Gut am Arbeitgeber finde ich
Ich finde es gut, dort nicht mehr arbeiten zu müssen, da mich die Situation psychisch stark belastet hat.
Zunächst wurde ich betriebsbedingt und ohne nachvollziehbaren Grund gekündigt. Dank anwaltlicher Unterstützung konnte ich dagegen erfolgreich vorgehen und hatte sogar die Möglichkeit zurückzukehren – doch ich habe bewusst entschieden, mir das nicht noch einmal anzutun. Am Ende haben wir uns auf eine Abfindung geeinigt.
Meine Empfehlung an alle: Wenn ihr eine Kündigung erhaltet, lasst euch unbedingt anwaltlich beraten. In Deutschland gibt es Gesetze, die Arbeitnehmer schützen, und es ist wichtig, seine Rechte zu kennen. Außerdem gilt: Wir haben Meinungsfreiheit – nutzt sie
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
• Unprofessionelle und unerfahrene Vorgesetzte sowie Mitarbeiter:
Meines Erachtens wird Kritik nicht angenommen, Mitarbeitende werden unterbrochen, es wird laut, statt Lösungen zu finden. Auch sogenannte Spezialisten hielten sich meist heraus – und wenn man Fragen stellte, reagierten sie eher laut statt hilfsbereit. Selbst nach zwei Anläufen wurde ein korrektes Arbeitszeugnis nicht ausgestellt, obwohl eine anwaltliche Vorlage vorlag. Das zeigt leider mangelnde Professionalität im Umgang mit Mitarbeitenden.
• Falsches Bild nach außen:
Meiner Meinung nach wird nach außen ein familiäres „Wir-Gefühl“ vermittelt – in Wahrheit herrscht eine toxische Arbeitsatmosphäre, geprägt von Konkurrenz und Gegeneinander.
• Kritikunfähigkeit:
Ich habe das Gefühl schlechte Kununu-Bewertungen werden anwaltlich gelöscht, anstatt sich mit den Inhalten auseinanderzusetzen. Für Verbesserungsvorschläge oder Gehaltserhöhungen ist angeblich kein Geld vorhanden – ein klarer Widerspruch. Manche Unternehmen erarbeiten sich den „Award“ ehrlich.
• Keine Gleichberechtigung:
Vorgesetzte entscheiden meines Erachtens willkürlich, wer gefördert und angehört wird und wer nicht.
• Fragwürdige Kündigungen:
Mitarbeiter werden „betriebsbedingt“ gekündigt, mit der Begründung, sie würden „menschlich nicht ins Team passen“. Dabei zeigen sich oft Widersprüche: Kolleg:innen schätzen die Person, die Arbeitsleistung ist top, und gerade dieser Mitarbeiter war der Einzige, der bei Einarbeitung und Fragen für alle da war
• Fehlende Strukturen und mangelnde Organisation:
Im Arbeitsalltag fehlten klare Strukturen sowie eine verlässliche Organisation. Absprachen zu Vertretungsregelungen wurden auch nach mehrfacher Klärung in Meetings häufig nicht eingehalten. Dadurch mussten wiederholt die gleichen Personen Fehler ausbügeln und zusätzliche Aufgaben übernehmen. Eine Reaktion oder nachhaltige Lösung seitens der Vorgesetzten blieb leider aus.
• Keine Zeiterfassung:
Trotz vieler Überstunden musste ich oft darum kämpfen, Freizeit auszugleichen, da eine Zeiterfassung nicht möglich war.
Verbesserungsvorschläge
• Schulung der Vorgesetzten – fachlich und menschlich.
• Qualifizierte Mitarbeiter einstellen
• Private Probleme nicht mit auf die Arbeit nehmen.
• Mehr Fokus auf Digitalisierung legen.
• Konsequenter handeln – auch mal Vorgesetzte kritisch prüfen.
• Prioritäten besser setzen: Manchmal schien es wichtiger, Instagram-Fotos zu machen, als die Arbeit zu erledigen – ein Hinweis: Fake-Follower zahlen weder die Miete noch bestehende Schulden
• Und eine Frage bleibt offen: Wo ist eigentlich der neue Geschäftsführer, der so viel versprochen hat?
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre habe ich als sehr schlecht empfunden. Es bildeten sich Gruppen, die häufig gegeneinander arbeiteten, was zu Konkurrenzdenken, Streitigkeiten und Diskussionen führte. Statt sich gegenseitig zu unterstützen, wurde oft nach Fehlern gesucht und Kritik geübt.Auch das Miteinander wirkte widersprüchlich: In der Küche wurde häufig meines Erachtens über Kolleg:innen gelästert, während man in der Mittagspause wieder gemeinsam zusammensaß. Dieses Verhalten empfand ich als heuchlerisch und wenig authentisch.Darüber hinaus wurden m.E. auch über mein Privatleben Gerüchte verbreitet, was für mich ein Zeichen von Neid und Missgunst war. Anstatt ein respektvolles Miteinander zu fördern, wurde das Arbeitsumfeld dadurch zusätzlich belastet.
Image
Der Name Procar ist in der Öffentlichkeit wenig bekannt, während die Marke BMW weitreichende Anerkennung genießt. Meiner Ansicht nach profitiert Procar in hohem Maße vom starken Markenauftritt von BMW. Ob sich Procar langfristig unabhängig davon behaupten kann, wird die Zukunft zeigen.
Work-Life-Balance
Mobiles Arbeiten war grundsätzlich möglich, jedoch wurde es von einigen Kolleg:innen m.E. teilweise ausgenutzt. Erreichbarkeit während der Kernarbeitszeiten sollte auch im mobilen Arbeiten sichergestellt sein. Es kam häufiger vor, dass Termine während der Arbeitszeit wahrgenommen wurden und anschließend argumentiert wurde, man arbeite dafür spätabends weiter – obwohl die Server ab einer gewissen Uhrzeit ohnehin nicht mehr zur Verfügung standen. Wie diese Arbeitszeiten tatsächlich eingehalten wurden, bleibt daher fraglich.Darüber hinaus hatte ich den Eindruck, dass die Bewertung von privater Flexibilität stark davon abhing, ob man bei den Vorgesetzten „gut angesehen“ war. Faktoren wie Kinder, Geschlecht oder persönliche Sympathien spielten m.E. dabei leider eine Rolle. Während einige Mitarbeitende für private Termine, gesundheitliche Einschränkungen oder Ausfälle kritisch hinterfragt wurden, gab es bei anderen keinerlei Nachfragen.
Karriere/Weiterbildung
Eigeninitiative ist entscheidend, wenn es um Weiterbildung und Karriereentwicklung geht. Externe Fortbildungen oder ein Studium sind grundsätzlich möglich, jedoch bietet das Unternehmen intern kaum Möglichkeiten zur fachlichen Weiterentwicklung. Trotz mehrfacher Bereitschaft und nachweislich guter Leistungen wurde mein Wunsch nach interner Weiterbildung nicht unterstützt.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt ist im Vergleich zur Branche m.E. unterdurchschnittlich. Es sollte klarer zwischen den unterschiedlichen Aufgabenbereichen unterschieden werden. Wenn man bereits Aufgaben aus der Finanzbuchhaltung übernimmt, die normalerweise von qualifizierten und besser vergüteten Kollegen bearbeitet werden, sollte auch das eigene Gehalt entsprechend angepasst werden. Eine Gehaltserhöhung sollte m.E. nach Leistung und Verantwortungsumfang erfolgen – denn es ist nicht nachvollziehbar, dass Mitarbeiter mit anspruchsvolleren Aufgaben auf demselben Gehaltsniveau stehen wie Kollegen mit einfacheren Tätigkeiten. Ebenso sollte klar zwischen Vollzeit- und Teilzeitstellen differenziert werden.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
In einem Autohandelsunternehmen wird dem Thema Umweltbewusstsein wenig Bedeutung beigemessen. Auch im Bereich Digitalisierung gibt es noch erheblichen Nachholbedarf – der Arbeitsalltag ist weiterhin stark papierlastig.
Kollegenzusammenhalt
Es gab einige Kolleg:innen, mit denen die Zusammenarbeit sehr angenehm war und die mir den Büroalltag tatsächlich erleichtert haben. Insgesamt war die Stimmung jedoch überwiegend toxisch. Es wurde m.E. viel gelästert, statt produktiv zu arbeiten, und viele waren nicht bereit, Kolleg:innen zu vertreten oder zu unterstützen. Ich selbst bin konsequent für andere eingesprungen, auch bei der Einarbeitung neuer Teammitglieder. Im Team gab es sogenannte „Spezialisten“, die m.E. durch lautstarkes Auftreten auffielen, sich ansonsten aber aus vielem heraushielten und trotzdem unangetastet blieben. Zudem schlossen sich m.E. manche Mitarbeitende mit einem guten Draht zu den Vorgesetzten zusammen und arbeiteten aktiv gegen mich. Hinter meinem Rücken wurde m.E. schlecht über mich gesprochen. Meine direkten Unterstützer:innen haben mich zwar verteidigt, dennoch kam es letztlich zu einer aus meiner Sicht unrechtfertigten Kündigung.Teilweise habe ich das Verhalten einzelner Kolleg:innen auch als Mobbing empfunden. Meiner Meinung nach sollten sich manche Personen überlegen, ob sie mit ihrem Verhalten nicht ein Risiko eingehen, rechtliche Konsequenzen in Kauf nehmen zu müssen.
Umgang mit älteren Kollegen
Unabhängig von Alter oder Erfahrung werden alle Mitarbeiter gleichbehandelt – leider oft nicht besonders wertschätzend. Eine Ausnahme bilden m.E. lediglich langjährige Mitarbeiter, die dem „eingeschworenen Kreis“ angehören und deren Leistungen sichtbar ausgezeichnet wurden (z. B. durch eine Urkunde an der Wand).
Vorgesetztenverhalten
Meine Zusammenarbeit mit den Vorgesetzten habe ich überwiegend als belastend und wenig professionell empfunden. Führungsentscheidungen wirkten häufig inkonsistent und nicht nachvollziehbar. Konstruktives Feedback wurde m.E. selten angenommen, und unter Druck zeigte sich eine Überforderung, die sich direkt auf das Teamklima auswirkte. Besonders negativ fiel meiner Meinung nach die ungleiche Behandlung von Mitarbeitenden auf. Kolleginnen mit Kindern erhielten m.E. regelmäßig Sonderregelungen bei Arbeitszeiten oder Aufgaben, während andere – trotz vergleichbarer persönlicher Umstände – keine entsprechende Unterstützung erfuhren. Dies führte zu Frustration und dem Eindruck fehlender Fairness im Team.Darüber hinaus hatte m.E. privates Verhalten der Vorgesetzten teilweise Einfluss auf die Arbeit. Aussagen wie „Wir sind ein Team“ standen im Widerspruch zur Praxis, da nur ausgewählte Mitarbeitende in Entscheidungen eingebunden wurden. Themen wie persönliche Weiterentwicklung, Vertretungsregelungen oder Kritikgespräche wurden kaum transparent und nachvollziehbar gestaltet.
Arbeitsbedingungen
Die bestehenden Systeme sind m.E. sehr veraltet und stürzen häufig ab, wodurch die Umstellung auf neue Prozesse nur sehr langsam voranschreitet. Viele Mitarbeiter:innen verfügen nicht über einen eigenen Arbeitsplatz, da die Abteilungen überfüllt sind, und müssen deshalb gezwungenermaßen von zuhause arbeiten. Das wirft die Frage auf, wie eine effektive Einarbeitung unter diesen Bedingungen funktionieren soll.
Auffällig war, dass ausschließlich die Abteilung Controlling über Microsoft Teams und sogar Diensthandys verfügte. Hier wurde eine klare Ungleichbehandlung zwischen den Abteilungen sichtbar, da Controlling von den Vorgesetzten regelmäßig bevorzugt und unterstützt wurde, während andere Abteilungen mit ihren Anliegen m.E. kaum Gehör fanden.
Darüber hinaus sind nicht alle Arbeitsplätze mit höhenverstellbaren Tischen ausgestattet, und die Bürostühle sind teilweise sehr unbequem. Bestimmte ergonomische Anpassungen sind zudem nur mit ärztlicher Bescheinigung möglich.
Kommunikation
Die interne Kommunikation ist stark verbesserungsbedürftig. Vorgesetzte sind teilweise m.E. wochenlang nicht im Büro und reagieren weder auf Anrufe noch auf E-Mails – selbst dann nicht, wenn es um dringende Themen geht, die zeitnah bearbeitet werden müssen. Dies führt häufig zu Verzögerungen, sodass Aufgaben später unter hohem Zeitdruck, teils sogar am Wochenende, erledigt werden müssen. Das wöchentliche Meeting ist sehr kurzgehalten und wirkt aus meiner Sicht wenig zielführend. Gleichzeitig wird es jedoch negativ aufgefasst, wenn man selbst einmal nicht erreichbar ist. Auch unter Kollegen gestaltet sich die Kommunikation schwierig, da sich oft niemand wirklich verantwortlich fühlt. Aussagen wie „Dafür bin ich nicht zuständig“ sind keine Seltenheit, was dazu führt, dass Aufgaben hin- und hergeschoben werden, anstatt konstruktiv im Team gelöst zu werden.
Gleichberechtigung
Im Unternehmen scheint m.E. Sympathie eine sehr große Rolle zu spielen. Mitarbeiter:innen, die Fehler gemacht oder offen Witze über andere gemacht haben – teilweise sogar vor den Vorgesetzten– wurden nicht sanktioniert. Ich hingegen wurde m.E. schlechter behandelt, obwohl ich immer fachlich und menschlich teamorientiert gehandelt habe. Während meiner Krankheitszeiten wurden zudem Witze über mich gemacht, was die Situation zusätzlich belastend machte. Kritik oder das Ansprechen von Missständen wurde offenbar nicht gerne gesehen, was sich negativ auf die Wahrnehmung meiner Arbeit auswirkte. Letztendlich habe ich die Kündigung erhalten, mit der Begründung, dass ich „menschlich nicht ins Team passen würde“, obwohl ich stets engagiert und teamfähig war.
Interessante Aufgaben
Einige Aufgaben machen Spaß, insbesondere wenn sie fair verteilt sind, man eine angemessene Einarbeitung erhält und die Hintergründe der Sachverhalte versteht. Leider ist die Buchhaltung insgesamt oft chaotisch und unorganisiert, wodurch es schwierig ist, Neues richtig zu lernen oder Aufgaben effizient zu übernehmen. Viele Tätigkeiten muss man sich m.E. selbst erarbeiten, da kaum Hilfestellung angeboten wird.Die Aufgabenverteilung ist m.E. häufig unfair: Ich habe beispielsweise am meisten neue Kollegen eingearbeitet und dafür täglich ins Büro fahren müssen, während andere oft flexible Arbeitszeiten oder Homeoffice nutzten. Wird diese ungleiche Lastenverteilung angesprochen, stößt sie m.E. bei den Vorgesetzten oft auf Desinteresse. Insgesamt fehlt eine klare Struktur, sowohl bei der Aufgabenverteilung als auch bei Vertretungsregelungen. Wer sich gut selbst organisiert und Initiative zeigt, kann vieles lernen, allerdings wird der Arbeitserfolg stark von der eigenen Motivation und Durchsetzungsfähigkeit beeinflusst.