Unprofessioneller Umgangston und Management aus der Distanz
Gut am Arbeitgeber finde ich
Sinnstiftendes Grundthema (Umwelt/Entsorgung/Recycle-Themen).
Im Team gab es Kolleg:innen, die stark zusammengehalten und sich gegenseitig unterstützt haben.
Potenzial für spannende Aufgaben – wenn Strukturen und Führung passen würden.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Distanzierte Führung mit wenig operativer Nähe und geringer Präsenz vor Ort.
Mangelnde Wertschätzung, teilweise belastender Umgangston.
Intransparente Kommunikation, wechselnde Prioritäten und hoher Druck.
Entwicklung/Weiterbildung nicht klar und nicht fair nachvollziehbar.
Verbesserungsvorschläge
Führungskräfte näher ans operative Geschäft bringen: mehr Präsenz, mehr Verständnis für Realitäten, weniger „Management aus der Distanz“.
Wertschätzung und Anerkennung fair verteilen: Erfolge sollten sichtbar den Teams zugeschrieben werden.
Kommunikation transparenter machen: Entscheidungen begründen, Prioritäten stabil halten, realistisch planen.
Respektvolle Feedbackkultur etablieren: Ton, Umgang und Belastung aktiv angehen (auch mit Konsequenzen).
Ressourcenplanung verbessern: weniger Feuerwehrmodus, weniger kurzfristige Richtungswechsel.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre war für mich stark belastend. Es gab spürbaren Druck, wenig Wertschätzung im Alltag und eine Stimmung, in der man eher „funktionieren“ sollte, statt offen Probleme anzusprechen. Kritik wurde nicht konstruktiv aufgenommen, was sich negativ auf Motivation und Vertrauen ausgewirkt hat.
Kommunikation
Die Kommunikation empfand ich als intransparent und häufig einseitig. Entscheidungen wurden oft kurzfristig getroffen oder wechselten, ohne dass die Gründe nachvollziehbar erklärt wurden. Wichtige Informationen kamen spät oder über Umwege, was die Zusammenarbeit unnötig erschwert hat.
Kollegenzusammenhalt
Im Team selbst war der Zusammenhalt teilweise gut – viele Kolleg:innen haben sich gegenseitig unterstützt. Allerdings wurde das durch die Rahmenbedingungen und den Führungsstil immer wieder ausgebremst, sodass echte Teamarbeit nicht konsequent gefördert wurde.
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance war aus meiner Sicht schwach. Erwartungshaltungen waren hoch und häufig kurzfristig, wodurch Überstunden und ständige Erreichbarkeit indirekt normalisiert wurden. Eine realistische Ressourcenplanung habe ich zu selten erlebt.
Vorgesetztenverhalten
Das Vorgesetztenverhalten war für mich der größte Minuspunkt. Führung fand aus meiner Sicht zu weit weg vom „Doing“ statt, gleichzeitig wurden Erfolge eher nach oben kommuniziert, während die operative Leistung im Team zu wenig anerkannt wurde. Zudem habe ich den Umgangston stellenweise als unangemessen und verbal belastend erlebt. Auffällig war auch die geringe Präsenz vor Ort, wodurch Unterstützung im Alltag fehlte.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben hätten grundsätzlich Potenzial, waren aber in der Praxis oft von Ad-hoc-Themen, Umpriorisierungen und unnötiger Abstimmung geprägt. Dadurch blieb wenig Raum, Themen sauber aufzubauen oder nachhaltig zu verbessern.
Gleichberechtigung
Offiziell wird das Thema sicher adressiert, im Arbeitsalltag habe ich jedoch wenig davon gespürt. Entwicklungschancen und Sichtbarkeit wirkten eher davon abhängig, wie gut man „nach oben“ wirkt, statt von Leistung und Zusammenarbeit.
Umgang mit älteren Kollegen
Wertschätzung für Erfahrung war aus meiner Sicht nicht konsequent vorhanden. Teilweise hatte ich den Eindruck, dass Tempo und Anpassung wichtiger waren als nachhaltige Einarbeitung, Wissenstransfer oder respektvoller Umgang mit unterschiedlichen Arbeitsweisen.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen waren für mich insgesamt durchwachsen. Prozesse wirkten unnötig kompliziert, Tools/Strukturen nicht immer passend, und durch häufige Änderungen entstand unnötige Reibung. Vor-Ort-Strukturen und Support hätten deutlich besser sein können.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Das Unternehmen hat grundsätzlich eine passende Mission und ein Thema mit gesellschaftlicher Relevanz. In meinem Erleben wurde das intern aber nicht immer konsequent gelebt – vor allem dann nicht, wenn wirtschaftlicher oder politischer Druck dominierte.
Gehalt/Sozialleistungen
Das Gesamtpaket empfand ich nicht als überzeugend im Verhältnis zur Erwartungshaltung und Belastung. Entwicklung und Anerkennung waren für mich nicht transparent geregelt, wodurch Leistung nicht verlässlich „ankam“.
Image
Nach außen wirkt das Image professioneller, als es sich intern für mich angefühlt hat. Es gab aus meiner Sicht eine Diskrepanz zwischen Außendarstellung und dem tatsächlichen Arbeitsalltag.
Karriere/Weiterbildung
Weiterbildung und Entwicklung wirkten wenig strukturiert. Karrierepfade waren für mich nicht klar erkennbar und hingen eher von Sichtbarkeit und Beziehungen ab als von messbaren Ergebnissen und sauberer Förderung.

