Chaotisch, intransparent, keine Führung
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die Autos. Einige der Menschen dort - auf menschlicher Ebene.
Hervorzuheben: Unser Chef war immer mal wieder wirklich bemüht und hat dies mit mal kleineren und einer größeren Geste zum Ausdruck gebracht. Dies konnte jedoch nicht auffangen, wie groß der Druck von oben auf ihm lastete und dieser wurde teils sehr unsachlich und auch unprofessionell, gern auch in größerer Runde an Mitarbeitern ausgelassen. Wie viel jeder Einzelne von uns wirklich geleistet hat, war für unseren Chef weder ersichtlich aufgrund von Abwesenheit, noch hat es wirklich interessiert.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Hinterlistiger Umgang untereinander, egal ob unter Führungskräften oder mit den kleinsten Mitarbeitern, es wird kein offenes Wort gesprochen, man wird in der Luft hängen gelassen, erfährt keinen Support und einem werden die Dinge präsentiert obwohl im Hintergrund bereits ganz andere Fäden gezogen werden.
Verbesserungsvorschläge
Wo soll man anfangen. Keine leeren Versprechungen machen, Mitarbeiter anständig onboarden anstatt einfach in den Standort zu schmeißen und von den (ebenfalls nicht angelernten Kollegen) das Oboarding erwarten. Grundsatzthemen anständig lehren und aufbereiten, nicht einfach Wissen voraussetzen. Mitarbeiter begleiten und Ansprechpartner stellen, nicht einfach komplett allein lassen und schmipfen wenn etwas schief geht. Nach dem Ausscheiden von Mitarbeitern anständig und weiterhin professionell miteinander umgehen. Dokumente, die zwingend erforderlich sind, werden nach Ausscheiden nicht ausgestellt, trotz mehrfachen Anschreiben und sogar Kontaktaufnahme anderer Instanzen (Unternehmen sind verpflichtet Arbeitsbescheinigungen auszustellen) wird dies ignoriert.
Procar wirbt damit, dass "Procarianer" so einen tollen Zusammenhalt leben und unterm Strich ist genau dieser nicht existent. Es wird ein Mensch in eine Führungsposition auf zwei Standorte verteilt, von welchem einer ganz klar das Nachsehen hatte. Diese (menschlich nette) Führungskraft war mit den beiden im Vorfeld sehr heruntergewirtschafteten Standorten überfordert und versuchte agressivst Prozesse aus größeren Häusern auf den kleinen zu übertragen. Dies war gar nicht möglich, da Ressourcen (und Mitarbeiter) an allen Ecken fehlten und die Verkäufer mit diversen Nebentätigkeiten zu tun hatten, die üblicherweise gar keine Verkäuferaufgaben sind. Es wird also erwartet 3 Jobs gleichzeitig zu machen, dies auch Samstags und in der Freizeit und am Ende gibt es Ärger weil man nicht genug zum verkaufen kommt und Fehler macht, die nunmal passieren wenn man weder anständig ongeboardet wurde noch einen erfahrenen Ansprechpartner gestellt bekommt. Ein komplett unerfahrenes Team an einem verbrannten Standort kann ohne jegliche Führung faktisch gar nicht performen, egal wie groß die Motivation da sein mag.
Organisation. Es werden wahnsinnige Rabatt-Aktionen anberaumt in deren Zeitraum man als Verkäufer wie ein Irrer rotiert, diese sind jedoch gar nicht auf lange Sicht kalkuliert und im Nachgang kommt es zu diversen Komplikationen Seitens der Disposition oder auch der AG selbst, Autos wurden nicht eingeplant, Verträge müssen komplett neu gemacht werden, weil bei Vertragsabschluss kein klares Regelwerk existierte wie welche Besonderheiten im Vertrag zu erfassen sind etc. Chaos auf allen Ebenen, so macht verkaufen keinen Spaß, wenn so ein Rattenschwanz folgt.
Arbeitsatmosphäre
Innerhalb der Kollegen und am Standort selbst meistens ganz gut.
Image
Überraschend gut, das Unternehmen weiß sich über LinkedIn als absolut fairer und wohlwollender Arbeitgeber zu präsentieren. Leider entspricht die Außendarstellung nicht der Wahrheit und so langsam scheint der Ruf zu bröckeln, mich sprechen seit meines Ausscheidens mehr und mehr Leute auf den skrupellosen Umgang der Firma mit Mitarbeitern an, welcher sich durch viele verschiedene persönliche Erfahrungen herumspricht. Allein die Tatsache dass die Weiterempfehlungsrate bei KUNUNU so hoch ist, die negativen Bewertungen hier jedoch alle fast identisch im Kern sind wirft Fragen auf und ich allein kenne diverse Ex Mitarbeiter die sich meiner Meinung gänzlich anschließen und die froh sind raus aus der Firma zu sein.
Work-Life-Balance
Nicht existent. Vollzeit arbeitende Kollegen sind locker 50h die Woche dort, Samstage werden einfach vorausgesetzt, Überstunden gibt es keine, es wird vorausgesetzt dass man sich dem Unternehmen gänzlich verschreibt.
Karriere/Weiterbildung
Die wenigen (nur Bank) Schulungen die ich absolviert habe waren super geplant, spannend und lehrreich.
Gehalt/Benefits
Ein wahnwitziges Provisionsmodell, von welchem man nur leben kann, wenn man komplett auf Masse und mit Nachlässen jenseits der Wirtschaftlichkeit (und der eigenen Provision) verkauft. Im Worstcase rutscht man bei der eigenen Firma in die Kreide, wenn man das Garantiegehalt nicht erwirtschaftet ,woran ich schon viele Kollegen habe scheitern sehen. Außerdem habe ich häufig miterleben dürfen das Bonuszahlungen nicht stattgefunden haben oder Lohnabrechnungen nicht nachvollziehbar waren und einige ihrem Geld hinterher laufen mussten. Achso, selbst das Diensthandy soll man selbst bezahlen.
Kollegenzusammenhalt
Relativ gut, es gibt aber auch immer wieder Kollegen an anderen Standorten, die sich nicht an "Regeln" innerhalb des Unternehmens halten, zB. Kundenschutz etc.
Umgang mit älteren Kollegen
Keine negativen Situationen dahingehend beobachtet.
Vorgesetztenverhalten
Nicht existent. Unsere Führungskraft (menschlich nett aber mit der Zeit unfair, weil er merkte seine Herangehensweise funktioniert nicht und Selbsteflektion gab es leider keine) wurde mit zwei Standorten betraut, die beide massive Probleme hatten bereits im Vorfeld. Ergo hatte unser Standort das Nachsehen und wir waren überwiegend führerlos. Erreichbarkeit ging gegen 0, nur per Email. Andere genannte Ansprechpartner waren meist so gestresst mit eigenen Dingen, dass auch diese nicht wirklich greifbar waren. Wir haben auf Biegen und Brechen autodidaktisch gearbeitet (als junges, unerfahrenes, kleines Team) und haben regelmäßig Ärger bekommen, warum gewisse Fehler passieren konnten....Ohne Ansprechpartner der greifbar war. Gute, fleißige Mitarbeiter, die regelmäßig und viel Einsatz zeigten, werden kommentarlos als gegeben betrachtet, nicht gewertschätzt und regelrecht verbrannt. Der massive Druck der von oben kommt, wird ungefiltert auf die weiteren untergeordneten Köpfe verteilt. Faule und/oder ineffiziente Kollegen werden geduldet und bekommen teils sogar schönere Autos für Urlaubsfahrten oder teure Zertifizierungen bezahlt.
Arbeitsbedingungen
Ganz gut.
Kommunikation
Unterirdisch. Als Mitarbeiter wird man vor vollendete Tatsachen gestellt, es wird keine offene Kommunikation gelebt, oft wissen Kollegen schon wer demnächst gekündigt wird obwohl es der betreffende nicht einmal weiß, es finden keine Gespräche statt um Eskalationen zu vermeiden. Vorschläge von Mitarbeitern gegenüber Führungskräften oder auch Feedback wird belächelt und nicht in Betracht gezogen.
Gleichberechtigung
Langjährige "Procarianer" dürfen sich einiges rausnehmen, allgemein Leute die länger im Unternehmen sind, weil diese zu kündigen auf eine teure Abfindungszahlung hinauslaufen würde, so hat man den Eindruck.
Interessante Aufgaben
An sich macht der Job Spaß, tolle Autos, schönes Arbeitsumfeld und viele verschiedene Arbeitsfelder.


