Krasse Diskrepanz zwischen Außendarstellung, Unternehmensleitlinien und der Realität.
Gut am Arbeitgeber finde ich
Es gibt seit 2024 Getränkespender und Kaffee auf Firmenkosten.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Der Inhaber ist kein Unternehmer, sondern ein Investor. Und agiert genau so. Soviel Gewinn wie möglich aus dem Unternehmen raus, Invest nur so viel wie unbedingt nötig. Keine zukunftsgerichteten Investitionen (Gebäude, Maschinen, Mitarbeiter) an den deutschen Standorten.
Verbesserungsvorschläge
Die Mitarbeiter wirklich wertschätzen, und nicht nur reden. Vor allem angemessene Bezahlung. Aktuell: Während die IG BCE um Tariferhöhung mindestens auf Höhe der Inflationsrate verhandelt, wird mitgeteilt, dass ab Januar 2026 für die Tarifangestellten das Urlaubsgeld um 600€ gekürzt wird.
Arbeitsatmosphäre
Die 3 Sterne gibt es nur, weil die Atmosphäre unter Kollegen stimmt.
Die Unternehmensleitlinien sind das Papier nicht wert, auf dem sie gedruckt sind. Betriebsrat ist Marionette des Inhabers.
Kommunikation
Sehr ausbaufähig.
Kollegenzusammenhalt
Innerhalb der Abteilung gut bis sehr gut. Wenn es um abteilungsübergreifende Zusammenarbeit geht, oft sehr schlecht.
Work-Life-Balance
Zwei Homeoffice-Tage und flexible Arbeitszeiten sind positiv. Aber heutzutage auch selbstverständlich und genau genommen auch der einzige Benefit der letzten 13 Jahre.
Vorgesetztenverhalten
Je nach Bereich. Die Mehrheit gibt den Druck von oben nach unten ab.
Interessante Aufgaben
Viel Luft nach oben. Jeder hangelt sich durch Prozesse, ohne nach rechts oder links zu schauen. Eigeninitiative, Ideen, Verbesserungsvorschläge stören den Prozess und erfordern Entscheidungen.
Gleichberechtigung
Gleichberechtigung zwischen Mann/Frau durchaus ok. Wiedereinsteigerinnen sind nicht benachteiligt. Teilzeitarbeit je nach Wunsch der Mitarbeiterin flexibel möglich.
Umgang mit älteren Kollegen
Ältere Mitarbeiter werden nur eingestellt, wenn sie günstig zu bekommen sind. In langjährige ältere Mitarbeiter wird nichts mehr investiert. Vor allem junge übermotivierte Fremdzugänge, fachlich gut aber ohne jegliche Sozialkompetenz, machen den älteren Mitarbeitern das Leben schwer.
Arbeitsbedingungen
Verwaltungsgebäude alles auf dem Stand des Baujahres (Anfang 80er) und aufgehübscht werden nur Bereiche, zu denen Externe Zutritt haben. IT Ausstattung nur das, was unbedingt muss. Neue Bürostühle oder höhenverstellbare Schreibtische muss man sich erkämpfen.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Nachhaltigkeit wird gerne kommuniziert. Intern finden noch nicht mal die Basics wie Mülltrennung statt. Fair Trade spielt untergeordnete Rolle. Wichtiger sind günstige Beschaffungspreise. Für das Soziale gibt es die Better World Stiftung.
Gehalt/Benefits
Gehalt inzwischen über 30% unter Tarif. 2012 Lohnkürzung unter dem Deckmantel Arbeitgeberinvest, seit dem insgesamt nur 13% Erhöhung. Inflationsausgleichszahlung gab es keine. Konditionen Pensionskasse für Neueinsteiger uninteressant. In das Langzeitkonto kann nur noch der Demographiebeitrag eingezahlt werden.
Image
Außendarstellung top. Und weit weg von der Realität. Sehr viele unzufriedene Mitarbeiter, die auch offen, innerhalb und außerhalb der Firma darüber reden. 90% der Führungskräfte der obersten Ebene haben den Bezug zur Basis und Realität verloren.
Karriere/Weiterbildung
Wenn Berufsanfänger einige Jahre mit schlechter Bezahlung durchhalten und einen guten Vorgesetzten haben, ist Karriere möglich. Weiterbildung gibt es die günstigen Angebote aus dem Katalog der Gewerkschaft. Das war früher ganz anders.