine neuen Auszubildenden mehr eingestellt und die Zahl der noch zu betreuenden Auszubildenden ist inzwischen auf weniger als zehn gesunken.
Dadurch entsteht für mich eine große Unsicherheit hinsichtlich der langfristigen Perspektive einzelner Tätigkeiten und Arbeitsplätze. Was heute noch ein interessantes und verantwortungsvolles Aufgabengebiet ist, kann morgen bereits von Veränderungen betroffen sein.
Ich habe zunehmend den Eindruck, dass Aufgaben und Stellen sehr genau unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten betrachtet werden. Angesichts der wirtschaftlichen Entwicklung des Unternehmens ist das für mich grundsätzlich nachvollziehbar. Für die Beschäftigten schafft es jedoch wenig Planungssicherheit und kein gutes Gefühl hinsichtlich der eigenen beruflichen Zukunft.


