Solider Arbeitgeber - Die Stimmung ist schlechter, als sie sein könnte
Arbeitsatmosphäre
Schwieriges Thema ... Trotz einer grundsätzlichen stabilen Situation des Arbeitgebers - was in der aktuellen Situation ein hohes Gut ist (Guter Auftragseingang trotz aktuell wirtschaftlicher Lage, Progroup als zuverlässiger und langfristiger Arbeitgeber, gesicherte Arbeitsplätze) ist die Stimmung gefühlt eher negativ, es herrschen viele Interessenskonflikte, und auch persönliche Animositäten. Der "Mengenkurs" der Progroup ("Erstmal nehmen wir die Aufträge an und dann schauen wir, wie wir damit fertig werden") mag wohl notwendig sein in Bezug auf das Firmenwachstum, bringt aber sehr viele Reibung zwischen sämtlichen Schnittstellen. Aus meiner Sicht gelingt es dem Unternehmen hier nicht, einen Klaren Kurs vorzugeben und alle Bereiche in eine Richtung zu bringen.
Kommunikation
Aus meiner Sicht hat sich Progroup von "ungenügend" auf "befriedigend" verbessert. Der Arbeitgeber ist um eine bessere Kommunikation bemüht. Vorgesetzte erhalten Kommunikationshilfen (leider noch zu wenig und zu unregelmäßig und teilweise verspätet) und regelmäßige Beiträge zu "kommunikationswürdigen" Themen im Intranet finden statt). Aus meiner Sicht leider immer noch zu viel "Buschfunk" und Intransparenz
Kollegenzusammenhalt
Innerhalb eines Teams gut - Teamübergreifend ist hier aus meiner Sicht definitiv Potential. Bewusste Zielkonflikte (Menge um jeden Preis vs. Produktivität vs. Abteilungsbezogenen Optimierungen vs. Lieferzuverlässigkeit) tragen hier ihren Anteil dazu bei. Führungs - und Unternehmensarbeit - das Grund-Mindset muss natürlich auch bei jedem Kollegen stimmen, der für das Unternehmen arbeitet.
Work-Life-Balance
Grundsätzlich - auf Sachbearbeiter-Level: Mobiles
Arbeiten möglich, Arbeitszeitkonto vorhanden, Arbeiten ist aus meiner Sicht in einem zeitlichen "Grundgerüst" in Anpassung an die täglichen Abläuft möglich (von 08.30 - ca. 16.00) muss die Arbeit getan werden). Führungskräfte Überwachen die Einhaltung der Zeitkonten und leiten entsprechende Gegenmaßnahmen ein. Uneingeschränktes "Flexibles Arbeiten" ist nicht möglich. Die Arbeitszeit sollte zum Arbeitsplatz passen.
Die Arbeit ist innerhalb der vertraglichen Arbeitszeit defintiv machbar
Für Führungskräfte gestaltet sich das Thema komplizierter, da kein Zeitkonto vorhanden. Gefühlt und auch über einen gewissen Zeitraum gemessen legt man ohne Zeitkonto auch aufgrund des Arbeitsvolumens"drauf".
Des Öfteren gibt es teamübergreifende Diskussionen, da der Standard des "Mobilen Arbeitens" von jedem Bereich und auch jeder Führungskraft variabel ausgelegt und vorgelebt wird.
Vorgesetztenverhalten
Abhängig vom jeweiligen Vorgesetzten und Bereich - für mich persönlich grundsätzlich zufriedenstellend - wir sind alle nur Menschen mit Ups and Downs und es gehört auch dazu, sich auf Individuen einzulassen. Der Druck im Unternehmen ist hoch und es gelingt leider nicht jedem Vorgesetzten, diesen Druck von Team und Kollegen abzuschirmen.
Interessante Aufgaben
Interessante Aufgaben sind grundsätzlich vorhanden. Sachbearbeiter arbeiten aus meiner Sicht eher prozessorientiert,
können Ihren Input und Verbesserungsvorschläge aber - genau wie Führungskräfte - platzieren. In einzelnen Abteilungen und Bereichen sind KVP-Prozesse installiert - leider nicht PG-Übergreifend und einheitlich.
Progroup ist aus meiner Sicht in der Prozessveränderung und Verbesserungen sehr träge. Fokus hat Menge und kurzfristige Emotionen und Bauchgefühle "zerstören" den Fortschritt. Verbesserungen scheitern an Ressourcen (Personal, Budget), an oder an der Auffassung von Personen oder Bereichen, das behandelte Thema habe keine Priorität für ihren Arbeitsbereich oder die Progroup. Oft wird nicht das "große Ganze " gesehen.. Das finde ich sehr schade.
Gleichberechtigung
Findet aus meiner Sicht definitiv statt - die Mitarbeiter finden z. B. im Group Office einen angemessenen Widereinstieg nach z. B. Elternzeit gemäß ihren Bedürfnissen - die Führungsetage von Vorstand bis Teamleitung sind sowohl mit männlichen als auch weiblichen Führungskräften besetzt (Meine persönliche Meinung: Es sollte die Kompetenz des MA zur Stelle passen und nicht zwingend der Geschlechteranteil zählen)
Umgang mit älteren Kollegen
Im Unternehmen arbeitet ein hoher Anteil von Kollegen mit langer Betriebszugehörigkeit (im Group Office und in den Werken), welche vollständig in alle Tätigkeiten und Prozesse eingebunden sind. Ehrungen für 10, 20, 25 und 30 Jahre finden im feierlichen Rahmen mit Prämie statt. "Urgesteine" ab 30 Jahren erfahren eine zusätzliche Wertschätzung durch sog. "Urgestein-Treffen", an denen auch der Vorstand und Unternehmensgründer teilnimmt. Unabhängig vom Alter und Betriebszugehörigkeit steht für alle Kollegen der gleiche Anspruch an Leistung und Gegenleistung.
Arbeitsbedingungen
Grundsätzlich: Sehr gute IT-Ausstattung im Büro (Moderne Ausstattung, Laptop, Großer Screen, Headset, Sauberer Arbeitsplatz, Teams, etc.), sauberes Umfeld, Papierloses Arbeiten möglich.
Das hauseigene ERP-System ist jedoch hinter der Zeit (Visualisierung, Darstellung, Flexibilität, Transparenz, Workflow, Wissens- und Historiedokumentation) und benötigt dringend eine Ablösung. Daran wird jetzt teilweise gearbeitet - meines Ermessens deutlich zu spät.
Die Arbeitsbelastung für jeden Mitarbeiter ist hoch - hohes Aufkommen im Tagesgeschäft zzgl. Projekte und Bereichsanforderungen. Ein hohes Arbeitstempo und Effizienz ist eine Grundvoraussetzung, um bei Progroup zu "Überleben" Aus meiner Sicht ist die Personalbesetzung sowohl im Group Office als auch in den Werken gemessen am Arbeitsaufkommen sehr dünn, Ausfälle führen oft zu Mehrarbeit und Belastung der Kollegen (Group Office) oder zu direkten Abweichungen im Produktions- und Versandprozess (Werke)
Gehalt/Benefits
Die Bezahlung und Eingliederung der einzelnen Stellen ist aus meiner Sicht und in meinem Bewertungsbereich fair. Tarifunabhängig finden jährliche, angemessene Gehaltsanpassungen statt. Diese Gehaltsanpassungen fanden mit einer Ausnahme (2025 - wirtschaftliche Situation - wurde kommuniziert) zuverlässig statt. Mitarbeiter mit guter Leistung oder Bezahlung unter dem internen Tarif können per Entwicklungsplan (erfordert Initiative durch die Führungskraft) auch zügiger entwickelt werden. Dies liegt jedoch im Ermessung, Einschätzung und Engagement der direkten Führungskraft und ist nicht im Standard implementiert.
Karriere/Weiterbildung
Vorab: Grundsätzlich können sich Mitarbeiter bei Progroup entwickeln. Viele
Mitarbeiter haben eine interne Veränderung oder Weiterentwicklung
(fachlich oder als Führungskraft) erleben dürfen. Diese Weiterentwicklungen sind gefühlt weniger "geplant", sondern eher "ad hoc", also passieren nach Notwendigkeit im Unternehmern und meist sehr kurzfristiger Organisations- und Stellenentwicklung. Mittel- und Langfristige Entwicklungspläne gibt es nicht bzw. sehr selten. Hier muss vor allem neuen und ambitionierten Kollegen eine klare Erwartungshaltung und keine "leeren Versprechungen" vermittelt werden. Grundsätzliche Weiterentwicklungen, Weiterbildungen und Unterstützungen, die nicht auf eine zukünftige Stelle oder Entwicklung im Sinne des Unternehmens bezogen sind, finden eher nicht statt. Der beworbene "Campus" oder "Talente-Pool" ist findet gefühlt nicht statt.

